Die Menschen in Deutschland sind überwiegend bereit, sich auf Wassersparmaßnahmen der Kommunen einzulassen. Das ergibt eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey. Befragt wurden 5.000 Menschen zur Frage, ob Kommunen den privaten Wasserverbrauch bei Wasserknappheit stärker regulieren sollten, etwa durch Verbote der Poolbefüllung oder der Bewässerung von Gärten.
64 Prozent der Befragten stimmten generell einer Regulierung durch Kommunen beim Wasserverbrauch zu. Fast die Hälfte der Probanden, 47 Prozent, steht sogar komplett hinter der Aussage. 23 Prozent lehnen eine Einmischung der Kommunen generell ab, 16 Prozent davon entschieden.
Große Unterschiede nach Alter
Beim Blick auf die Altersgruppen zeigt sich ein deutliches Gefälle. Drei von vier der Über-65-Jährigen, also 75 Prozent, können mit einem Eingriff der Kommunen leben. Je jünger die Befragten sind, desto geringer fällt die Zustimmung aus.
Bei den 50- bis 64-Jährigen befürworten noch 65 Prozent eine Einmischung der öffentlichen Hand. Unter den 40- bis 49-Jährigen liegt die Zustimmung bei 56 Prozent. Bei den 30- bis 39-Jährigen sinkt sie auf 47 Prozent, bei den 18- bis 29-Jährigen auf 42 Prozent. In dieser jüngsten Gruppe überwiegen damit mit 45 Prozent erstmals die Ablehner. Der Anteil der Unentschlossenen liegt über alle Altersklassen hinweg zwischen zehn und 16 Prozent.
Parteipräferenzen im Vergleich
Auch nach politischer Präferenz gibt es deutliche Unterschiede. Unter den FDP-Anhängern befürwortet nur die Hälfte einen Eingriff der Kommunen in den Wasserverbrauch. Der Anteil der Unentschiedenen liegt dort mit 32 Prozent mehr als doppelt so hoch wie bei den anderen Parteien.
Noch stärker fällt die Ablehnung bei AfD-Anhängern aus. Dort stimmen nur 39 Prozent zu, 48 Prozent sprechen sich gegen Einschränkungen beim Wasserverbrauch aus. Beim BSW liegt die Ablehnungsquote bei 34 Prozent, zugleich würden 54 Prozent die Kommunen gewähren lassen.
Die größte Bereitschaft für Einschränkungen gibt es bei Anhängern der Grünen mit 89 Prozent. Es folgen die SPD mit 79 Prozent, die Linke mit 74 Prozent und die Union mit 70 Prozent.
Bedeutung für die Wasserwirtschaft
Die Ergebnisse verdeutlichen, dass Eingriffe in den privaten Wasserverbrauch gesellschaftlich mehrheitlich akzeptiert werden, sofern Wasserknappheit besteht. Für Wasserversorger und kommunale Betreiber kann dies die Umsetzung temporärer Maßnahmen zur Sicherung der Versorgung erleichtern.







