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OOWV lässt Felder kartieren: Quad sammelt Daten aus dem Untergrund

Mit dem Quad über Äcker und Wiesen jagen. Der eine oder andere hat schon davon geträumt. Bei dieser Fahrt über Felder rund um das Osteregelser Moor in Aurich stand allerdings nicht der Fahrspaß im Fokus, sondern das Sammeln von Daten aus dem Untergrund. Mitarbeiter der Universität Aarhus in Dänemark fuhren mit einem Quad, das eine […]

von | 12.11.21

Dies ist ein Teil des Schlittens, der die Signale in den Boden sendet. Bild: Melena Hillje / OOWV

Mit dem Quad über Äcker und Wiesen jagen. Der eine oder andere hat schon davon geträumt. Bei dieser Fahrt über Felder rund um das Osteregelser Moor in Aurich stand allerdings nicht der Fahrspaß im Fokus, sondern das Sammeln von Daten aus dem Untergrund. Mitarbeiter der Universität Aarhus in Dänemark fuhren mit einem Quad, das eine Art Schlitten zieht, über das Land. Der Grund: Das Gefährt kartiert den Untergrund. Die gesammelten Daten kommen nicht nur den Geophysikern der Universität zugute, sondern auch dem Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverband (OOWV).

„Das Verfahren nennt sich die tTEM-Methode. Damit können relativ schnell große Flächen geophysikaisch kartiert werden. Der Schlitten sendet ein elektromagnetisches Signal in den Boden und misst dann die aus dem Untergrund zurückkehrenden Daten. So können die Forscher bis zu 50 m tief die einzelnen Bodenschichten sowie die Lage von Wasservorkommen bestimmen“, erklärt Silke Mollenhauer, OOWV-Referentin Internationale Zusammenarbeit und Wasserinnovationsnetzwerke, den Vorgang. Die tTEM-Methode ist ein Ergebnis des Projektes TOPSOIL, das durch die Europäische Union im Rahmen des Interreg-Nordsee-Programmes gefördert wird.

„Das Projekt TOPSOIL erforscht Nutzungsmöglichkeiten der oberen Bodenschichten, um aktuelle und künftige Wasserprobleme lösen zu können. Der OOWV verfolgt in diesem Projekt das Ziel, den vorsorgenden Trinkwasserschutz für seine Wassergewinnungsgebiete zu stärken. Gemeinsam mit Landwirten im Landkreis Oldenburg, der Landwirtschaftskammer und der LUFA-Nordwest haben wir auf die jeweiligen unterschiedlichen Böden der Landwirte angepasste Bewirtschaftungsmethoden erprobt, um Nitrateinträge ins Grundwasser zu verringern“, erläutert Dr. Christina Aue, OOWV-Projektleitung TOPSOIL, den Fokus des Wasserversorgers. „Wir wollen zukünftig unsere kleinräumig erhobenen Ergebnisse auch auf unsere Wassergewinnungsgebiete übertragen. Da kommt es uns entgegen, wenn wir von unseren Projektpartnern Informationen zum Untergrund aus einem anderen Teil unseres Versorgungsgebietes bekommen.“

Mit 10 bis 20 km/h fährt das Quad über den Boden und sammelt die Daten, mithilfe derer sich der Aufbau der oberen Bodenschichten rekonstruieren lässt. „Der OOWV erstellt seit fast zwei Jahrzehnten geologische 3D-Modelle des Untergrundes in unseren Wassergewinnungsgebieten. Im Wesentlichen setzen wir dafür auf Bohrungen, um uns die Strukturen dreidimensional zu erschließen, durch die sich unser Grundwasser bewegt. Ergänzend dazu ist die tTEM-Methode nun eine tolle
Gelegenheit, auch detaillierte flächenhafte Informationen über den Aufbau unter unseren Füßen zu bekommen – und das alles fast völlig zerstörungsfrei“, zeigt Michael Howahr, Diplom-Geologe beim OOWV, die Vorteile dieser Vorgehensweise auf.

Rune Ellerup Kraghede ist als Geophysiker der Universität Aarhus vor Ort: „Es ist einfach toll, wenn man sich gegenseitig auf diese Weise mit Projektpartnern austauschen und unterstützen kann. Wir haben hier die Gelegenheit, unsere tTEM-Methode zu erproben und die Daten auch für uns zu nutzen.“ Die Förderung des Projektes TOPSOIL läuft noch bis zum März 2022.

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Paul McLachlan (l.) und Rune Ellerup Kraghede von der Universität Aarhus aus Dänemark steht der Spaß an ihrer Arbeit ins Gesicht geschrieben. Bild: Melena Hillje/OOWV

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