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Pharma- und Kosmetik-Industrie sollen mehr Kosten tragen

Bei der Beseitigung von Schadstoffen aus der Pharma- und Kosmetik-Industrie fallen Schadstoffe an. Damit diese nicht in Gewässer gelangen muss Abwasser aufwendig aufbereitet werden Die Kosten dafür sollen die Unternehmen nun verstärkt selber tragen. Knapp 80 Prozent der Deutschen unterstützen diese Kostenbeteiligung der Pharma- und Kosmetik-Industrie. Das geht aus einer vom Verband kommunaler Unternehmen (VKU) beauftragten Umfrage hervor. 

von | 29.04.25

Knapp 80 Prozent der Deutschen unterstützen die Kostenbeteiligung der Pharma- und Kosmetik-Industrie durch die Herstellerverantwortung.
Quelle: AdibeStock/jannoon028
Pharma- und Kosmetik-Industrie

Um Gewässer besser vor Schadstoffen zu schützen und Bürger finanziell zu entlasten, sollen Pharma- und Kosmetik-Industrie im Rahmen der Herstellerverantwortung künftig den Großteil der Kosten übernehmen, die durch die Beseitigung der durch ihre Produkte verursachten Schadstoffe mit Hilfe einer zusätzlichen Reinigungsstufe in Kläranlagen entstehen.

Die erst im vergangenen Jahr beschlossene Kommunalabwasserrichtlinie der EU, die dies vorschreibt, gerät aktuell jedoch zunehmend durch Pharma- und Kosmetik-Industrie unter dem Vorwand des Bürokratieabbaus unter Druck. Eine am 24.4.2025 veröffentlichte, repräsentative Civey-Umfrage unter 5000 Bürgerinnen und Bürgern in Deutschland im Auftrag des Verbands kommunaler Unternehmen (VKU) zeigt nun: Fast 80 Prozent der Deutschen unterstützen die Beteiligung der Pharma- und Kosmetikindustrie an den Kosten für eine zusätzliche Reinigungsstufe in Kläranlagen.

80 Prozent der Deutschen unterstützen Vorhaben

„80 Prozent der Deutschen befürworten den von der EU-Kommission eingeschlagenen Weg zur Kostenbeteiligung der Pharma- und Kosmetikindustrie. So viel Rückenwind bekommt Politik selten von den Bürgerinnen und Bürgern. “, so Karsten Specht, VKU-Vizepräsident. Und weiter: „Wer saubere Gewässer und Bürger entlasten will, darf jetzt nicht einknicken!“.

Bislang müssen die Bürger und Wirtschaft allein für die Kosten der Abwasserreinigung über ihre Gebühren aufkommen – obwohl sie im Gegensatz zu den Herstellern natürlich selbst gar keine wasserschonenderen Produkte entwickeln können. Künftig sollen die Hersteller sich an den Kosten beteiligen. Diese Kostenbeteiligung bewerten insgesamt sechs von zehn Befragten als sehr positiv (61,8 Prozent) bzw. 17,1 Prozent als positiv. Nur 14 Prozent sind unentschlossen, lediglich 7 Prozent lehnen das Vorhaben ab. Unabhängig von der Parteipräferenz erfährt das Vorgehen breite Zustimmung in der Bevölkerung.

„In Zeiten der Polarisierung sind solche Mehrheitsverhältnisse bei den Wählerinnen und Wählern ein kristallklarer Auftrag an die Politik: In Brüssel Kurs halten und in Berlin die Richtlinie zügig in deutsches Recht umsetzen.“, so Specht.

Richtlinie bietet Chance für neue Produkte

Mehr als zwei Drittel, 67 %, der Befragten geben an, dass sie eher kosmetische und pharmazeutische Produkte kaufen würden, die Gewässer in Deutschland weniger belasten. „Die Mehrheit der Bürger ist offen gegenüber wasserschonenderen Produkten. Die Richtlinie erreicht damit ihr offenbar eigentliches Ziel, nämlich durch die Kostenbeteiligung einen Anreiz für die Entwicklung wasserschonenderer Produkte zu schaffen“, so Specht. Die Richtlinie gilt obendrein auch für Hersteller außerhalb der EU, sodass kein Wettbewerbsnachteil für die europäische Industrie entsteht.


Quelle und weitere Informationen: VKU

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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