Generic filters
FS Logoi

Wasserverbände fordern sozialverträgliche Kostenverteilung für Trink- und Abwasser

Vielerorts zahlen Verbraucher deutlich mehr für Trink- und Abwasser als noch vor zehn Jahren. Weitere Preissteigerungen drohen aufgrund anstehender Sanierungen. Wasserverbände mahnen, dass die Kosten schnell möglichst sozialverträglich verteilt werden müssen. Aktuell wirken sich insbesondere gestiegene Energiekosten auf den Wasserpreis aus. Doch in naher Zukunft könnten Sanierungen und die damit verbundenen Bau-, Material- und Personalkosten […]

von | 03.05.23

Vielerorts zahlen Verbraucher deutlich mehr für Trink- und Abwasser als noch vor zehn Jahren. Weitere Preissteigerungen drohen aufgrund anstehender Sanierungen. Wasserverbände mahnen, dass die Kosten schnell möglichst sozialverträglich verteilt werden müssen.

Aktuell wirken sich insbesondere gestiegene Energiekosten auf den Wasserpreis aus. Doch in naher Zukunft könnten Sanierungen und die damit verbundenen Bau-, Material- und Personalkosten hier ebenfalls stark zu Buche schlagen.

Auch bei regelmäßiger Instandhaltung, muss saniert werden

Das Wassernetz in Sachsen-Anhalt leistet vielerorts nahezu unermüdlich seinen Dienst. Teilweise sind die Leitungen fast 100 Jahre alt und weit über ihre eigentlich geplante Haltbarkeit im Einsatz. Wie bei Straßen oder Brücken ist trotz regelmäßiger Instandhaltung irgendwann das beste Material über seine Grenzen strapaziert und muss erneuert werden. Zudem muss die Infrastruktur an neue Herausforderungen und Bedarfe angepasst werden. Bei Trinkwasser ist dies zudem besonders wichtig, um den hohen Qualitätsanforderungen weiter gerecht werden zu können.

Müssen alle Leitungen eines Verbandes ausgetauscht werden kann dies je nach Größe des Netzes hunderte Millionen Euro kosten. Auf Basis der aktuellen Gesetzeslage dürfen die Kosten hierfür im Wesentlichen über zwei Wege an die Kunden weitergegeben werden: durch einmalige und dann meist sehr hohe Kostenbeteiligungen zum Zeitpunkt einer Investition oder durch laufende Entgelte z. B. in Form von höheren Gebühren. Beide Wege belasten die Kunden stark.

Positive Resonanz auf vorgeschlagene Gesetzesänderung

Sozialverträglicheren Lösungen steht derzeit noch die geltende Gesetzeslage im Weg, denn bisher dürfen die Wasserverbände keine Rücklagen bilden und Einsparpotentiale im Betriebsablauf sind größtenteils ausgereizt. Die aktuell geltende Kostenstruktur deckt nur den „Normalbetrieb“ ab, denn Investitionen in Erneuerungen sind darin nicht ausreichend eingepreist. Ein nachhaltiges und zukunftsorientiertes Wirtschaften wird so für die Verbände erschwert, was letztlich zu Lasten der Kunden geht.

Frank Hellmann, Leiter der Geschäftsstelle Sachsen-Anhalt des Wasserverbandtages (WVT) plädiert hier für eine Gesetzesänderung. Er unterstützt damit einen Vorschlag des Wasser- und Abwasserzweckverbands „Bode-Wipper“ (Staßfurt), der eine weitere Finanzierungsmöglichkeit vorsieht.

„Ein wiederkehrender moderater Erneuerungsbeitrag in Verbindung mit einer stabilen Gebühr, die dann nur die unvermeidbaren Kostensteigerungen z. B. für Energie, Kraftstoff und Lohn enthält – das wäre kein Allheilmittel, aber ein zusätzliches Instrument, das die größten Spitzen abfedern könnte.“, so Andreas Beyer, Geschäftsführer des Wasser- und Abwasserzweckverbands „Bode-Wipper“.

