Die historische Hitzewelle mit ihrem Höhepunkt am vergangenen Wochenende hat bei Hessenwasser zu einer außergewöhnlich hohen Trinkwasserabgabe geführt. Sechs Tage in Folge wurden jeweils mehr als 400.000 Kubikmeter abgegeben. An vier Tagen lag die Abgabemenge zudem über dem bisherigen Höchstwert aus dem Jahr 2019 von 426.312 Kubikmetern. Ein neuer Rekord wurde am Donnerstag, 25. Juni 2026, mit 440.796 Kubikmetern erreicht.
„Während der bisherige Spitzenwert 2019 vor allem durch eine besonders hohe Abnahme unserer damals bestehenden Kunden geprägt war, beliefern und unterstützen wir heute als Wasservorversorger zusätzlich weitere Kunden und kommunale Weiterverteiler in der Region – in diesen Tagen insbesondere, um deren Spitzenbedarf abzudecken. Das bestätigt die Bedeutung regionaler Zusammenarbeit in der Wasserversorgung”, sagt Hessenwasser-Geschäftsführerin Elisabeth Jreisat.
Infrastruktur stößt bei Spitzenlasten an Grenzen
Die anhaltend hohen Temperaturen und die damit verbundenen Spitzenlasten stellten die wasserwirtschaftliche Infrastruktur in der Rhein-Main-Region wie erwartet auf die Probe. Besonders betroffen waren elektrische und technische Anlagen, die sich aufgrund der tropischen Nächte kaum abkühlen konnten. Technische Störungen können unter solchen Bedingungen größere Auswirkungen auf die Trinkwasserversorgung haben.
Jreisat sagt: „Die Infrastruktur wird durch solche außergewöhnlichen und lang andauernden Spitzenbedarfe extrem belastet. So viele aufeinanderfolgende heiße Tage und tropische Nächte im Juni vor den hessischen Sommerferien – das war ein regelrechter Stresstest.“
Ausbau der Wasserversorgung erforderlich
„Die Hitzewelle macht deutlich, dass Versorgungssicherheit für Spitzenlastphasen wie dieser umfassend und langfristig neu gedacht werden muss“, so Jreisat.
Entscheidend sei, die Wasserinfrastruktur in der Region gezielt widerstandsfähiger zu machen. Dazu gehörten zusätzliche Speicher- und Pufferkapazitäten, ein leistungsfähiges und möglichst redundantes Leitungsnetz, weitere Einspeisemöglichkeiten sowie die Absicherung kritischer technischer Anlagen gegen lang anhaltende Hitze- und Spitzenlastphasen.
„Diese Aufgabe kann nur gemeinsam in der Region gelingen – mit den Kommunen, dem Land Hessen und den beteiligten Wasserversorgern“, so Jreisat.
Hessenwasser setze sich deshalb für die Umsetzung der Maßnahmen ein, die in der Situationsanalyse der Arbeitsgemeinschaft Wasserversorgung Rhein-Main beschrieben sind.
Die Grundwasserstände bewegen sich weiterhin auf einem für die Jahreszeit typischen mittleren Niveau. Die Niederschläge des hydrologischen Winterhalbjahres sowie die Infiltration von aufbereitetem Oberflächenwasser im Zustrom der Gewinnungsanlagen tragen nach Angaben des Unternehmens zur Stabilisierung der Grundwasserstände bei. Hessenwasser betont zudem, dass ein sorgsamer und bewusster Umgang mit Trinkwasser weiterhin wichtig sei.
Quelle: Hessenwasser GmbH & Co.KG











