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Rückblick und Ausblick 2026: Zukünftige Pläne der Landestalsperrenverwaltung Sachsen

2025 war ein erfolgreiches Jahr für die Landestalsperrenverwaltung Sachsen. Rund 120 Millionen Euro wurden insgesamt investiert. Schwerpunkte waren: die Pflege und naturnahe Entwicklung der sächsischen Fließgewässer I. Ordnung, Unterhaltung, Instandsetzung und der Ausbau der wasserwirtschaftlichen Anlagen sowie die Beseitigung von Hochwasserschäden und der präventive Hochwasserschutz. Die Finanzierung erfolgte durch den Freistaat Sachsen sowie durch verschiedene Förderprogramme des Bundes und der Europäischen Union.

von | 12.01.26

2025 verfolgte die Landestalsperrenverwaltung mehrere Vorhaben für den präventiven Hochwasserschutz.
Quelle: pixabay / Tama66

Aus hydrologischer Sicht war das Jahr 2025 im Vergleich der letzten dreißig Jahre wieder ein sehr trockenes Jahr. Die mittleren Niederschläge in den Einzugsgebieten lagen mit rund 80 Prozent und die daraus resultierenden Zuflüsse zu den Stauanlagen mit rund 52 Prozent weit unter dem langjährigen Mittel.

„Sachsen ist ein wasser- und talsperrenreiches Land. Rund 40 Prozent des Wassers für die öffentliche Trinkwasserversorgung kommen aus den sächsischen Trinkwassertalsperren. Trotzdem spüren auch wir zunehmend die Auswirkungen des Klimawandels. Damit es in Sachsen auch in Zukunft ausreichend und qualitativ hochwertiges Trink- und Brauchwasser gibt, arbeiten wir an der Umsetzung von Anpassungsstrategien für unsere Anlagen. Dazu gehören sowohl technische Maßnahmen an den Talsperren, die Anpassung der Bewirtschaftung, der Ausbau unserer Talsperrenverbundsysteme als auch die Erschließung zusätzlicher Dargebote“, sagt Eckehard Bielitz, Geschäftsführer der Landestalsperrenverwaltung Sachsen.

Aus Sicht von Bielitz ist es außerdem wichtig, den Wert von Trinkwasser sowie den bewussten und sparsamen Umgang mit dieser kostbaren Ressource stärker in der Gesellschaft zu thematisieren.

„Es wird immer stärker darauf ankommen, dass sich die Talsperren über den Winter wieder bis zum Stauziel auffüllen. Darauf konzentrieren sich unsere Maßnahmen. Denn wir sehen seit 2014 eine Entwicklung hin zu eher trockenen Abflussjahren mit sehr trockenen Sommer- und Herbstmonaten und Starkniederschlägen zwischen Juni und September. Unsere Aufgabe ist es, unsere wasserwirtschaftliche Infrastruktur zu erhalten und an die künftigen Extremsituationen anzupassen“, erklärt Bielitz.

Anpassungen an den Klimawandel

Bei der Planung von Sanierungs- und Unterhaltungsarbeiten an den sächsischen Stauanlagen gewinnt die Anpassung an den Klimawandel eine immer größere Bedeutung. So läuft derzeit beispielsweise die Komplexsanierung der Talsperre Lichtenberg im Erzgebirge. Damit soll ihre Funktion für die Trinkwasserversorgung auch in Zukunft gesichert und optimiert werden.

Im Landkreis Bautzen musste der Wasserspiegel der Vorsperre Oehna für einen längeren Zeitraum abgesenkt werden. Grund war eine notwendige Bauzustandsanalyse am Entnahmebauwerk der Anlage, die der Talsperre Bautzen vorgelagert ist.

„Ein ebenso wichtiges Handlungsfeld der Landestalsperrenverwaltung ist der dauerhaft sichere und zuverlässige Betrieb sowie die Instandhaltung vorhandener Hochwasserschutzanlagen und weiterer wasserwirtschaftlicher Anlagen. Viele von ihnen wurden direkt nach dem Hochwasser 2002 gebaut, saniert oder erweitert. Dieser Anlagenbestand wird von uns instandgehalten und ist damit jederzeit einsatzbereit für den Hochwasserfall“, sagt Bielitz weiter.

