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Personenschaden durch PFAS im Trinkwasser

Der Oberste Gerichtshof von Schweden erkennt bei Personen, die aufgrund von kontaminiertem Trinkwasser erhöhte PFAS-Werte im Blut aufweisen, einen Personenschaden an. Verantwortlich für die Entschädigung soll das kommunale Wasserversorgungsunternehmen sein.

von | 21.12.23

„Es gibt mehrere Gebiete, die mit PFAS kontaminiert sind und von niemandem gereinigt werden. Die fehlende Verantwortung des Verursachers bedeutet, dass die Kosten und Maßnahmen auf die Betroffenen abgewälzt werden", so Pär Dalhielm, Vorstandsvorsitzender von Svenskt Vatten.
Quelle: Pixabay/moritz320
PFAS im Trinkwasser

22. Dezember 2023 | Der Oberste Gerichtshof von Schweden erkennt bei Personen, die aufgrund von kontaminiertem Trinkwasser erhöhte PFAS-Werte im Blut aufweisen, einen Personenschaden an. Verantwortlich für die Entschädigung soll das kommunale Wasserversorgungsunternehmen sein.

Zur Historie des PFAS-Skandals von Ronneby: Im Jahr 2013 wurden bei 150 Einwohner:innen PFAS-Konzentrationen Blut von bis zu 10 µg/l festgestellt. Die betroffenen Personen hatten die Schadstoffe über kontaminiertes Trinkwasser aufgenommen. Sofort nach Bekanntwerden der Kontamination wurde das Wasserwerk Brantafors des Versorgers Ronneby Miljö och Technik AB vom Netz genommen und ein unbelastetes Wasserwerk übernahm die Versorgung. Als Ursache für die Wasserverunreinigung gelten Feuerlöschschäume, die von den schwedischen Streitkräften bei Übungen auf dem Flughafen Kallinge verwendet werden.

Eine Studie von 2021 vergleicht die Blutwerte der Bewohner von Ronneby mit denen einer Referenzgruppe. Die Menschen, die im Zeitraum 2005-2013 im Einzugsgebiet des Wasserwerks lebten, wiesen eine bis zu hundertfach erhöhte Belastung auf.

Gerichtsurteil bestätigt: Personenschaden durch PFAS im Trinkwasser

Die Entscheidung des Obersten Gerichtshofs ändert ein vorheriges Urteil des Berufungsgerichts. Menschen mit erhöhten PFAS-Gehalten im Blut wird somit bestätigt, dass sie einen Personenschaden erlitten haben. Die Verantwortung für die etwaige Zahlung von Entschädigungen wurde dem kommunalen Wasserversorger zugesprochen.

Aus Sicht von Svenskt Vatten bleiben allerdings Fragen offen. Welche Beträge sind zu zahlen und wer kommt letztlich für die Verschmutzung und die Personenschäden im Sinne des Deliktrechts auf?

Verursacherprinzip und Forderung nach PFAS-Verbot

Nach Ansicht des Vorstandsvorsitzenden von Svenskt Vatten, Pär Dalhielm, sollte die Verantwortung bei den Verursachern liegen.

„Es gibt mehrere Gebiete, die mit PFAS kontaminiert sind und von niemandem gereinigt werden. Die fehlende Verantwortung des Verursachers bedeutet, dass die Kosten und Maßnahmen auf die Betroffenen abgewälzt werden. In der Industrie haben wir seit mehreren Jahren Kontroll- und Reinigungstechniken entwickelt und investiert, um eine sichere Wasserversorgung zu gewährleisten. Das sind Kosten, die die Einwohner Schwedens zu tragen haben und nicht der Verursacher des Schadens. Wir müssen klären, was für das Verursacherprinzip gilt und wer für die Sanierung anderer Standorte verantwortlich ist”, sagt er.

Außerdem betont er, wie wichtig eine rasche Einführung eines vollständigen Verbots von PFAS sei. In Anbetracht der enormen Folgen und sozialen Kosten, die PFAS für die Umwelt und die Gesundheit verursachten, halte er es für unzumutbar, dass es noch immer kein vollständiges Verbot gebe.

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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