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„Wiener Wasser 2050“: so sichert Wien den Wasserbedarf der Zukunft

Mit der Strategie „Wiener Wasser 2050“ bereitet sich die Stadt auf den Wasserbedarf der wachsenden Millionenstadt vor. Bürgermeister Michael Ludwig und Klimastadtrat Jürgen Czernohorszky präsentierten am Weltwassertag am 22. März 2022 die Strategie der Wiener Wasserversorgung für die kommenden Jahrzehnte. Mit dem Wasser aus den Quellgebieten verfügt Wien über die besten Voraussetzungen für die Zukunft. […]

von | 25.03.22

Mit der Strategie „Wiener Wasser 2050“ bereitet sich die Stadt auf den Wasserbedarf der wachsenden Millionenstadt vor.
Bürgermeister Michael Ludwig und Klimastadtrat Jürgen Czernohorszky präsentierten am Weltwassertag am 22. März 2022 die Strategie der Wiener Wasserversorgung für die kommenden Jahrzehnte. Mit dem Wasser aus den Quellgebieten verfügt Wien über die besten Voraussetzungen für die Zukunft. Die Strategie „Wiener Wasser 2050“ definiert die wichtigsten Aufgaben.

Zukunftsorientierte Wasserversorgung

Bürgermeister Michael Ludwig betonte: „Seit rund 150 Jahren ist Wien für sein ausgezeichnetes Hochquellwasser bekannt. Die hohe Wasserqualität ist zugleich ein wesentlicher Beitrag zur Lebensqualität in unserer Stadt. Zu einer Smart City gehört auch eine smarte Wasserversorgung – und das heißt, dass wir langfristig vorausplanen. Unser oberstes Ziel ist, das Hochquellwasser als Lebensgrundlage für alle nachfolgenden Generationen in dieser Stadt zu sichern. Wir handeln zukunftsorientiert im Sinne der Wienerinnen und Wiener.“

„Wien ist die lebenswerteste Stadt der Welt. Das hat viele Gründe, einer davon ist das Wiener Wasser. Mit der Strategie Wiener Wasser 2050 legen wir die Basis dafür, dass Wien auch in 30 Jahren bestens mit frischem Hochquellwasser aus den Alpen versorgt wird“, sagte Klimastadtrat Jürgen Czernohorszky. „Das Speichervolumen unserer Wasserbehälter wird erhöht. Die großen Transportleitungen werden ausgebaut und saniert. Sie sind die Lebensadern unserer Stadt“, so Czernohorszky und unterstrich: „Durch vorausschauendes Handeln gehen in Wien die Stadtentwicklung und der Ausbau der Wasserversorgung Hand in Hand.”

Paul Hellmeier, Betriebsvorstand von Wiener Wasser, ergänzte: „Unser Ziel ist es, das wichtigste Lebensmittel der Stadt langfristig für die Millionenmetropole Wien zu sichern. Die Strategie umfasst den gesamten Weg des Trinkwassers – von den Bergen bis zu den Haushalten. Unsere technischen Anlagen werden auf den neuesten Stand gebracht. Außerdem werden wir einzelne Quellen besser erschließen, um mehr Wasser nach Wien leiten zu können.“

Bevölkerungsprognosen rechnen bis zum Jahr 2050 mit einem Anwachsen der Wiener Bevölkerung auf 2,2 Mio. Menschen. Wiener Wasser rechnet mit einem Anstieg des Gesamtwasserbrauchs um rund 15 %. Die wichtigsten Maßnahmen zusammengefasst:

Mehr Quellwasser für Wien

Der Quellenschutz durch die Stadt Wien stellt sicher, dass das kostbare Hochquellwasser langfristig in der hohen Qualität erhalten bleibt. Als Antwort auf die wachsende Stadt sollen bei einigen Quellen die verfügbaren Wassermengen erhöht werden. Durch einen zusätzlichen Rohrstrang in der Höllbachquelle soll beispielsweise mehr Wasser vom Hochschwabgebiet nach Wien fließen.

Wasserspeicherung der Zukunft

Aktuell sind 29 Wasserbehälter in Wien und zwei Behälter außerhalb von Wien (Moosbrunn und Neusiedl/Steinfeld) in Betrieb. Das hohe Speichervolumen von 1,6 Mrd. Liter Wasser ermöglicht es, optimal auf Veränderungen des Wasserverbrauches zu reagieren. Damit das in Zukunft so bleibt, werden die Wasserbehälter laufend saniert und erweitert.

