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OOWV erkundet Grundwasserleiter und Bodenschichten aus der Luft

Bahn für Bahn fliegt der Hubschrauber über das Land und schleppt dabei eine große, sechseckig geformte Antenne in etwa 30 m Höhe über Weiden und Äcker. Dieses Schauspiel wird, wenn alles planmäßig läuft, ab dem 25. September 2025 über dem nördlichen Landkreis Oldenburg zu sehen sein.

von | 24.09.25

Unterstützung aus der Luft für die Grundwassererkundung. Ein Hubschrauber wird eine große, sechseckig geformte Antenne über den nördlichen Landkreis Oldenburg schleppen. Die sogenannten SkyTEM-Befliegungen dauern drei Tage.
Foto: OOWV

Im Rahmen seines Projekts zur Grundwassererkundung plant der Oldenburgisch-Ostfriesische Wasserverband (OOWV) in der Gemeinde Hude, aber auch im Westen der Gemeinde Ganderkesee, im Osten der Gemeinde Hatten sowie im äußersten Norden der Gemeinde Dötlingen hubschraubergestützte geophysikalische Messungen. Die sogenannten SkyTEM-Befliegungen sollen helfen, Lücken in den bislang ausgearbeiteten Untergrundmodellen zu schließen.

Grundwassererkundung mittels Befliegung

Voraussichtlich drei Tage lang wird sich der Hubschrauber über das Gelände bewegen, auf Fluglinien, die in Nord-Süd-Richtung ausgerichtet sind und durchschnittlich 400 m Abstand voneinander haben. Siedlungsgebiete und Wälder werden dabei möglichst ausgespart oder in größerer Höhe überquert. Neben dem für die Grundwassererkundung ermittelten Zielgebiet im Südwesten der Gemeinde Hude werden auch Teile von drei Nachbarkommunen überflogen – denn Grundwasser macht nicht an Gemeindegrenzen Halt. Nach den ersten Erkundungsbohrungen im September 2023 und den seismischen und geoelektrischen Messungen für das Forschungsprojekt OGER im Februar 2024 ist dies nun der nächste Schritt.

„Wir möchten mithilfe der SkyTEM-Befliegungen zusätzliche Erkenntnisse über den Aufbau der Grundwasserleiter und über die Bodenstruktur erhalten“, erklärt OOWV-Projektleiterin Alina Harms.

Damit sollen das geologische Modell des Untergrunds und das darauf basierende Grundwasserströmungsmodell optimiert werden, ohne dass zum jetzigen Zeitpunkt weitere Bohrungen nötig sind. Letztlich geht es darum herauszufinden, wo sich zusätzliches Grundwasser mit möglichst minimalen Auswirkungen auf die Umwelt fördern lässt.

„Der Wasserbedarf im OOWV-Verbandsgebiet ist über die vergangenen 15 Jahre deutlich gestiegen und wir erwarten eine weitere Zunahme, zugleich sind aber die Wasserrechte des OOWV bereits heute in hohem Maße ausgeschöpft“, beschreibt Hubertus Weißer, OOWV-Regionalleiter für die Landkreise Oldenburg und Diepholz, den Handlungsbedarf.

Der Südwesten der Gemeinde Hude gehört zu fünf im gesamten OOWV-Gebiet ermittelten Zielgebieten mit guten Bedingungen, die näher untersucht werden sollen. Neben Hude ist die Erkundung vor allem im südlichen Landkreis Cloppenburg fortgeschritten. Sobald die SkyTEM-Daten in die Untergrund- und Grundwassermodelle eingepflegt worden sind, wird der nächste Schritt sein, mögliche Brunnenstandorte für Pumpversuche zu ermitteln. Erst wenn diese erfolgreich verlaufen, wird entschieden, wo Wasserrechte für eine Grundwasserförderung beantragt werden.

Die SkyTEM-Befliegungen sind eine anerkannte Untersuchungsmethode, die zum Beispiel auch das niedersächsische Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) schon seit Jahren nutzt, unter anderem um Erkenntnisse über Grundwasserversalzung zu erlangen. Es handelt sich um ein elektromagnetisches Messverfahren, das Rückschlüsse auf Leitfähigkeit und Widerstände im Untergrund erlaubt.

„Anhand der gemessenen Widerstände erfahren wir mehr über die geologischen und hydrogeologischen Verhältnisse“, erläutert OOWV-Projektingenieurin Alina Harms, „hohe Widerstände deuten zum Beispiel auf Sand oder Kies, niedrige auf Ton oder Salzwasser hin“.

(Quelle: OOWV)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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