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UNICEF zum Weltwassertag: Jedes fünfte Kind ohne ausreichend Wasser

UNICEF startet eine neue Wasser-Initiative und ruft anlässlich des Weltwassertags am 22. März 2021  zu globaler Unterstützung für Kinder in wasserarmen Gebieten auf. Laut einer aktuellen Untersuchung von UNICEF leben weltweit mehr als 1,42 Mrd. Menschen in Gebieten mit hoher oder extrem hoher Wasserunsicherheit, darunter 450 Mio. Kinder. Damit hat jedes fünfte Kind weltweit nicht […]

von | 18.03.21

© UNICEF/UN0402431/Acland

UNICEF startet eine neue Wasser-Initiative und ruft anlässlich des Weltwassertags am 22. März 2021  zu globaler Unterstützung für Kinder in wasserarmen Gebieten auf. Laut einer aktuellen Untersuchung von UNICEF leben weltweit mehr als 1,42 Mrd. Menschen in Gebieten mit hoher oder extrem hoher Wasserunsicherheit, darunter 450 Mio. Kinder. Damit hat jedes fünfte Kind weltweit nicht genug Wasser, um seinen täglichen Bedarf zu decken.

Die Analyse identifiziert besonders betroffene Gebiete, in denen natürliche Wasserknappheit mit einer schlechten Wasserversorgung zusammentreffen. Familien und Gemeinden sind dort auf Oberflächenwasser und unsichere Wasserquellen angewiesen. Zudem dauert es häufig länger als 30 Minuten, um Wasser zu beschaffen.

Vor dem Hintergrund dieser globalen Wasserkrise startet das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen die Initiative „Wassersicherheit für alle“ („Water Security for All“), um langfristig zu erreichen, dass jedes Kind Zugang zu einer nachhaltigen und klimaresistenten Wasserversorgung hat. Die Initiative soll Ressourcen, Partnerschaften und Innovationen bündeln und Unterstützung für die „Hotspots“ mobilisieren, in denen Investitionen in die Wasser- und Sanitärversorgung sowie Hygiene am dringendsten sind.

„Die weltweite Wasserkrise kommt nicht erst, sie ist schon da, und der Klimawandel wird sie noch verschlimmern“, sagte UNICEF-Exekutivdirektorin Henrietta Fore. „Kinder sind die größten Opfer. Wenn Brunnen austrocknen, sind es die Kinder, die in der Schule fehlen, um Wasser zu holen. Wenn Dürreperioden die Nahrungsmittelversorgung einschränken, leiden Kinder an Mangelernährung und Wachstumsstörungen. Wenn Überschwemmungen auftreten, erkranken Kinder an Krankheiten, die durch Wasser übertragen werden. Und wenn die Wasserressourcen abnehmen, können sich Kinder nicht die Hände waschen, um Krankheiten abzuwehren.“

So leben Kinder in mehr als 80 Ländern in Gebieten mit hoher oder extrem hoher Wasserunsicherheit. Im östlichen und südlichen Afrika ist der Anteil der betroffenen Kinder am höchsten. Mehr als die Hälfte der Kinder dort – 58 % – hat Schwierigkeiten, täglich Zugang zu ausreichend Wasser zu bekommen. Es folgen West- und Zentralafrika (31 %), Südasien (25 %) und der Nahe Osten (23 %). In Südasien leben die meisten Kinder in hoher oder extrem hoher Wasserunsicherheit – mehr als 155 Mio.
Die Untersuchung identifiziert 37 „Hotspot-Länder“, in denen besonders viele Kinder von Wasserunsicherheit betroffen sind und in denen internationale Hilfe in diesem Bereich dringend verstärkt werden muss. Dazu gehören Afghanistan, Burkina Faso, Äthiopien, Haiti, Kenia, Niger, Nigeria, Pakistan, Papua-Neuguinea, Sudan, Tansania und Jemen.

Neben schnellem Bevölkerungswachstum, Verstädterung, Wassermissbrauch und Misswirtschaft reduzieren der Klimawandel und extreme Wetterereignisse die verfügbaren Mengen an sicherem Wasser. Laut einem UNICEF-Bericht aus dem Jahr 2017 wird fast jedes vierte Kind weltweit bis 2040 in Gebieten mit extrem hohem Wasserstress leben.

