Am 23. September beraten die Agrarministerinnen und Agrarminister der Länder in Würzburg über die Zukunft der Landwirtschaft. Nach einem weiteren Hitzesommer ist deutlich: Die Folgen des Klimawandels sind längst auf den Feldern angekommen. Dennoch spielt dieses zentrale und folgenreiche Thema auf der Agenda der Agrarministerkonferenz nur eine untergeordnete Rolle.
Längere Trockenphasen, sinkende Grundwasserstände und zunehmende Starkregenereignisse zeigen erneut, wie wichtig ein stabiler Landschaftswasserhaushalt ist. Eine zentrale Rolle spielen dabei gesunde Böden. Sie speichern Niederschläge, unterstützen die Grundwasserneubildung und tragen langfristig zur Sicherung sauberen Wassers bei. Gleichzeitig schützen sie vor Bodenerosion und Humusverlust und erhalten die Fruchtbarkeit der Böden.
Dass die Agrarministerkonferenz in diesem Jahr auf den europäischen Tag des Ökologischen Landbaus fällt, sollte den Blick zusätzlich auf den Beitrag des Ökolandbaus zum Schutz dieser natürlichen Lebensgrundlagen richten.
Ökolandbau stärkt die Speicherfähigkeit der Böden
„Ohne Wasser keine Ernte – ohne gesunde Böden keine Ernährungssicherheit“, sagt Thomas Lang, erster Vorsitzender der LVÖ Bayern. „Der Ökolandbau beweist seit Jahrzehnten, dass landwirtschaftliche Produktion und Ressourcenschutz zusammengehören. Humusaufbau, vielfältige Fruchtfolgen und der Verzicht auf chemisch-synthetische Pestizide sowie mineralische Stickstoffdünger stärken die Bodenfruchtbarkeit, verbessern die Wasserspeicherung und schützen unser Grundwasser. So sichern wir Boden auch als Wasserspeicher.“
Für die LVÖ Bayern und die VKU-Landesgruppe Bayern gehört der Schutz und die Stärkung des Landschaftswasserhaushalts zu den zentralen Zukunftsaufgaben der Agrarpolitik. Der Dürresommer macht die Bedeutung erneut deutlich und erfordert wirksames Handeln auf wirtschaftlicher, politischer und gesellschaftlicher Ebene.
Öffentliche Wasserversorgung und Landwirtschaft arbeiten in und um Wasserschutzgebiete bereits seit Jahrzehnten zusammen, um durch eine grundwasserschonende Bewirtschaftung eine hohe Wasserqualität sicherzustellen. Ob im Oberpfälzer Jura, im Mangfalltal oder in Landshut: Viele Wasserversorger setzen bei ihren Kooperationen und Projekten insbesondere auf den Ökolandbau. Dadurch soll das Wasser vor schädlichen Einträgen geschützt, eine klimaresiliente Landwirtschaft unterstützt und die Aufnahme und Speicherung von Regenwasser durch gesunde Böden verbessert werden. Diese Win-Win-Lösungen sollten nach Ansicht der beiden Verbände stärker in den Mittelpunkt der Diskussionen der Agrarministerkonferenz rücken.
Wasserversorgung beginnt auf der Fläche
„Sauberes Leitungswasser beginnt nicht erst im Wasserwerk, sondern auf der landwirtschaftlich genutzten Fläche. Jede Investition in gesunde Böden und einen funktionierenden Landschaftswasserhaushalt ist zugleich eine Investition in eine sichere Wasserversorgung und eine nachhaltige Landwirtschaft. Der Schutz unserer Wasserressourcen gelingt am besten gemeinsam mit den Landwirtinnen und Landwirten“, sagt Marcus Steurer, Vorsitzender der VKU-Landesgruppe Bayern.
Angesichts des extremen Hitzesommers und der insbesondere in Süddeutschland anhaltenden hohen Dürre appellieren die VKU-Landesgruppe Bayern und die LVÖ Bayern gemeinsam an die Agrarministerkonferenz, den Schutz von Boden und Wasser konsequent in den Mittelpunkt agrarpolitischer Entscheidungen zu stellen.
Naturnahe Maßnahmen sollen stärker in die Fläche gebracht werden, um den Wasserabfluss zu reduzieren, Wasser wie in einem Schwamm zu speichern und das Grundwasser zu schützen. Fördermittel für die Landwirtschaft sollten deshalb gezielt Maßnahmen unterstützen, die Humus aufbauen, Wasser in der Landschaft halten und die Qualität des Grundwassers sichern. Dazu zählen beispielsweise vielfältige Fruchtfolgen mit einem hohen Anteil an Klee- oder Luzernegras.
Mit KULAP und der neuen GAP stehen politische Steuerungsinstrumente zur Verfügung, die entsprechend angepasst werden können. Die Staatsregierung und die CSU könnten hier nach Ansicht der Verbände gezielt Weichen stellen, um ihrer Verantwortung gerecht zu.
Quelle: Agrarministerkonferenz in Bayern sollte anerkennen: Sauberes Wasser wächst auf gesunden Böden | VKU







