Generic filters
FS Logoi

Klimawandel und Wasserversorgung: Rheinland-Pfalz stärkt Resilienz

Der Klimawandel stellt Rheinland-Pfalz vor wachsende Herausforderungen, insbesondere in der Wasserversorgung. Mit neuen Projekten wie einer hybriden Netzersatzanlage und nachhaltiger Energiegewinnung setzt die Wasserversorgung Rheinhessen-Pfalz (WVR) Maßstäbe für eine klimaresiliente Infrastruktur. Förderprogramme unterstützen den Ausbau, um auch in Zukunft sauberes Trinkwasser zu sichern.

von | 02.12.24

Die WVR ist der zweitgrößte Wasserversorger in Rheinland-Pfalz und setzt sich mit besonderer Weitsicht für eine resilientere Wasserversorgung im Land ein.
Quelle:Pixabay/iPicture

„Mit einem Anstieg der langjährigen Jahresmitteltemperatur um 1,7 Grad seit dem vorindustriellen Zeitalter macht sich der Klimawandel in Rheinland-Pfalz bereits deutlich bemerkbar. Extremwetterereignisse wie Dürreperioden, Hitzewellen, Starkregen und Hochwasserereignisse nehmen zu und stellen neben gravierenden Auswirkungen auf die Menschen und Ökosysteme auch eine große Herausforderung für unsere Daseinsvorsorge dar. Rheinland-Pfalz ist ein wasserreiches Land, doch auch hier wird Wasser – und damit auch Trinkwasser – immer kostbarer. Eine klimaresiliente und zukunftsgerichtete Wasserversorgung hilft uns, unser Lebensmittel Nummer 1 zu schützen“, sagte Klimaschutzstaatssekretär Dr. Erwin Manz anlässlich der Übergabe von zwei Förderbescheiden an die Wasserversorgung Rheinhessen-Pfalz (WVR) in Guntersblum.

Maßnahmen für eine resiliente Wasserversorgung in Rheinland-Pfalz

02 Dabei verfolgt die WVR einen ganzheitlichen Ansatz, der ein systematisches Risikomanagement umfasst, aus dem die Handlungserfordernisse abgeleitet werden, sowie Maßnahmen zur Stärkung der Versorgungssicherheit im Regelbetrieb und in Krisenzeiten.

Am Standort Guntersblum fördert die WVR jährlich rund elf Millionen der insgesamt 14 Millionen Kubikmeter Wasser, mit denen sie etwa sechs Prozent der Rheinland-Pfälzerinnen und Rheinland-Pfälzer mit sauberem Trinkwasser versorgt. Angesichts der großen Bedeutung des Standorts hat die WVR dort eine innovative hybride Netzersatzanlage errichtet, die in ihrer Größe bundesweit einzigartig ist. Mit einem Batteriespeicher kann der Strombedarf für vier Tage gedeckt und der Betrieb weit über die geforderten 72 Stunden hinaus aufrechterhalten werden. Zudem wurde eine Freiflächen-Photovoltaik-Anlage installiert, die 50 Prozent des Energiebedarfs über erneuerbare Energien deckt – ein weiterer Schritt hin zu einer nachhaltigen und zukunftsfähigen Wasserversorgung.

„Da der Klimawandel die Wasserwirtschaft bereits seit einigen Jahren vor Herausforderungen stellt und die Auswirkungen in Zukunft noch stärker werden, handelt die WVR vorausschauend, um auch in den kommenden Jahrzehnten eine stabile Wasserversorgung gewährleisten zu können“, betonte Ronald Roepke, Geschäftsführer der WVR.

Sonderförderprogramm stärkt resiliente Wasserversorgung in Rheinland-Pfalz

„Dank der Unterstützung der WVR konnten wir mit mehr als 80 Prozent der rheinland-pfälzischen Wasserversorger den Pakt für eine resiliente Wasserversorgung umsetzen. Mit diesem Pakt und unserem 30 Millionen Euro schweren Sonderförderprogramm aus dem Wassercent wollen wir sicherstellen, dass auch in Notfallsituationen weiterhin sauberes und hochwertiges Trinkwasser aus der Leitung kommt“, so Staatssekretär Erwin Manz.

