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Kooperationen für sauberes Trinkwasser

Der Oldenburgisch-Ostfriesische Wasserverband (OOWV) und die in seinen Trinkwassereinzugsgebieten wirtschaftenden Kooperationslandwirte arbeiten weiterhin mit dem Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) zusammen. Sie haben sich auf fünf weitere Jahre der Zusammenarbeit für sauberes Trinkwasser geeinigt.

von | 08.02.24

Kooperationslandwirte, OOWV und NLWKN: Vertreter aller drei Parteien – hier bei der jüngsten Kooperationsausschusssitzung versammelt – haben sich auf eine Fortsetzung der Zusammenarbeit für den Trinkwasserschutz geeinigt.
Quelle: Sonia Voigt/OOWV
sauberes Trinkwasser

8. Februar 2024 Ι Der Oldenburgisch-Ostfriesische Wasserverband (OOWV) und seine Kooperationspartner setzen sich weiterhin für sauberes Trinkwasser sowie Grundwasserschutz ein. Der OOWV und die in seinen Trinkwassereinzugsgebieten wirtschaftenden Kooperationslandwirte arbeiten weiterhin mit dem Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) zusammen. Sie haben sich auf fünf weitere Jahre der Zusammenarbeit für sauberes Trinkwasser geeinigt.

Freiwillige Vereinbarung verhilft zur Nitratreduktion

Sauberes Trinkwasser ist ein Muss: Seit Januar 2024 regelt der Trinkwasserschutzvertrag Zuschüsse für Wasserversorger und Landwirtschaft, die sich einem gemeinsam ausgearbeiteten Schutzkonzept verpflichten. Es beinhaltet eine kostenlose Wasserschutzberatung für Landwirte, freiwillige Vereinbarungen über Maßnahmen zum Grundwasserschutz, insbesondere zur Nitratreduktion, und eine anschließende Erfolgskontrolle durch den OOWV.

Der Vergleich mit nur nach den gesetzlichen Vorgaben bewirtschafteten Flächen zeigt, dass es durch die Kooperationsmaßnahmen gelingen kann, den Reststickstoffgehalt im Boden nach der Ernte teilweise deutlich zu senken. Damit sinkt der Nitratgehalt im Sickerwasser und somit auch der Nährstoffeintrag ins Grundwasser.

Zusammenarbeit für sauberes Trinkwasser

„Es ist ein Erfolg, dass wir diese Kooperation fortsetzen können und die Mittel für den Trinkwasserschutz weiter fließen“, sagt Karsten Specht, Geschäftsführer des Wasserversorgers mit Sitz in Brake. 2,48 Mio. € an Landesmitteln stehen über den NLWKN pro Jahr zur Verfügung.

„Diese erfolgreiche Zusammenarbeit für einen besseren Grundwasserschutz besteht schon seit 30 Jahren“, hebt Dr. Romuald Buryn, Leiter des Geschäftsbereiches Gewässerbewirtschaftung des NLWKN in Cloppenburg, die Langfristigkeit der gemeinsamen Bemühungen hervor. Partner waren in Niedersachsen zunächst die Bezirksregierungen, mit der Verwaltungsreform 2008 übernahmen Wasserversorger wie der OOWV die Verantwortung für die Kooperation. Viel sei erreicht worden, lobt Buryn. Dass weniger Nährstoffe im Trinkwasser landen, ist an den Messstellen unter landwirtschaftlich genutzten Flächen in den Kooperationsgebieten klar ablesbar.

OOWV fordert mehr Budget für sauberes Trinkwasser

Einen Wermutstropfen gibt es aus Sicht von OOWV-Geschäftsführer Karsten Specht aber auch: Von den über 14 Mio. € Wasserentnahmeentgelt, die von den Kunden einbehalten und an das Land abgeführt wurden, fließt nur ein kleiner Teil von 2,48 Mio. € in den vorsorgenden Trinkwasserschutz zurück. Gemeinsam mit seinen Kooperationspartnern fordert der OOWV hier eine Zweckbindung und eine deutliche Steigerung der Finanzhilfen des Landes, um Maßnahmen zum Verzicht von Pflanzenschutzmitteln bezahlen zu können und die Akzeptanz unter den Landwirten zu steigern.

„Nur mit einem angemessenen Budget können wir diese erfolgreichen Trinkwasserschutz-Kooperationen, die wichtige Säulen im Trinkwasserschutzkonzept des OOWV und im Gewässerschutz allgemein sind, für die Zukunft sichern“, bekräftigt Specht.

