Das Federal Bureau of Investigation (FBI) und die US-Umweltbehörde EPA warnen gemeinsam mit weiteren Behörden vor den zunehmenden Angriffen auf internetseitig erreichbare Steuerungen in Wasser- und Abwasseranlagen. Einen ausführlichen Beitrag dazu lesen Sie auf der Seite der gwf wasser + Abwasser.
„Der Gegner denkt in Sektoren. Unsere Verteidigung muss das ebenfalls tun.“
“Die jüngsten Cyberangriffe in den USA bestätigen ein Bedrohungsszenario, vor dem Sicherheitsexperten seit Jahren warnen. Neu ist nicht die grundsätzliche Gefahr, sondern die Dimension, in der sie sich inzwischen zeigt: Erstmals wird sichtbar, wie sich ein koordiniertes Angriffsszenario gegen einen Sektor wie die Wasserwirtschaft auswirken kann. Die Angreifer sind gezielt gegen die Betriebstechnik (OT) von mehr als 50 Wasser- und Abwasserbetrieben in sieben Bundesstaaten vorgegangen. In der Folge kam es zu Störungen der Versorgung sowie zu Einschränkungen der Trinkwassernutzung. Dabei geht es nicht mehr um Erpressung und Lösegeld, sondern um die gezielte Beeinträchtigung kritischer Infrastrukturen. Das ist hybride Kriegsführung – und sie gewinnt derzeit deutlich an Dynamik.
Der Schutz des einzelnen Betreibers bleibt unverzichtbar. Entscheidend ist heute jedoch die Resilienz des gesamten Sektors. Aus diesem Grund haben wir in Deutschland das Lagezentrum CyberSec@Wasser aufgebaut. Dort werden rund um die Uhr sicherheitsrelevante Informationen erfasst und ausgewertet, um koordinierte Angriffsmuster frühzeitig zu erkennen und den Betreibern ein gemeinsames Lagebild bereitzustellen. Damit stärken wir die Reaktions- und Abwehrfähigkeit der Wasserwirtschaft.”
Ein Kommentar von Ronald Derler, Kompetenzzentrum Digitale Wasserwirtschaft
Warum die deutsch Wasserwirtschaft besseren Cyberschutz braucht
Die Angriffe auf die Wasserversorgung verdeutlichen die Risiken für kritische Infrastrukturen. Auch deutsche Wasserwerke und Kläranlagen stehen vor der Herausforderung, ihre zunehmend digitalisierten Systeme gegen Cyberangriffe zu schützen.
In Deutschland zählen Wasserwerke zur kritischen Infrastruktur (KRITIS). Die meisten Anlagen arbeiten heute mit vernetzten Computersystemen. Gelingt es Cyberangreifern, zentrale Steuerungen zu übernehmen, können sie den Betrieb erheblich stören oder Anlagen vollständig lahmlegen. Das kann mitunter dazu führen, dass die Versorgung mit Trinkwasser nicht gewährleitet werden kann.













