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BWB: Schutz der Ressource im Fokus

Die Berliner Wasserbetriebe (BWB) haben 2021 bei erneut immensen Investitionen stabile Leistungen auf hohem Niveau erbracht. Unter einem auf die Sicherheit der Ver- und Entsorgung ausgerichteten Pandemiemanagement hat das Unternehmen gute Ergebnisse in allen Bereichen erzielen können. Im vergangenen Jahrzehnt sind die in der Region Berlin-Brandenburg ohnehin vergleichsweise niedrigen Regenmengen zum Teil deutlich verfehlt worden, […]

von | 02.05.22

Grundwasseranreicherung Stolpe

Die Berliner Wasserbetriebe (BWB) haben 2021 bei erneut immensen Investitionen stabile Leistungen auf hohem Niveau erbracht. Unter einem auf die Sicherheit der Ver- und Entsorgung ausgerichteten Pandemiemanagement hat das Unternehmen gute Ergebnisse in allen Bereichen erzielen können.

Im vergangenen Jahrzehnt sind die in der Region Berlin-Brandenburg ohnehin vergleichsweise niedrigen Regenmengen zum Teil deutlich verfehlt worden, 2021 allerdings nur knapp. Dies spiegelt sich in den Kernzahlen der am 20. April 2022 vorgestellten Bilanz der Berliner Wasserbetriebe für das zurückliegende Jahr wider. So ging der Trinkwasserverkauf um 8 Mio. m³ auf 215 Mio. m³ zurück, während die Menge gereinigten Abwassers um 2 Mio. m³ auf 260 Mio. m³ stieg. Für das Land Berlin wurde ein Gewinn von 122 Mio. Euro (2020: 194 Mio. Euro) erwirtschaftet.

„Insbesondere unser erneut hohes Niveau der eigenfinanzierten Investitionen von 397 Mio. Euro war angesichts der anhaltenden Pandemie eine Herausforderung für alle Bereiche des Hauses, aber auch für unsere Partner, Zulieferer, Dienstleister und Behörden“, erklärt Wasserbetriebe-Vorstandschef Frank Bruckmann. „Mit diesen beträchtlichen Ausgaben vor allem in die weiter verbesserte Abwasserreinigung und die Resilienz ihrer Systeme stellen sich die Berliner Wasserbetriebe den Anforderungen an einen immer enger geschlossenen regionalen Wasserkreislauf“, unterstreicht Stephan Schwarz, Senator für Wirtschaft, Energie und Betriebe.

Sorgsamer Umgang mit Wasser immer wichtiger

Die investiven Ausgaben lagen 2021 ungefähr auf dem Vorjahresniveau. Für 2022 peilt das Unternehmen einen weiteren starken Sprung bei den selbstfinanzierten Investitionen auf 478 Mio. Euro an, was in etwa einer Verdoppelung des noch bis 2016 vorherrschenden Niveaus entspricht. Rund zwei Drittel der Investitionen fließen in die Ableitung und Reinigung des Abwassers und damit in den Ressourcenschutz. Uferfiltrat aus den besonders im Sommer nur spärlich fließenden Flüssen Spree und Havel, die zudem immer mehr gereinigtes Abwasser enthalten, prägt die naturnahe Wassergewinnung Berlins. Deshalb unternehmen die Berliner Wasserbetriebe eine Menge, um Schadstoffeinträge zu vermeiden und zu senken. Auch der Bau der ersten Ozon-Anlage zur Elimination von Spurenstoffen trägt den Herausforderungen des speziellen Berliner Wasserkreislaufs Rechnung. Baubeginn für diese zusätzliche Reinigungsstufe im Klärwerk Schönerlinde, dem drittgrößten unter den sechs des Unternehmens, war im Dezember 2021. An Planungen zur Ausrüstungen weiterer Berliner Klärwerke mit dieser Technik werde gearbeitet. Alle Klärwerke erhalten zudem zusätzliche Reinigungsstufen zur Minimierung der Restgehalte an Phosphor und Stickstoff.

Neben der qualitativen Herausforderung birgt der Berliner Wasserkreislauf auch eine quantitative: Die Grundwasserstände liegen deutlich unter dem langjährigen Mittel. Im Rahmen eines 2021 vorgestellten Resilienzkonzeptes verstärken die Berliner Wasserbetriebe daher ihre Bemühungen, die Ressource auch weiterhin zu sichern. Dazu gehören Investitionen in Brunnenerneuerung, die Erschließung neuer Wasserwerksstandorte und die deutlich ausgebaute Grundwasseranreicherung, um Versorgungssicherheit auch in Zukunft herstellen zu können.

„Ökonomische und ökologische Nachhaltigkeit spielen inzwischen gleichberechtigte Rollen bei unseren Investitionsentscheidungen“, so Frank Bruckmann. „Der Klimawandel und die wachsende Metropolregion stressen unsere Ressourcen und Systeme. Darauf stellen wir uns ein. Das allein wird aber nicht reichen. Bestimmte Dinge wie das dezentrale Regenwassermanagement oder die Vermeidung von Stoffeinträgen sind gesamtgesellschaftliche Aufgaben. Auch der sorgsame Umgang mit Trinkwasser wird künftig noch wichtiger“, so Bruckmann.

Neueinstellungen: So viele wie nie zuvor

Zur Bewältigung der Investitionen und angesichts des demografischen Wandels verstärken die Wasserbetriebe neben der eigenen Ausbildung auch die Suche nach SpezialistInnen für viele Bereiche. Mit Erfolg: 2021 konnten 203 neue Fachkräfte eingestellt werden. Obendrauf kamen weitere 78 AbsolvenInnen der eigenen Ausbildung und der dualen Studiengänge. Damit wuchs die Zahl der Beschäftigten im fünften Jahr in Folge und zwar um 74 auf 4.634.

Gebühren: Reibungsloser Wechsel

Der zum Jahresbeginn 2022 vollzogene Umstieg von privatrechtlichen Preisen und Tarifen auf ein öffentlich-rechtliches Gebührensystem sei Dank breiter Kommunikation im Vorfeld und auf der Hand liegender Vorteile – gesparter Umsatzsteuer auf Abwasser – aus Kundensicht reibungslos verlaufen. Seit mehr als einem Jahrzehnt hätten die Gebühren für Trink- und Schmutzwasser stabil gehalten bzw. sogar gesenkt werden können. Auch 2022/23 ändere sich daran nichts, so Bruckmann, der Preisanpassungen als Wirkung aus Inflation und hohen Investitionen für darauffolgende Jahre nicht ausschloss.

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Grundwasseranreicherung Stolpe. Copyright: Joachim Donath

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