Wiederkehrende Hitze- und Trockenperioden, Nutzungskonflikte und die Folgen des Klimawandels erhöhen den Handlungsdruck beim Umgang mit der Ressource Wasser. Sauberes Wasser, lebendige Flüsse und widerstandsfähige Kommunen schaffen wichtige Voraussetzungen für Lebensqualität und eine nachhaltige regionale Entwicklung.
Microsoft Deutschland und der Naturschutzbund Deutschland (NABU) wollen ihre Zusammenarbeit deshalb in den kommenden drei Jahren ausbauen. Die Kooperation konzentriert sich auf die Revitalisierung des Rheins und seiner Auen, naturbasierte Lösungen im Rheinischen Revier sowie Bildungs- und Engagement-Angebote im Umfeld der geplanten Microsoft-Rechenzentrumsstandorte.
Microsoft unterstützt die Zusammenarbeit finanziell. Das Unternehmen bringt zudem technologische Expertise, freiwilliges Engagement seiner Mitarbeitenden und Erfahrungen bei der Wirkungsmessung ein. Der NABU übernimmt die naturschutzfachliche Entwicklung und Umsetzung der Projekte und bindet regionale sowie lokale Partner ein.
Für Bildungs- und Engagement-Angebote arbeitet der NABU mit der gemeinnützigen Wasserorganisation Viva con Agua zusammen. Sie entwickelt bereits seit 2025 als Partnerorganisation des NABU ein Wasser- und Umweltbildungsprogramm für das Rheinische Revier.
Klimaresiliente Kommunen im Rheinischen Revier
Das Rheinische Revier muss im Zuge des Strukturwandels wirtschaftliche Entwicklung und den Schutz natürlicher Ressourcen miteinander verbinden. In den Kommunen der geplanten Rechenzentrumsstandorte ist deshalb eine gemeinsame Initiative vorgesehen.
Lokale Hitzeanalysen sollen dabei helfen, besonders wichtige Anpassungsmaßnahmen zu identifizieren. Microsoft und NABU wollen die Kommunen anschließend bei der Umsetzung und Qualitätssicherung begleiten.
Beide Partner planen außerdem, die Projektfortschritte und Wirkungskennzahlen regelmäßig auszuwerten. Die Auswertungen sollen mindestens halbjährlich erfolgen. Gemeinsam mit Viva con Agua und lokalen Partnern sollen zudem Möglichkeiten für ehrenamtliches Engagement entstehen – sowohl für Menschen aus der Region als auch für Microsoft-Mitarbeitende.
Revitalisierung von Rhein und Auen
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Aufbau einer nationalen Partnerschaft zur Revitalisierung des Rheins. Vorgesehen ist ein Projekt am Niederrhein im Rahmen des Bundesprogramms „Blaues Band Deutschland“.
Das Projekt soll den Rhein, seine Nebenflüsse und Auen als Lebensräume stärken. Zugleich soll Wasser länger in der Landschaft gehalten und die natürliche Anpassungsfähigkeit an die Folgen des Klimawandels verbessert werden.
Lukas Stemper, Geschäftsführer NABU NRW, erklärt:
„Am Niederrhein und im Rheinischen Revier wird sichtbar, wie eng Wasser, Biodiversität und Lebensqualität zusammenhängen. Entscheidend ist, Kommunen, Landwirtschaft, Naturschutz und Menschen vor Ort früh einzubinden und gemeinsam Maßnahmen zu entwickeln, die langfristig wirken.“
Im Rheinischen Revier sollen naturbasierte Lösungen Kommunen und Landschaften widerstandsfähiger gegenüber Klimafolgen machen. Geplante Maßnahmen betreffen die Bereiche Naturschutz, Landwirtschaft und Forstwirtschaft.
Wasserbildung für junge Menschen
Viva con Agua entwickelt bereits seit 2025 gemeinsam mit dem NABU und Microsoft ein Wasser- und Umweltbildungsprogramm. Dazu entstehen Bildungsmaterialien für verschiedene Altersstufen.
Das Programm soll Schulen im Rheinischen Revier bei der Informations- und Sensibilisierungsarbeit zum globalen Thema Wasser unterstützen. Kunst, Musik und Sport dienen dabei als universelle Sprachen und eröffnen einen kreativen Zugang zum Thema. Dieser Ansatz soll langfristige Lernerfolge fördern.
Im vergangenen Jahr nahmen deutschlandweit 6.800 Schülerinnen und Schüler an Formaten mit Viva con Agua teil.
Microsoft plant Ausgleichsmaßnahmen
Agnes Heftberger, Vorsitzende der Geschäftsführung von Microsoft Deutschland und Österreich, sagt:
„Technologischer Fortschritt und Nachhaltigkeit müssen Hand in Hand gehen. Deshalb wollen wir bis 2030 CO₂-negativ, wasserpositiv und abfallfrei sein und zugleich natürliche Ökosysteme schützen. Gemeinsam mit dem NABU zeigen wir, wie digitale Infrastruktur und Naturschutz Hand in Hand gehen können. Mit dem Ziel einer positiven Wasserbilanz bis 2030 machen wir diesen Anspruch messbar. So planen wir im Umfeld der geplanten neuen Rechenzentren im Rheinischen Revier vielfältige Ausgleichsmaßnahmen. In Bedburg umfasst das Konzept beispielsweise die Schaffung heimischer Lebensräume, Feuchtgebiete und Regenwasserrückhaltesysteme sowie ökologische Verbindungskorridore.“
NABU sieht hohen Handlungsbedarf
Ingo Ammermann, Bundesgeschäftsführer des NABU, ordnet die Kooperation so ein:
„Hitze, Dürre und steigende Wasserverbräuche erhöhen den Druck auf den Landschaftswasserhaushalt. Der Handlungsbedarf das Wasserrückhaltepotenzial in der Landschaft wiederherzustellen, ist enorm. Daher begrüßt der NABU ausdrücklich das selbstgesetzte Ziel von Microsoft, bis 2030 wasserpositiv zu werden. Durch die Unterstützung naturbasierter Wasserrückhaltprojekte des NABU leistet Microsoft einen wichtigen Beitrag zur Sicherung intakter Wasser-Ökosysteme als Grundlage für Mensch und Natur.“
Über die Zusammenarbeit
Die Absichtserklärung wurde im Mai 2026 vereinbart und ist zunächst auf drei Jahre angelegt. Unterzeichnet haben Agnes Heftberger, Vorsitzende der Geschäftsführung von Microsoft Deutschland und Österreich, und Ingo Ammermann, Bundesgeschäftsführer des NABU. Viva con Agua ist als Partnerorganisation von NABU und Microsoft bereits seit Juli 2025 mit der Umsetzung von Bildungs- und Sensibilisierungsmaßnahmen in der Region unterwegs.
Quelle: NABU







