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Umweltsenatorin und Wasserbetriebe rufen zum bewussten Umgang mit Wasser auf

Der heiß-trockene Hochsommer in schon viele Wochen anhaltender Dauerschleife hält ungebrochen an. Die Natur verdorrt, Flüsse versiegen, alles lechzt nach Wasser, das noch vor wenigen Jahren selbstverständlich war. Die Berliner Wasserwirtschaft hat sich mit vorausschauenden Strategien auf den an Tempo gewinnenden Klimawandel eingestellt. Weitere Anstrengungen sind erforderlich. Dazu gehört neben Investitionen aber auch die Mithilfe […]

von | 23.08.22

Der heiß-trockene Hochsommer in schon viele Wochen anhaltender Dauerschleife hält ungebrochen an. Die Natur verdorrt, Flüsse versiegen, alles lechzt nach Wasser, das noch vor wenigen Jahren selbstverständlich war. Die Berliner Wasserwirtschaft hat sich mit vorausschauenden Strategien auf den an Tempo gewinnenden Klimawandel eingestellt. Weitere Anstrengungen sind erforderlich. Dazu gehört neben Investitionen aber auch die Mithilfe aller – durch den bewussten Umgang mit bzw. das Sparen von Wasser.

„Dank unserer seit mehr als 100 Jahren praktizierten Uferfiltration ist die Berliner Trinkwasserversorgung auch in diesem Sommer sicher“, sagt Frank Bruckmann, Finanzvorstand und amtierender Vorstandschef der Berliner Wasserbetriebe. Das Unternehmen habe sich bereits vor mehreren Jahren mit einer vor allem drei Punkte umfassenden Resilienzstrategie auf die Folgen von Klimawandel und Stadtwachstum eingestellt. Dazu gehörten erstens der Ausbau aller Klärwerke mit weiteren Reinigungsstufen vor allem zum Schutz der Grundwasserressourcen. Essenziell sei zudem der Paradigmenwechsel beim Umgang mit dem Regenwasser weg von der Ableitung und hin zur Bewirtschaftung auf jedem Grundstück, um den raren Regen bestmöglich für das Stadtgrün und das Grundwasser zu nutzen. Und schließlich plane man drittens die Reaktivierung stillgelegter Wasserwerke und den Bau neuer Tiefbrunnen, um die Versorgung auf noch breitere Beine zu stellen. „Mit dem normalen Wasserbedarf der Stadt haben wir keine Probleme“, so Bruckmann, „aber uns machen die immer länger werdenden sommerlichen Spitzen-Zeiten Sorgen.“ Dagegen könne man gemeinsam mit den Berliner:innen etwas tun: bewusst mit dem auch bei uns immer knapper werdenden Wasser umgehen.

Wasser sparen bedeutet auch Energie sparen

Umweltsenatorin Bettina Jarasch: „Berlin wird in Zukunft, vor allem durch den Klimawandel, deutlich weniger Wasser zur Verfügung stehen. Zugleich steigt der Verbrauch, weil immer mehr Men-schen in der Metropolregion leben. Das heißt: Wir müssen unsere Ressourcen sichern – genau dafür haben wir in enger Absprache mit den Berliner Wasserbetrieben den Masterplan Wasser entwickelt und auf unterschiedlichsten Ebenen bereits ausdifferenziert.“ So seien Investitionen in Klärwerke, Wasserwerke, Brunnen und das Regenwassermanagement unverzichtbar, doch auch jeder und jede einzelne könne einen Beitrag leisten. In den Haushalten werde das meiste Trinkwasser verbraucht, hier sei ein sparsamer Umgang zur Schonung der Ressourcen sehr wirksam. Und: „Jeder gesparte Kubikmeter Wasser bedeutet auch gesparte Kilowattstunden Strom“, erklärte Jarasch. Schließlich stecke im Berliner Wasserkreislauf von den Tiefbrunnen der Wasserwerke bis zum Klärwerk so viel Energie, wie im Vergleich der Bezirk Lichtenberg pro Jahr benötige. „Wer Wasser und besonders Warmwasser spart, der handelt am effektivsten.“

Alle können etwas tun, der Alltag bietet viele Möglichkeiten

Es gebe viele Möglichkeiten für den sorgsamen Umgang mit dem im Sommer raren Wasser, sind sich Senatorin und Wasserbetriebe einig. Das reiche beispielsweise vom effizienten Bewässern, also nicht während der heißen Sonnenstunden, über das Abdecken von Pools, das Verwenden von nicht mit Seife versetztem Spülwasser für Obst und Gemüse zum Gießen bis hin zur Frage, ob statt eines Wannenbades (kürzer) geduscht werde oder gar – Hollywood-Stars lassen grüßen – der gute alte Waschlappen wieder genutzt wird. „Wir alle sollten behutsam und bedacht mit dem Wasser umgehen“, betonten Jarasch und Bruckmann, „um insbesondere den hochsommerlichen Spitzen den Peak zu nehmen und damit Wasserressourcen, Werke und Netze zu schonen.“

Hintergrund Uferfiltration

Uferfiltration ist die Förderung von Grundwasser, das durch den Sog von Tiefbrunnenpumpen aus den Flüssen – hier Spree und Havel – in einem monatelangen Prozess versickert und dabei durch die Passage der Bodenschichten natürlich gereinigt worden ist. Uferfiltrat bildet mit rund 70 % die Basis der Berliner Wasserversorgung.

(Quelle: Berliner Wasserbetriebe)

 

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Frank Bruckmann und Bettina Jarasch. Foto: Berliner Wasserbetriebe

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