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Die 10 ältesten Talsperren in Deutschland

Schon vor Jahrtausenden bauten Menschen Dämme, um Wasser aufzustauen und es als Trinkwasser, zur Bewässerung von Feldern oder auch zum Betreiben von Wasserrädern nutzbar zu machen. Hierzulande sind erste Talsperren ab Ende des 8. Jahrhunderts belegt, doch erst mit dem Beginn des Erzbergbaus im Harz und im Erzgebirge gewann der Talsperrenbau in Deutschland eine größere Bedeutung. Im Folgenden finden Sie eine Liste mit den 10 ältesten Talsperren in Deutschland.

von | 16.06.23

Die10 ältesten Talsperren in Deutschland: Mit der Industrialisierung im 19. Jahrhundert brach für den Talsperrenbau ein neues Zeitalter an.
Bildquelle: Aggerverband
Talsperren in Deutschland

Schon vor Jahrtausenden bauten Menschen Dämme, um Wasser aufzustauen. Sie nutzten es als  Trinkwasser, zur Bewässerung von Feldern sowie zum Betreiben von Wasserrädern. Erste Talsperren in Deutschland sind ab Ende des 8. Jahrhunderts belegt. Allerdings gewann erst mit dem Beginn des Erzbergbaus im Harz sowie im Erzgebirge der Talsperrenbau eine größere Bedeutung. Im Folgenden finden Sie eine Liste mit den 10 ältesten Talsperren in Deutschland.

Die 10 ältesten Talsperren in Deutschland

  1. Der Obere Großhartmannsdorfer Teich ist eine Talsperre der Revierwasserlaufanstalt Freiberg (RWA) in Sachsen. Er wurde zwischen 1591 und 1593 bei Großhartmannsdorf für den Bergbau im Freiberger Revier angelegt und ist über künstlich angelegte Gräben und Röschen mit anderen Teichen der RWA verbunden.
  2. Der Oderteich ist eine historische Talsperre im Harz, die in den Jahren 1715 bis 1722 erbaut wurde. Der Oderteich liegt nahe dem Braunlager Stadtteil St. Andreasberg im gemeindefreien Gebiet Harz des niedersächsischen Landkreises Goslar. Der Oderteich war bis zum Ende des 19. Jahrhunderts die größte Talsperre Deutschlands.
  3. Der Dörnthaler Teich wurde ursprünglich zwischen 1787 und 1790 für den Freiberger Bergbau angelegt und dient heute der Trinkwasserversorgung von Freiberg, Chemnitz und Dresden sowie dem Hochwasserschutz.
  4. Die Talsperre Einsiedel ist eine Talsperre im Freistaat Sachsen und wurde von 1891 bis 1894 erbaut. Sie dient der Trinkwasserversorgung von Chemnitz und im Verbund mit dem Talsperrensystem „Mittleres Erzgebirge“ neben den Talsperren Neunzehnhain I, II sowie Saidenbach dem Versorgungsgebiet des Zweckverbandes Fernwasser Südsachsen.
  5. Die Eschbachtalsperre ist eine Trinkwasser-Talsperre und befindet sich in Remscheid und staut den Eschbach. Die Talsperre war bei ihrer Eröffnung 1891 ein wichtiger Meilenstein in der wirtschaftlichen Entwicklung der Stadt Remscheid.
  6. Die Panzer-Talsperre wurde von 1891 bis 1893 erbaut und liegt in Nordrhein-Westfalen im Bergischen Land und diente bis 1990 als Trinkwasser-Talsperre. Heute dient sie nicht mehr der Trinkwassergewinnung, sondern ist ein Ausflugsziel im Lenneper Stadtwald.
  7. Die Heilenbecketalsperre wurde in den Jahren von 1894 bis 1896 auf dem Gebiet der heutigen Städte Ennepetal und Breckerfeld im Ennepe-Ruhr-Kreis errichtet und ist die älteste Talsperre Südwestfalens.
  8. Die Ronsdorfer Talsperre liegt in der ehemals selbständigen Stadt Ronsdorf, heute ein Stadtteil von Wuppertal. Sie wurde von 1898 bis 1899 erbaut und ist heute ein beliebtes Naherholungsgebiet.
  9. Die Herbringhauser Talsperre ist eine Trinkwassertalsperre im Bergischen Land. Die Stadt Barmen erbaute sie von 1898 bis 1901.
  10. Die Sengbachtalsperre ist eine Trinkwasser-Talsperre in Solingen, die von 1900 bis 1903 erbaut wurde. Sie liegt in einem abgeschiedenen Seitental der Wupper zwischen den Solinger Ortslagen Höhrath und Glüder. Der zwischen Wäldern gelegene Wasserspeicher versorgt die Bewohner der Stadt Solingen mit Trinkwasser.
  • Talsperren in Deutschland
    Oberer Grosshartmannsdorfer Teich © Landestalsperrenverwaltung Sachsen / Fotograf: Albrecht Holländer

Zur Entwicklung des Talsperrenbaus

Die bis Ende des 19. Jahrhunderts errichteten Anlagen hatten die Aufgabe, Energie bereit zu stellen, damit mit Hilfe von Wasserrädern das Grubenwasser aus den Bergwerken gehoben und das Erz bearbeitet werden konnte. Viele dieser ersten Talsperren sind heute als Kulturdenkmal erhalten. Sie hatten meist Dämme aus im Stauraum gewonnenem Steinbruchmaterial, in die für die Dichtung so genannter Rasensoden eingearbeitet wurde. Der Rasen wurde in Rechteckform ausgeschnitten und wie Mauerwerk aufeinander gesetzt. Die Anordnung der Dichtung erfolgte bei den älteren Dämmen als Schürzendichtung an der wasserseitigen Böschung, später als Kerndichtung in der Dammmitte.

Mit der Industrialisierung im 19. Jahrhundert brach für den Talsperrenbau ein neues Zeitalter an. Die vornehmlich in den westfälischen Mittelgebirgen ansässige Kleinindustrie, die ihre Hammerwerke, Schmieden und Drahtziehereien traditionell mit Wasserkraft betrieb, geriet zunehmend in Konkurrenz zu den neuen Großbetrieben an der unteren Ruhr, die ihre Energie aus Steinkohle gewannen. Unter dem Zwang, die preiswertere Energie des Wassers ständig sicher verfügbar zu haben, entstanden zwischen 1889 und 1925 in Deutschland über 30 Talsperren. Diese Talsperren wurden von Gewichtsstaumauern aus Bruchsteinen nach dem damals hochmodernen „Intze-Prinzip“ (benannt nach dem Aachener Talsperrenpionier Otto Intze) eingestaut.

In der Umgebung einiger alter Talsperren befinden sich heute Naherholungsgebiete. Andere können auf Wander- sowie Radtouren besichtigt werden und sind teilweise noch heute in Betrieb.

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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