Generic filters
FS Logoi

Hitzewelle bringt Wasserversorgung an Belastungsgrenze

Die Hitzewelle Ende Juni hat bei Hessenwasser zu einer historischen Trinkwassernachfrage geführt. An mehreren Tagen wurden bisherige Spitzenwerte deutlich überschritten und die technische Infrastruktur an ihre Belastungsgrenzen gebracht. Das Unternehmen sieht darin ein deutliches Signal, die Wasserversorgung gezielt für lang anhaltende Hitze- und Spitzenlastphasen auszubauen.

von | 06.07.26

Die anhaltend hohen Temperaturen und die damit verbundenen Spitzenlasten stellten die wasserwirtschaftliche Infrastruktur in der Rhein-Main-Region wie erwartet auf die Probe.
Quelle: Adobestock/ 1170893612

Die historische Hitzewelle mit ihrem Höhepunkt am vergangenen Wochenende hat bei Hessenwasser zu einer außergewöhnlich hohen Trinkwasserabgabe geführt. Sechs Tage in Folge wurden jeweils mehr als 400.000 Kubikmeter abgegeben. An vier Tagen lag die Abgabemenge zudem über dem bisherigen Höchstwert aus dem Jahr 2019 von 426.312 Kubikmetern. Ein neuer Rekord wurde am Donnerstag, 25. Juni 2026, mit 440.796 Kubikmetern erreicht.

„Während der bisherige Spitzenwert 2019 vor allem durch eine besonders hohe Abnahme unserer damals bestehenden Kunden geprägt war, beliefern und unterstützen wir heute als Wasservorversorger zusätzlich weitere Kunden und kommunale Weiterverteiler in der Region – in diesen Tagen insbesondere, um deren Spitzenbedarf abzudecken. Das bestätigt die Bedeutung regionaler Zusammenarbeit in der Wasserversorgung”, sagt Hessenwasser-Geschäftsführerin Elisabeth Jreisat.

Infrastruktur stößt bei Spitzenlasten an Grenzen

Die anhaltend hohen Temperaturen und die damit verbundenen Spitzenlasten stellten die wasserwirtschaftliche Infrastruktur in der Rhein-Main-Region wie erwartet auf die Probe. Besonders betroffen waren elektrische und technische Anlagen, die sich aufgrund der tropischen Nächte kaum abkühlen konnten. Technische Störungen können unter solchen Bedingungen größere Auswirkungen auf die Trinkwasserversorgung haben.

Jreisat sagt: „Die Infrastruktur wird durch solche außergewöhnlichen und lang andauernden Spitzenbedarfe extrem belastet. So viele aufeinanderfolgende heiße Tage und tropische Nächte im Juni vor den hessischen Sommerferien – das war ein regelrechter Stresstest.“

Ausbau der Wasserversorgung erforderlich

„Die Hitzewelle macht deutlich, dass Versorgungssicherheit für Spitzenlastphasen wie dieser umfassend und langfristig neu gedacht werden muss“, so Jreisat.

Entscheidend sei, die Wasserinfrastruktur in der Region gezielt widerstandsfähiger zu machen. Dazu gehörten zusätzliche Speicher- und Pufferkapazitäten, ein leistungsfähiges und möglichst redundantes Leitungsnetz, weitere Einspeisemöglichkeiten sowie die Absicherung kritischer technischer Anlagen gegen lang anhaltende Hitze- und Spitzenlastphasen.

„Diese Aufgabe kann nur gemeinsam in der Region gelingen – mit den Kommunen, dem Land Hessen und den beteiligten Wasserversorgern“, so Jreisat.

Hessenwasser setze sich deshalb für die Umsetzung der Maßnahmen ein, die in der Situationsanalyse der Arbeitsgemeinschaft Wasserversorgung Rhein-Main beschrieben sind.

Die Grundwasserstände bewegen sich weiterhin auf einem für die Jahreszeit typischen mittleren Niveau. Die Niederschläge des hydrologischen Winterhalbjahres sowie die Infiltration von aufbereitetem Oberflächenwasser im Zustrom der Gewinnungsanlagen tragen nach Angaben des Unternehmens zur Stabilisierung der Grundwasserstände bei. Hessenwasser betont zudem, dass ein sorgsamer und bewusster Umgang mit Trinkwasser weiterhin wichtig sei.


Quelle: Hessenwasser GmbH & Co.KG

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Jetzt Newsletter abonnieren

Immer auf dem aktuellen Stand, automatisch in Ihrem Postfach.

Hier anmelden

Bund und Länder investieren in Forschungsinfrastrukturen
Bund und Länder investieren in Forschungsinfrastrukturen

Die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz (GWK) hat mehrere Maßnahmen zur Stärkung zentraler Forschungsinfrastrukturen in Deutschland beschlossen. Dazu gehören die langfristige Förderung der Nationalen Forschungsdateninfrastruktur (NFDI), zusätzliche Investitionen in das Hochleistungsrechnen mit Künstlicher Intelligenz an Hochschulen sowie die Unterstützung des Akademienzentrums für Digitale Lexikographie des Deutschen. Ziel ist es, Forschungsdaten besser nutzbar zu machen und die Leistungsfähigkeit des Wissenschaftssystems weiter auszubauen.

mehr lesen
Juni-Hitzewelle 2026: Warum anhaltende Hitze zum Systemrisiko wird
Juni-Hitzewelle 2026: Warum anhaltende Hitze zum Systemrisiko wird

Rekordtemperaturen, steigende Wassertemperaturen und belastete Infrastrukturen: Ein interdisziplinäres Forschungsteam des Center for Disaster Management and Risk Reduction Technology (CEDIM) am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) hat untersucht, wie die Hitzewelle im Juni 2026 mehrere Versorgungssysteme gleichzeitig unter Druck gesetzt hat – mit weitreichenden Folgen für Umwelt, Gesundheit und Wasserhaushalt.

mehr lesen
Neue Auszeichnung für Wasserbau und Hochwasserschutz
Neue Auszeichnung für Wasserbau und Hochwasserschutz

Der Bund der Ingenieure für Wasserwirtschaft, Abfallwirtschaft und Kulturbau (BWK) führt einen Deutschen Wasserbaupreis ein. Ausgezeichnet werden künftig herausragende Ingenieurleistungen, die Nachhaltigkeit, Funktionalität und technischen Fortschritt im Wasserbau und in der Wasserwirtschaft verbinden. Der Preis wird alle zwei Jahre im Rahmen des BWK-Bundeskongresses vergeben.

mehr lesen
Greifswald baut Moorforschung aus
Greifswald baut Moorforschung aus

Die Universität Greifswald erhält vom Bundesumweltministerium rund 14 Millionen Euro für den Ausbau ihrer Moorforschung. Mit der Förderung soll das Greifswald Moor Institut aufgebaut sowie die Forschung zu Biodiversität, Wasserhaushalt und nachhaltiger Moornutzung gestärkt werden. Ziel ist es, wissenschaftliche Erkenntnisse für den Klima-, Wasser- und Naturschutz schneller in die Praxis zu überführen.

mehr lesen

Firmen zum Thema

Sie möchten den Wassermeister testen

Bestellen Sie Ihr kostenloses Probeheft

Überzeugen Sie sich selbst: Gerne senden wir Ihnen die Wassermeister kostenlos und unverbindlich zur Probe!

Finance Illustration 03