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Die Bedürfnisse aller Wassernutzer erfüllen

Klimawandel und menschliche Aktivitäten verschärfen die Wassersicherheitsprobleme im Mittelmeerraum. Das EU-Projekt OurMED, das kürzlich gestartet wurde, zielt darauf ab, diese Herausforderungen anzugehen.

von | 11.01.24

Das OurMED-Projekt zielt darauf ab, die Wasserressourcen der Region zu optimieren und effektiv zu verwalten.
Miguel Martín (Technische Universität Valencia)
Das OurMED-Projekt zielt darauf ab, die Wasserressourcen der Region zu optimieren und effektiv zu verwalten.

11. Januar 2024 ǀ Klimawandel und menschliche Aktivitäten verschärfen die Wassersicherheitsprobleme im Mittelmeerraum. Das EU-Projekt OurMED, das kürzlich gestartet wurde, zielt darauf ab, diese Herausforderungen anzugehen.

Ein internationales Forschungsteam unter der Leitung des UFZ wird bis Juni 2026 integrierte Wassermanagementkonzepte für acht Standorte im Mittelmeerraum entwickeln, um die Bedürfnisse aller Wassernutzer zu erfüllen.

Zunehmende Herausforderungen im Mittelmeerraum

Der Mittelmeerraum, geprägt durch eine Vielfalt an Kulturen und Klimazonen, steht vor zunehmenden Herausforderungen. Durch schnelles Bevölkerungswachstum, Urbanisierung und intensive Landwirtschaft sind die Wasserressourcen und Ökosystemleistungen bedroht. Als Klimawandel-Hotspot erlebt die Region vermehrt Dürren, niedrige Flusspegel und trockene Böden, was die Wasserbewirtschaftung beeinträchtigt.

Wasserressourcen optimieren und effektiv verwalten

Das OurMED-Projekt, das im Sommer 2023 gestartet wurde, zielt darauf ab, die Wasserressourcen der Region zu optimieren und effektiv zu verwalten. Hierbei werden verschiedene Interessengruppen einbezogen und wissenschaftliche Modelle und Technologien eingesetzt, um eine gerechte Wasserverteilung zu gewährleisten.

“Im OurMED-Projekt wollen wir die Bewirtschaftung von Wasserressourcen so gestalten, dass die verschiedenen Wassernutzer gleichberechtigt berücksichtigt werden. Wir wollen sicherstellen, dass genügend und qualitativ gutes Wasser für Haushalte und Landwirtschaft zur Verfügung steht und gleichzeitig die natürlichen Ökosysteme geschützt werden”, sagt der UFZ-Hydrologe und Projektkoordinator Dr. Seifeddine Jomaa. “Wir werden jedoch nicht nur Bewirtschaftungsinstrumente verbessern, sondern auch dafür sorgen, vorhandene Daten, Dienste und Technologien, aber auch lokales Wissen besser zu vernetzen und damit überregional zugänglich zu machen “, sagt Seifeddine Jomaa.

Demonstrationsstandorte und Zusammenarbeit

Das OurMED-Projekt umfasst acht Demonstrationsstandorte im Mittelmeerraum und darüber hinaus. Dazu gehören verschiedene Flusseinzugsgebiete und Regionen. Die Wasserbehörden des Júcar-Flusses konnten den Rückgang des Grundwasserspiegels stoppen und wertvolles Wissen zur Wasserbewirtschaftung in semiariden Bedingungen aufbauen.

“Die Umkehr des Negativtrends zeigt, dass es möglich ist, für mehr Nachhaltigkeit in der Wasserbewirtschaftung zu sorgen”, sagt Prof. J. Jaime Gómez-Hernández, Projektpartner von der Technischen Universitat València.

Dieses Wissen wird im Rahmen des OurMED-Projekts mit anderen Projektgebieten geteilt.

Darüber hinaus wird das Wissen, das die UFZ-Wissenschaftler im Bode-Einzugsgebiet gesammelt haben, genutzt, um den Zustand des Albufera-Sees zu verbessern. Das Bode-Einzugsgebiet, obwohl außerhalb der Mittelmeerregion gelegen, ist von besonderem Interesse, da es die größte Trinkwassertalsperre Deutschlands und fruchtbare Böden für die Landwirtschaft umfasst. In den letzten Jahren war das Gebiet von anhaltender Trockenheit und starkem Waldverlust betroffen, was die Wassermenge reduzierte und die Wasserqualität verschlechterte.

“Die Erkenntnisse aus diesem Gebiet können als Beispiel für andere Projektstandorte mit diffusen Verschmutzungsproblemen dienen, denen es an innovativer Überwachung und wissenschaftlich fundierten Lösungen mangelt”, sagt Prof. Dr. Michael Rode, am UFZ zuständig für die OurMED-Aktivitäten im Bode-Einzugsgebiet.

Ziel ist aber nicht nur, Lösungsansätze für die jeweiligen Demonstrationsstandorte zu finden, sondern diese auch für den gesamten Mittelmeerraum zu entwickeln. So wolle man gewährleisten, die erarbeiteten Lösungen auch auf größere Landschaften zu übertragen, sagt Projektkoordinator Seifeddine Jomaa.

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