Generic filters
FS Logoi

Nachhaltiges Wassermanagement: Deutsch-südafrikanisches Projekt zur Bewältigung der Bergbaufolgen

Nach dem über 150-jährigen Steinkohleabbau im Ruhrgebiet mit seinen weitreichenden Folgen für das Wassermanagement unterstützt das Zentrum für Wasser- und Umweltforschung der Universität Duisburg-Essen nun Südafrika, eines der größten Bergbauländer der Welt, mit nachhaltigen Lösungen für das Gewässermanagement.

von | 12.07.24

Forschende und lokale Partner begutachten die Wasseraufbereitungsanlage einer Mine in Südafrika. Zu sehen ist das Wasser zu Beginn des Aufbereitungsprozesses.
Quelle: UDE/Michael Eisinger

Über 150 Jahre lang prägte der Steinkohleabbau das Wassermanagement im Ruhrgebiet nachhaltig. In Südafrika, einem der weltweit bedeutendsten Bergbauländer, setzen sich Wasseringenieur und Gewässerexperten des Zentrums für Wasser- und Umweltforschung der Universität Duisburg-Essen für nachhaltige Lösungen im Gewässermanagement ein. Das Verbundprojekt MAMDIWAS* wird dabei vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit 1,3 Millionen Euro unterstützt.

Umweltauswirkungen des Bergbaus auf Wasserressourcen in Südafrika

Der Bergbau in Südafrika führt zu erheblichen Belastungen der Wasserqualität und -verfügbarkeit. Schwermetalle, Säuren und andere giftige Substanzen aus dem Bergbau verschmutzen Grundwasser und Oberflächengewässer, senken den Grundwasserspiegel und beeinträchtigen die lokale Wasserversorgung. Langfristig verursacht dies erhebliche ökologische Schäden in aquatischen Ökosystemen.

„Gemeinsam mit lokalen Partnern aus Forschung und Industrie wollen wir die ökologischen und finanziellen Herausforderungen angehen, die durch das unbehandelte, vom Bergbau beeinflusste Wasser (MIW) entstehen“, erklärt Prof. Dr. Stefan Panglisch. „Wir wollen demonstrieren, wie dieses Wasser aufbereitet werden kann, um es beispielsweise als Trinkwasser oder zur Bewässerung weiterzuverwenden.“

Gleichzeitig wird das Potenzial für das Recycling von Rohstoffen erforscht, die sich im Minenwasser befindet, was zusätzliche ökonomische und ökologische Vorteile verspricht.

Förderung von Innovationen und lokaler Beteiligung für nachhaltige Entwicklung

Ein weiterer Schwerpunkt des Projekts liegt auf der Förderung der Wettbewerbsfähigkeit durch die Wiederverwendung von Wasser und Materialien.

„Diese Maßnahme soll nicht nur technologische Innovationen anregen, sondern auch das Unternehmertum und die aktive Beteiligung der lokalen Gemeinden fördern und die nachhaltige Entwicklung in der Region unterstützen“, betont Panglisch.

Das Projekt hat außerdem zum Ziel, den ökologischen Zustand der Flüsse nachhaltig zu verbessern, die durch Grubenwasser belastet sind. Hierfür wird ein regionales Konzept für integriertes Wasserressourcen-Management entwickelt, das spezifisch auf die Bedürfnisse der betroffenen Gebiete zugeschnitten ist.

„Unser Ziel ist es, die Transformation von einer bergbaubasierten Gesellschaft hin zu einer nachhaltigen Nachbergbau-Region voranzutreiben. In diesem Kontext ist das Ruhrgebiet ein Paradebeispiel dafür, wie Strukturwandel erfolgreich durch gezielte Maßnahmen zur wirtschaftlichen Diversifizierung und umfangreiche Umweltmaßnahmen gelingen kann. Diese Erfahrungen bieten wertvolle Erkenntnisse für Südafrika, wo ähnliche Herausforderungen bestehen“, sagt Panglisch.

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Jetzt Newsletter abonnieren

Immer auf dem aktuellen Stand, automatisch in Ihrem Postfach.

Hier anmelden

Neue Ionentauscher arbeiten zuverlässig im Wasserwerk Rauental, Rastatt
Neue Ionentauscher arbeiten zuverlässig im Wasserwerk Rauental, Rastatt

Sie wiegen gefüllt je 35 Tonnen, sind 7 Meter hoch und fassen ein Volumen von je 20 Kubikmetern: Im Juni wurden mittels Spezialtransporter zwei Ionentauscher ans Wasserwerk Rauental (Rastatt, Baden-Württemberg) angeliefert. Es handelt sich um zwei Filter, die mit unterschiedlichen Harzen gefüllt sind, die per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen (PFAS) aus dem Grundwasser filtern.

mehr lesen
Neuer Trinkwasser-Hochbehälter stärkt Versorgung in Niedersachsen
Neuer Trinkwasser-Hochbehälter stärkt Versorgung in Niedersachsen

Die Harzwasserwerke investieren weiter in die zuverlässige Trinkwasserversorgung Niedersachsens: In der Gemeinde Liebenburg im Landkreis Goslar entsteht derzeit ein neuer Hochbehälter, der künftig bis zu 20.000 Kubikmeter Trinkwasser speichern kann. Damit wächst die Gesamtkapazität des Standorts auf rund 60.000 Kubikmeter. Lewerberg wird somit zum größten Hochbehälter-Standort der Harzwasserwerke.

mehr lesen
Fünf Tonnen schwerer Wasserhahn im Wasserwerk Marienhafe eingebaut
Fünf Tonnen schwerer Wasserhahn im Wasserwerk Marienhafe eingebaut

Millimeterarbeit war kürzlich gefragt beim Neubau des Wasserwerks Marienhafe des Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverbands (OOWV). Denn es galt, ein so genanntes Schieberkreuz, das zum Verschließen einer Wasserleitung dient, passgenau gleichzeitig mit zwei Rohren zu verbinden. Der Schieber hat die Funktion eines Wasserhahns – nur, dass dieser Wasserhahn ungefähr fünf Tonnen wiegt. Kein Wunder, denn die Rohre, die er verbindet, haben einen Innendurchmesser von 800 Millimetern.

mehr lesen
iro 2026: Strategien für Netze von morgen
iro 2026: Strategien für Netze von morgen

Am 5. und 6. Februar 2026 wird Oldenburg wieder zum Treffpunkt für Fachleute aus Kommunen, Ver- und Entsorgungswirtschaft, Ingenieurbüros, Bauunternehmen sowie Forschung und Lehre. Unter dem Leitthema „Alt und Neu – Strategien für Netze von morgen“ widmet sich das 38. Oldenburger Rohrleitungsforum den zentralen Fragen einer zukunftsfähigen Netzarchitektur: Wie lassen sich bestehende Netze erhalten und neue Netze so gestalten, dass beide gemeinsam die Grundlage einer tragfähigen Gesamtstrategie für unsere Daseinsvorsorge bilden?

mehr lesen

Firmen zum Thema

Sie möchten den Wassermeister testen

Bestellen Sie Ihr kostenloses Probeheft

Überzeugen Sie sich selbst: Gerne senden wir Ihnen die Wassermeister kostenlos und unverbindlich zur Probe!

Finance Illustration 03