Sehr intensiv fielen die Verhandlungen vor Vertragsabschluss aus, berichtet OOWV-Regionalleiter Kay Schönfeld. Als Vertreter des OOWV im Kooperationsausschuss erlebe er, dass die Landwirte, die Flächen in den Wasserschutzgebieten bewirtschaften, einen hohen Kostendruck beklagen. „Es wird immer schwerer, unter den hohen Auflagen noch wirtschaftlich arbeiten zu können. Umso mehr freut uns die Unterstützung durch die Kooperationslandwirte. Alle wissen, wie wichtig es ist, für den Grundwasserschutz an einem Strang zu ziehen“, betont Schönfeld. Daher sei erneut eine Einigung gelungen.

Verpflichtende Wasserschutzvorgaben verschärft

„Wir haben eine gute Arbeitsgrundlage für die Beibehaltung der hohen Trinkwasserqualität im OOWV-Gebiet geschaffen“, bilanziert der Vorsitzende des Kooperationsausschusses Georg Glup, „es wird aber schwieriger, die freiwilligen Vereinbarungen noch attraktiv für die Landwirte zu gestalten. Mit der bisherigen Ausstattung an Finanzmitteln ist das Kooperationsmodell in Gefahr.“ Zumal sich die verpflichtenden Wasserschutzvorgaben zuletzt verschärft haben, etwa beim Thema Rote Gebiete. „Durch den vorsorgenden Trinkwasserschutz erbringen die Landwirte eine Dienstleistung für die Gesellschaft – es ist selbstverständlich, dass ihnen höhere Kosten für diese Dienstleistung ausgeglichen werden“, ergänzt Glup.

Die erneuerte Vereinbarung gilt für alle Trinkwassergewinnungsgebiete rund um OOWV-Wasserwerke sowie für die Wasserschutzgebiete der Gemeindewerke Bad Zwischenahn und der Wirtschaftsbetriebe Norden – insgesamt handelt es sich um rund 40.000 ha landwirtschaftliche Nutzfläche. Seit 2019 sind sie zusammengefasst in fünf regionale Kooperationen (Aurich-Friesland-Wittmund, Ammerland, Oldenburg, Holdorf und Thülsfelde), die jeweils ein eigenes Budget für Wasserschutzmaßnahmen verwalten – eine neue Struktur, die sich bewährt habe, erklärt Schönfeld. Insgesamt unterstützt das Umweltministerium in Hannover die Kooperation 2024 mit rund 695.000 € bei der Gewässerschutzberatung. Durchgeführt wird diese durch die Landwirtschaftskammer Niedersachsen und den Ingenieurdienst INGUS. Hinzu kommen rund 1,78 Mio. € an Zuschüssen für freiwillige Vereinbarungen. Für die Folgejahre ist eine Förderung in vergleichbarer Höhe geplant.

Maßnahmen für den Grundwasserschutz

Im Gegenzug verpflichten sich die Landwirte im gemeinsamen Schutzkonzept zu konkreten Maßnahmen für einen besseren Grundwasserschutz. Dazu zählen die dauerhafte Begrünung von Flächen mit Zwischenfrüchten, die Stickstoff binden, oder die verminderte Nährstoffzufuhr beim Maisanbau. „Sehr gute Erfolge konnten im vergangen Finanzhilfezeitraum von 2019 bis 2023 vor allem bei der Umsetzung von gesamtbetrieblichen und erfolgsorientierten Maßnahmen verzeichnet werden“, berichtet Dr. Christina Aue, Geschäftsführerin der Trinkwasserschutz-Kooperation beim OOWV. Hierbei setzen die Höfe auf ihrer gesamten Fläche auf Grundwasserschutz und werden im Herbst für gute Reststickstoffwerte belohnt.

„In fast allen Kooperationsgebieten wurden 2023 bei den teilnehmenden Betrieben im Vergleich und im Mittel gute, das heißt niedrige Stickstoffwerte gemessen“, erklärt die Agraringenieurin. Im Zeitraum von 2019 bis 2022 sei der mittlere Nitratwert im flachen Grundwasser unter landwirtschaftlicher Nutzung für die elf OOWV-Trinkwassergewinnungsgebiete der Kooperation von 69 auf 62 mg/l gesunken. Ziel der Kooperation sei es, hier die 50 mg Grenze zu erreichen, um die gute Qualität des Trinkwassers, das aus viel tieferen Erdschichten entnommen wird, langfristig zu erhalten.

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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