  • Erweiterung Wasserbehälter Schafberg I (Bauzeit: September 2022 bis Sommer 2024)
  • Erweiterung Wasserbehälter Neusiedl am Steinfeld (Umsetzung ab 2025, Dauer 6-8 Jahre)

Trinkwasser-Transportleitungen – die Lebensadern der Stadt

Das Wiener Rohrnetz sorgt dafür, dass das Quellwasser aus den Alpen in die Wiener Haushalte gelangt. Die großen Wassermengen werden über die sogenannten Transportleitungen auf das gesamte Stadtgebiet verteilt. Um der wachsenden Metropole gerecht zu werden, muss dieses unterirdische Netz angepasst und erweitert werden. Im Zusammenhang mit den Stadtentwicklungsgebieten werden folgende Erweiterungen umgesetzt:

  • Die 3. Hauptleitung (Wasserbehälter Lainz bis Wasserbehälter Döbling) ergänzt künftig das Transportrohrnetz im Norden der Stadt. Bauzeit: 2020 bis 202
  • Die 4. Hauptleitung (Wasserbehälter Rosenhügel bis Wasserbehälter Wienerberg) ergänzt künftig das Transportrohrnetz im Süden der Stadt. Bauzeit: 2022 bis 2027
  • Ein zusätzliche Wasserleitung in der Floridsdorfer Brücke bringt künftig noch mehr Hochquellwasser über die Donau. Umsetzung: 2022

Für die langfristige Versorgungssicherheit werden jährlich zudem ca. 30 km der Leitungen in Wien erneuert: Dies entspricht ca. 1 % des Wiener Rohrnetzes

Wiener Wasser fließt klimaneutral nach Wien

Seit 1873 fließt das Wiener Wasser im freien Gefälle – also klimaneutral – von den Alpen in die Stadt. Auch die Verteilung im Stadtgebiet erfolgt gravitativ. Das bedeutet, Leitungswasser trinken, erzeugt im Unterschied zum Konsum von abgefüllten Getränken kein CO2. Ein wichtiger Bestandteil der künftigen Planungen ist der Beitrag von Wiener Wasser zum Ausbau erneuerbarer Energien:

  • Bau des 17. Trinkwasserkraftwerkes ab Sommer 2022
  • Erichtung weiterer Photovoltaik-Anlagen auf den Wasserbehältern Schafberg (17. Bezirk), Bisamberg (21. Bezirk) sowie auf dem Wasserbehälter Moosbrunn (NÖ) ab 2022

 

Mit den Trinkwasserkraftwerken entlang der Hochquellenleitungen und in Wien wird bereits jetzt fast fünfmal so viel Strom erzeugt, wie für die gesamte Wiener Wasserversorgung verwendet wird. Zum Vergleich: Mit der durch Hochquellwasser erzeugten Energie könnte ganz Wiener Neustadt versorgt werden. Zudem versorgt seit 2020 eine Photovoltaik-Anlage am Wasserbehälter Unterlaa etwa 600 Wiener Haushalte mit Ökostrom. „Photovoltaikanlagen auf Wasserbehältern sind ein wichtiger Bestandteil der Wiener Sonnenstrom-Offensive. Sie werden dazu beitragen, dass wir unsere im Wiener Klimafahrplan festgelegten Ziele erreichen“, so Czernohorszky.

Eine weitere klimawirksame Maßnahme war die Sanierung der Fassade des Amtshauses Grabnergasse und des Betriebsgebäudes am Laaerberg. Beide Fassaden wurden saniert und begrünt. Sie tragen zu einem besseren Mikroklima und zur Abkühlung im dicht verbauten Gebiet bei.

Sicher versorgt, digitale Prozesse

Die Strategie von Wiener Wasser umfasst auch das Thema Krisenvorsorge. Nach eingehender Analyse wurden wesentliche Maßnahmen ergriffen, um bestmöglich auf verschiedene Szenarien vorbereitet zu sein.
Darüber hinaus wird in den nächsten Jahren die Digitalisierung vorangetrieben. Die Steuerung aller Prozesse der Wasserversorgung von der Quelle bis zum Rohrnetz funktioniert bereits digital. Laufend werden neue Technologien etabliert, wie zur Prognose des Wasserverbrauchs und zur Sicherung der Wasserqualität. Die Digitalisierung soll auch dem Informationsangebot für Bürger*innen dienen.

Kühlende Sprühnebel als soziale Maßnahme

Die Möglichkeit sich in Hitzeperioden abzukühlen, ist eine soziale Frage. Die meisten Menschen in Wien haben keinen Garten und keine Klimaanlage. Für sie ist es umso wichtiger, der Hitze entfliehen zu können. Die Stadt Wien hat es sich zur Aufgabe gemacht, Hitzeinseln mit schnell wirksamen Maßnahmen zu bekämpfen. Durch innovative Entwicklungen namens „Sommerspritzer“ und „Brunnhilde“ wird den Bewohner*innen durch einen kühlenden Sprühregen in der Stadt Linderung verschafft. Auch die mehr als 1.300 Trinkbrunnen bieten eine schnelle Erfrischung. Die Strategie Wiener Wasser 2050 sieht vor, den Zugang zu Trinkwasser im öffentlichen Raum weiter auszubauen.

Mit dem Weltwassertag am 22. März 2022 wurden die Wiener Trink- und Denkmalbrunnen für die warme Jahreszeit wieder in Betrieb genommen.

(Quelle: Wiener Wasser)

 

TV-Tipp

Für die Dokumentation “Wiener Wasser” verfolgt Georg Riha den Weg des Wiener Wassers von den Gipfeln des Hochschwab- und Rax-Schneeberg-Gebiets über die berühmten Hochquellenleitungen in die Stadt.

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Luftaufnahme von Wien. Foto: pixabay

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