Mit seinen Wasserprogrammen setzt sich UNICEF für nachhaltige Versorgung der ärmsten Familien ein. Diese Arbeit umfasst:

  • Sichere und bezahlbare Trinkwasserversorgung: Zugang zu sicheren und erschwinglichen Wasserdienstleistungen, die nachhaltig und wohnortnah sind und professionell verwaltet werden.
  • Klimaresistente Wasser-, Sanitär- und Hygienedienste und Gemeinden: Wasser-, Sanitär- und Hygienedienstleistungen, die Klimaschocks widerstehen, mit kohlenstoffarmen Energiequellen betrieben werden und die Widerstandsfähigkeit und Anpassungsfähigkeit von Gemeinden stärken.
  • Präventive Maßnahmen, um Wasserknappheit zu verhindern: Ressourcenbewertung, nachhaltige Wasserentnahme, effiziente Nutzung sowie Frühwarnung und frühzeitige Präventionsmaßnahmen.
  • Kooperation bei der Wasserversorgung für Frieden und Stabilität: Unterstützung von Gemeinden und wichtigen Akteuren, damit ein gerechtes Management von Wasser-, Sanitär- und Hygienedienstleistungen den sozialen Zusammenhalt, die politische Stabilität und den Frieden stärkt; und in Konfliktgebieten, um Angriffe auf Wasser- und Sanitärinfrastruktur und Personal zu verhindern.

Als wichtiger und langjähriger Partner unterstützt u.a. das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) die weltweiten Bemühungen von UNICEF, die Wasserversorgung von Kindern zu verbessern. Bereits seit 2018 unterstützt auch Gardena als Unternehmenspartner die weltweiten UNICEF-Programme zur Bereitstellung von sauberem Wasser und hygienischen Lebensbedingungen.

Hintergrund

Länder, die als “Hotspots” bezeichnet werden, erfüllen eines der folgenden Kriterien: Mindestens 60 % der Kinder leben in Gebieten mit hoher Wassergefährdung; mindestens 40 % der Kinder leben in Gebieten mit extrem hoher Wassergefährdung; mindestens 40 % der Kinder leben in Gebieten mit hoher und extrem hoher Wassergefährdung; und mindestens 2 Mio. Kinder in Gebieten mit hoher und extrem hoher Wassergefährdung. Diese Bandbreite an Faktoren sorgt dafür, dass auch kleinere Länder mit einem hohen Anteil an betroffenen Kindern in die Prioritätenliste aufgenommen werden.

Wasserknappheit: Wasserknappheit liegt vor, wenn die Nachfrage nach Wasser das Angebot übersteigt und sich die verfügbaren Wasserressourcen nachhaltigen Grenzen nähern oder diese überschritten haben. Wasserknappheit kann entweder physisch oder ökonomisch bedingt sein.

Wasserstress: Wasserstress ist eine Folge von Wasserknappheit und bezieht sich auf Knappheit in Bezug auf die Qualität und Zugänglichkeit von Wasser. Wasserstress kann sich in Konflikten um Wasserressourcen, Überbeanspruchung oder schlechter Gesundheit und Krankheiten äußern.

Extreme Wasserverwundbarkeit: Extreme Wassergefährdung ist die Kombination aus dem höchsten Grad an physischer Wasserknappheit und dem niedrigsten Grad an Trinkwasserversorgung, die eine bestimmte Bevölkerung betrifft (Oberflächenwasser, unverbesserte oder begrenzte Wasserversorgung).

Wassersicherheit: Die Fähigkeit einer Bevölkerung, den nachhaltigen Zugang zu Wasser in ausreichender Menge und akzeptabler Qualität zu gewährleisten, um den Lebensunterhalt, das menschliche Wohlbefinden und die sozioökonomische Entwicklung zu sichern, den Schutz vor wasserbedingter Verschmutzung und wasserbedingten Katastrophen zu gewährleisten und die Ökosysteme in einem Klima des Friedens und der politischen Stabilität zu erhalten. Wasserunsicherheit tritt auf, wenn einer oder alle diese Bedürfnisse nicht erfüllt werden können.

Pressekontakt: UNICEF Deutschland, Tim Rohde, Pressereferent, Tel. 0221 93650-315, presse@unicef.de

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Kinder in der Republik Kongo. Bildrechte: © UNICEF/UN0402431/Acland

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