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Gegen Gase im Wasser: neue Anlagentechnik im OOWV-Wasserwerk Marienhafe

Unscheinbar sehen sie aus, die zwei blauen Container auf dem Gelände des Wasserwerks des Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverbands (OOWV) in Siegelsum. Doch in ihrem Inneren verbirgt sich eine Menge Technologie und viel Technik. Der OOWV erprobt hier die sogenannte Vakuummembranentgasung, die im einige Meter entfernten in die Höhe wachsenden Wasserwerksneubau eingesetzt und das Kohlenstoffdioxid (CO2) und Methan […]

von | 09.06.22

In diesen beiden Containern wird die neue Anlagentechnik erprobt. Alle Bilder: Matthias Wittschieben/OOWV

Unscheinbar sehen sie aus, die zwei blauen Container auf dem Gelände des Wasserwerks des Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverbands (OOWV) in Siegelsum. Doch in ihrem Inneren verbirgt sich eine Menge Technologie und viel Technik. Der OOWV erprobt hier die sogenannte Vakuummembranentgasung, die im einige Meter entfernten in die Höhe wachsenden Wasserwerksneubau eingesetzt und das Kohlenstoffdioxid (CO2) und Methan (CH4) aus dem geförderten Wasser entfernen soll.

„Das System ist einmalig in Deutschland“, erklärt Rudolf Bogena, OOWV-Anlagenkoordinator im Wasserwerk Marienhafe, als er die Container öffnet und den Blick auf unzählige Systeme in glänzendem Edelstahl freigibt. Anlagenleiter Horst Krebs berichtet: „Der Testbetrieb ist nun gestartet. Ab 2024 soll das System in großem Stil im neuen Wasserwerk in Betrieb gehen.“

Im Neubau des OOWV-Wasserwerks in Siegelsum wird die neue Vakuummembranentgasung zum Einsatz kommen

Mindestes ein Jahr lang erprobt der OOWV nun das neue System. Bisher wurden Kohlenstoffdioxid und Methan aus dem von den Brunnen kommenden Rohwasser durch Verdüsung reduziert. Dabei wird, vereinfacht gesprochen, das Wasser senkrecht in die Luft gesprüht. Der dabei natürlich stattfindende Gasaustausch sorgt dafür, dass die Menge der beiden unerwünschten Gase abnimmt. Das neue System wird effektiver sein: Bis auf 0,1 Milligramm pro Liter wird das Methan zukünftig durch die Vakuummembranentgasung entfernt. „Wir wissen aus kleineren Versuchsanlagen, dass das Prinzip funktioniert“, sagt OOWV-Projektingenieur Ingo Schuster. „Mit der Erprobung in großen Maßstab nähern wir uns nun noch einmal mehr dem späteren Betrieb in Normalgröße an und sammeln wichtige Erkenntnisse.“ Unnütz wird die Testanlage nach dem Abschluss ihrer Aufgabe nicht. „Ein Teil der Testanlage wird im neuen Wasserwerk weiterverwendet“, berichtet Schuster.

Für den OOWV ist es wichtig, dass möglichst viel CO2 und CH4 aus dem Rohwasser entfernt werden, da die Gase die Aufbereitung im Wasserwerk stören würden. In Siegelsum passiert das bald auf modernstem Weg.

(Quelle: OOWV)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Rudolf Bogena (li.) und Horst Krebs – umgeben von Rohren und Messinstrumenten

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