Im Rahmen dieses Sonderförderprogramms überreichte Erwin Manz einen Bescheid über 800.000 Euro, der für Anpassungen an Förder- und Aufbereitungsanlagen, der Trinkwassergewinnung sowie der Verteilungsanlagen im Versorgungsgebiet eingesetzt wird.

Das Gesamtmaßnahmenpaket umfasst Investitionen in Höhe von mehr als sieben Millionen Euro. Für eine verbesserte Versorgungssicherheit soll der Brunnen 10 überbohrt und leistungsstärker ausgebaut werden. Ein weiterer Förderbescheid über 337.000 Euro unterstützt Investitionen in Notstromnetzersatzanlagen an ausgewählten Pumpwerken der Region, unter anderem am Hochbehälter Harxheim sowie den Pumpwerken in Schornsheim, Gau-Odernheim und Kirchheimbolanden.

„Wasserversorgung ist nicht nur Daseinsvorsorge für unsere Bürgerinnen und Bürger, sondern auch entscheidend für die wirtschaftliche Entwicklung. Ein gutes Beispiel dafür ist die geplante Ansiedlung der Firma Eli Lilly in Alzey“, sagte Erwin Manz abschließend.

 

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Jetzt Newsletter abonnieren

Immer auf dem aktuellen Stand, automatisch in Ihrem Postfach.

Hier anmelden

Neue Edelstahlbehälter sichern Trinkwasserversorgung
Neue Edelstahlbehälter sichern Trinkwasserversorgung

Mit zwei neuen Edelstahlbehältern und insgesamt 3.000 Kubikmetern Speichervolumen hat die Stadt Melk ihre Trinkwasserversorgung ausgebaut. Bereits im trockenen Sommer 2026 zeigte sich, wie wichtig die zusätzlichen Reserven bei hohem Wasserverbrauch und Löschwassereinsätzen sind.

mehr lesen
DVGW fordert wirksameren Gewässerschutz im Düngegesetz
DVGW fordert wirksameren Gewässerschutz im Düngegesetz

Anlässlich der geplanten Anhörung zur Änderung des Düngegesetzes fordert der DVGW verbindliche Instrumente zur Reduzierung von Nitrateinträgen in Gewässer. Im Mittelpunkt stehen ein bundesweites Wirkungsmonitoring, verpflichtende betriebliche Nährstoffbilanzen und regional angepasste Maßnahmen.

mehr lesen
OOWV und Südafrika tauschen Praxiswissen zum Kläranlagenbetrieb aus
OOWV und Südafrika tauschen Praxiswissen zum Kläranlagenbetrieb aus

Was funktioniert im Kläranlagenbetrieb – und was muss an die Bedingungen vor Ort angepasst werden? Genau darum geht es bei einer Betreiberpartnerschaft von OOWV, Wupperverband und der südafrikanischen Buffalo City Metropolitan Municipality. Kurz vor Projektende besuchte eine Delegation mehrere Anlagen in Nordwestdeutschland.

mehr lesen
Gewässer-Monitoring im Saarland gestartet
Gewässer-Monitoring im Saarland gestartet

Ein neues Verbundprojekt der Universität des Saarlandes untersucht die Belastung von Bächen und Flüssen. Mit Echtzeitmessungen und erweiterten Analysen sollen Belastungen frühzeitig erkannt und wirksame Maßnahmen zum Gewässerschutz entwickelt werden.

mehr lesen
Mikrogele machen dünne Wasserstrahlen stabiler
Mikrogele machen dünne Wasserstrahlen stabiler

Winzige Polymerpartikel können extrem dünne Wasserstrahlen deutlich länger stabil halten. Forschende der TU Darmstadt zeigen nun, welche Rolle dabei die Verformbarkeit der sogenannten Mikrogele spielt – mit möglichem Potenzial für nadelfreie Medikamentengabe und Tintenstrahldruck.

mehr lesen

Firmen zum Thema

Sie möchten den Wassermeister testen

Bestellen Sie Ihr kostenloses Probeheft

Überzeugen Sie sich selbst: Gerne senden wir Ihnen die Wassermeister kostenlos und unverbindlich zur Probe!

Finance Illustration 03