Quelle: pixabay/manfredrichter

Erfolgreiche Sanierungen im Jahr 2025

Im Jahr 2025 konnte die Landestalsperrenverwaltung viele Projekte des präventiven Hochwasserschutzes weiter voranbringen oder abschließen. Beispielsweise wurde beim großen Hochwasserschutzprojekt in Döbeln ein weiterer Bauabschnitt fertig gestellt und ein nächster begonnen. Döbeln war 2002 und 2013 besonders schwer von Überschwemmungen betroffen. Seit 2009 laufen die Bauarbeiten, im Jahr 2029 sollen sie komplett abgeschlossen sein. Beendet werden konnten auch die Bauarbeiten in Burkhardtsdorf im Erzgebirgskreis. Seit 2018 wurde am Schutz vor Hochwasser für den Ort an der Zwönitz gebaut. Auch die Bauarbeiten an der Zwickauer Mulde in Aue sind einen entscheidenden Schritt vorangekommen. Auf beiden Seiten des Flusses werden seit Juli 2025 die Hochwasserschutzwände erhöht. Alle drei Projekte werden durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung kofinanziert.

Am Polder Löbnitz im Landkreis Nordsachsen konnte ebenfalls ein weiteres Teilprojekt abgeschlossen werden. Die Anwohner in Schnaditz und umliegende Gebiete sind nun durch einen neuen Ringdeich geschützt. Er hält bei Hochwasser Abflüssen von bis zu 1.800 Kubikmetern Wasser pro Sekunde stand. Dies entspricht derzeit einem Schutz vor Hochwasser, die im langjährigen statistischen Mittel einmal in 100 Jahren eintreten (HQ100).

Umsetzung der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie

Die Umsetzung der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie an den sächsischen Gewässern I. Ordnung ist eine weitere Aufgabe der Landestalsperrenverwaltung. So wird beispielsweise derzeit ein Gewässerentwicklungskonzept für die Große Röder erarbeitet. Es soll zeigen, wie der Fluss in naher Zukunft im Einklang mit dem Hochwasserschutz die gesetzlichen Umweltziele erreichen kann. Dabei werden Maßnahmen ermittelt, die gezielt die Gewässerstruktur und die Durchgängigkeit verbessern. Außerdem soll das Konzept eine fachliche Grundlage für eine nachhaltige Gewässerunterhaltung schaffen.

Im Nationalpark Sächsische Schweiz war die Landestalsperrenverwaltung ebenfalls im Einsatz. In Hinterhermsdorf mussten vom Borkenkäfer befallene Baumstämme aus der Kirnitzsch aufwändig geborgen werden, um bei Hochwasser den Abfluss nicht zu behindern. Die Arbeiten im Nationalpark wurden natur- und gewässerschonend mit einem Schreitbagger ausgeführt. Bei diesem Projekt waren im Vorfeld umfangreiche Abstimmungen mit den wasser-, forst- und naturschutzfachlichen Behörden notwendig. Auch die tschechischen Fachbehörden waren einbezogen.

Zukünftige Vorhaben

Im Jahr 2026 wird die Landestalsperrenverwaltung Sachsen die Maßnahmen zur Anpassung der sächsischen Stauanlagen an die Auswirkungen des Klimawandels vorantreiben. Vorhandene Hochwasserschutzanlagen werden weiter auf den Stand der Technik gebracht und bestehende Hochwasserschutzprojekte kontinuierlich umgesetzt. Die Umsetzung der europäischen Richtlinien wie der Hochwasserrisikomanagement-Richtlinie oder der Wasserrahmenrichtlinie sind ebenfalls wichtige Pflichtaufgaben.

„Hier noch ein persönlicher Tipp für alle, die sich für die Arbeit der Landestalsperrenverwaltung interessieren. Am 22. März 2026 laden wir Sie herzlich ein, mit uns den internationalen Tag des Wassers an der Talsperre Gottleuba zu feiern. Die Talsperre wird im nächsten Jahr 50 Jahre alt. Als einen Höhepunkt kann man da mal einen seltenen Blick in die Staumauer werfen“, verrät Bielitz. „Dank der guten Zusammenarbeit mit dem Wasserzweckverband Pirna-Sebnitz wird es auch möglich sein, einen Einblick in die Aufbereitung des Rohwassers aus der Talsperre zu Trinkwasser zu bekommen.“


Zur Originalpublikation

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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