Generic filters
FS Logoi

DIWA: Autonomes Frühwarnsystem für die Wasserqualität

Klimawandel, veränderte Landnutzung sowie Schadstoffeinleitungen bedrohen die Qualität unserer Gewässer. Das im Herbst 2023 gestartete Forschungsprojekt DIWA „Digitale vernetzte und interaktive Wasserqualitätsüberwachung“ entwickelt ein umfassendes, kombiniertes Monitoring verschiedenster Qualitätsparameter und zielt damit auf ein innovatives Frühwarnsystem. Denn erst das Verständnis der komplexen Vorgänge, die die Wasserqualität bedingen, ermöglicht die Entwicklung von angepassten, zukunftsweisenden und nachhaltigen Schutz- und Anpassungsmaßnahmen.

von | 23.01.24

Die Wahnbachtalsperre bei Siegburg in Nordrhein-Westfalen.
Quelle: TZW: DVGW-Technologiezentrum Wasser
DIWA

23. Januar 2024 Ι Klimawandel, veränderte Landnutzung sowie Schadstoffeinleitungen bedrohen die Qualität unserer Gewässer. Das Forschungsprojekt DIWA „Digitale vernetzte und interaktive Wasserqualitätsüberwachung“ ist im Herbst 2023 gestartet. Entwickelt wird ein umfassendes, kombiniertes Monitoring verschiedenster Qualitätsparameter und zielt damit auf ein innovatives Frühwarnsystem. Denn erst das Verständnis der komplexen Vorgänge, die die Wasserqualität bedingen, ermöglicht die Entwicklung von angepassten, zukunftsweisenden und nachhaltigen Schutz- und Anpassungsmaßnahmen.

Extremereignisse, wie Starkregen, Trockenperioden und die durch sie hervorgerufenen speziellen Dynamiken der Wasserqualität wie beispielsweise Algenblüten, haben häufig keine lange Vorlaufzeit. Daher ist es dringend geboten, verstärkt auf Monitoring zu setzen, das zeithochaufgelöst online und vor Ort Daten sammelt. Für die Online- und Vor-Ort-Analyse gibt es schon jetzt eine Vielzahl von Sensorsystemen für Wasserqualitätsparameter.

DIWA: Worum geht es im Projekt?

Das Projekt DIWA hat zum Ziel, diese bereits vorhandenen Sensorsysteme zum Algenwachstum, zum physikalisch-chemischen Gewässerzustand, zur Hydrodynamik und zur Wetterbeobachtung sowie Online-Messungen zur hygienisch-mikrobiologischen Wasserbeschaffenheit digital zu vernetzen und wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) für zweieinhalb Jahre als Teil der Fördermaßnahme „Digital GreenTech – Umwelttechnik trifft Digitalisierung“ im Rahmen der BMBF-Strategie „Forschung für Nachhaltigkeit (FONA) gefördert. Im Hinblick auf das im Jahr 2022 durch Algen ausgelöste Fischsterben in der Oder soll zusätzlich ein Sensor für Goldalgen entwickelt werden. Zudem werden Wasserqualitätsparameter aus Satellitendaten einbezogen, um räumliche Muster zu erkennen.

Im Rahmen des Projekts werden punktuell, linear und räumlich im Gewässer aufgenommene sowie historisch vorhandene Daten digital miteinander verknüpft und mit einer Abflussvorhersage gekoppelt. Aus der Vernetzung der Daten soll ein auf künstlicher Intelligenz basierendes Frühwarnsystem zur Wasserqualität entwickelt werden. In-situ Sensoren, Satellitendaten und Labormessungen werden im Pilotmaßstab zusammen mit dem im Projekt zu entwickelnden Frühwarnsystem an der Wahnbachtalsperre in Nordrhein-Westfalen implementiert. Komplettiert wird diese Entwicklung durch repräsentative Messungen mit den hier verwendeten Sensoren in einem Fließgewässer. Das ermöglicht es, die Übertragbarkeit des Konzepts auf andere Gewässertypen darzustellen.