Abfedern von Kostenspitzen führe zu weniger Belastung für den Einzelnen

Zur Umsetzung sei aber eine Ergänzung der geltenden Gesetze nötig, so Frank Hellmann: „Wiederkehrende Erneuerungsbeiträge müssen den Verbänden als eine zusätzliche Finanzierungsoption ermöglicht werden. Dann kann regional entschieden werden, welches Finanzierungsmodel am sozialverträglichsten ist.“

Seitens der Politik im Landtag gab es für den Vorschlag aus Staßfurt laut der Volksstimme erste positive Resonanz.

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Jetzt Newsletter abonnieren

Immer auf dem aktuellen Stand, automatisch in Ihrem Postfach.

Hier anmelden

Neue Ionentauscher arbeiten zuverlässig im Wasserwerk Rauental, Rastatt
Neue Ionentauscher arbeiten zuverlässig im Wasserwerk Rauental, Rastatt

Sie wiegen gefüllt je 35 Tonnen, sind 7 Meter hoch und fassen ein Volumen von je 20 Kubikmetern: Im Juni wurden mittels Spezialtransporter zwei Ionentauscher ans Wasserwerk Rauental (Rastatt, Baden-Württemberg) angeliefert. Es handelt sich um zwei Filter, die mit unterschiedlichen Harzen gefüllt sind, die per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen (PFAS) aus dem Grundwasser filtern.

mehr lesen
Neuer Trinkwasser-Hochbehälter stärkt Versorgung in Niedersachsen
Neuer Trinkwasser-Hochbehälter stärkt Versorgung in Niedersachsen

Die Harzwasserwerke investieren weiter in die zuverlässige Trinkwasserversorgung Niedersachsens: In der Gemeinde Liebenburg im Landkreis Goslar entsteht derzeit ein neuer Hochbehälter, der künftig bis zu 20.000 Kubikmeter Trinkwasser speichern kann. Damit wächst die Gesamtkapazität des Standorts auf rund 60.000 Kubikmeter. Lewerberg wird somit zum größten Hochbehälter-Standort der Harzwasserwerke.

mehr lesen
Fünf Tonnen schwerer Wasserhahn im Wasserwerk Marienhafe eingebaut
Fünf Tonnen schwerer Wasserhahn im Wasserwerk Marienhafe eingebaut

Millimeterarbeit war kürzlich gefragt beim Neubau des Wasserwerks Marienhafe des Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverbands (OOWV). Denn es galt, ein so genanntes Schieberkreuz, das zum Verschließen einer Wasserleitung dient, passgenau gleichzeitig mit zwei Rohren zu verbinden. Der Schieber hat die Funktion eines Wasserhahns – nur, dass dieser Wasserhahn ungefähr fünf Tonnen wiegt. Kein Wunder, denn die Rohre, die er verbindet, haben einen Innendurchmesser von 800 Millimetern.

mehr lesen
iro 2026: Strategien für Netze von morgen
iro 2026: Strategien für Netze von morgen

Am 5. und 6. Februar 2026 wird Oldenburg wieder zum Treffpunkt für Fachleute aus Kommunen, Ver- und Entsorgungswirtschaft, Ingenieurbüros, Bauunternehmen sowie Forschung und Lehre. Unter dem Leitthema „Alt und Neu – Strategien für Netze von morgen“ widmet sich das 38. Oldenburger Rohrleitungsforum den zentralen Fragen einer zukunftsfähigen Netzarchitektur: Wie lassen sich bestehende Netze erhalten und neue Netze so gestalten, dass beide gemeinsam die Grundlage einer tragfähigen Gesamtstrategie für unsere Daseinsvorsorge bilden?

mehr lesen

Firmen zum Thema

Sie möchten den Wassermeister testen

Bestellen Sie Ihr kostenloses Probeheft

Überzeugen Sie sich selbst: Gerne senden wir Ihnen die Wassermeister kostenlos und unverbindlich zur Probe!

Finance Illustration 03