Das TZW beschäftigt sich im Projekt insbesondere mit Online-Systemen zur Erfassung mikrobiologischer Parameter. Die Online-Durchflusszytometrie erlaubt die kontinuierliche Quantifizierung der Gesamtzellzahl im Rohwasser. Mit einem Online-Gerät zur Erfassung der enzymatischen Aktivität können auch hygienisch-relevante Bakterien erfasst werden. Weiterhin werden molekularbiologische Methoden zur Erfassung von Cyanobakterien entwickelt und zur Untersuchung von Praxisproben eingesetzt.

Projektpartner sind der Wahnbachtalsperrenverband (WTV) (Projektkoordination), Universität Potsdam , bbe Moldaenke GmbHBrockmann Consult GmbHSEBA Hydrometrie GmbH & Co. KGSYDRO-Consult GmbH sowie das TZW: DVGW-Technologiezentrum Wasser.

Zum Beitrag des TZW

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Jetzt Newsletter abonnieren

Immer auf dem aktuellen Stand, automatisch in Ihrem Postfach.

Hier anmelden

Kleine Körper, große Wirkung: Wie Mikroorganismen das Grundwasser prägen
Kleine Körper, große Wirkung: Wie Mikroorganismen das Grundwasser prägen

Sie sind riesig, aber doch winzig klein: vielzählige Gemeinschaften von Mikroorganismen leben tief unter der Erdoberfläche in den Poren und Spalten von Gestein. Das bloße Auge nimmt sie nicht wahr – doch ihr Wirken auf die Qualität unseres Grundwassers ist hoch. Dass das Leben im Untergrund zwei gänzlich unterschiedlichen Strategien folgt, zeigen nun die Ergebnisse des Forschungsteams um Dr. Martin Taubert vom Exzellenzcluster „Balance of the Microverse“ – mit weitreichenden Folgen für Umweltforschung und Praxis.

mehr lesen
Grundgerüst der Energie- und Wasserversorgung steht
Grundgerüst der Energie- und Wasserversorgung steht

Wichtige Einigungen zur notwendigen Kraftwerkstrategie erzielten die Beteiligten am 21. Januar 2026 in Berlin. Dort begrüßte der DVGW Deutscher Verein des Gas- und Wasserfaches e.V. bei einem Pressegespräch zum Jahresauftakt, bei der die Europäische Kommission und die Bundesregierung zugegen waren. Versorgungssicherheit mit bezahlbarer Energie, Wirtschaftlichkeit und Klimaresilienz müssen im Zentrum aller wirtschaftspolitischen Vorhaben der Bundesregierung stehen.

mehr lesen
Aqua-Agenten sind dem Wasser auf der Spur
Aqua-Agenten sind dem Wasser auf der Spur

Der Aqua-Agenten-Koffer ist prall gefüllt mit spannenden Aufträgen, vom Toilettenquiz bis zur Recherche, wie viel Wasser in der eigenen Jeans steckt. Wie sie Schülerinnen und Schülern damit Wissenswertes rund ums Wasser nahebringen, können Lehrkräfte in einer Fortbildung lernen, die der Oldenburgisch-Ostfriesische Wasserverband (OOWV) anbietet. Schon seit neun Jahren arbeitet die Abteilung Umweltbildung des OOWV dazu mit der Initiative Aqua-Agenten zusammen. Mehrere hundert Schulen und außerschulische Lernorte im OOWV-Verbandsgebiet sind mittlerweile mit dem Koffer ausgestattet.

mehr lesen

Firmen zum Thema

Sie möchten den Wassermeister testen

Bestellen Sie Ihr kostenloses Probeheft

Überzeugen Sie sich selbst: Gerne senden wir Ihnen die Wassermeister kostenlos und unverbindlich zur Probe!

Finance Illustration 03