Generic filters
FS Logoi

Greifswald baut Moorforschung aus

Die Universität Greifswald erhält vom Bundesumweltministerium rund 14 Millionen Euro für den Ausbau ihrer Moorforschung. Mit der Förderung soll das Greifswald Moor Institut aufgebaut sowie die Forschung zu Biodiversität, Wasserhaushalt und nachhaltiger Moornutzung gestärkt werden. Ziel ist es, wissenschaftliche Erkenntnisse für den Klima-, Wasser- und Naturschutz schneller in die Praxis zu überführen.

von | 14.07.26

Landesumweltminister Dr. Till Backhaus betont, der naturbasierte Klimaschutz sei für Mecklenburg-Vorpommern so wichtig wie für kaum ein anderes Bundesland.
Quelle: Adobestock/ 316872143

Im Rahmen einer auswärtigen Kabinettssitzung der Landesregierung Mecklenburg-Vorpommern mit Vertreter:innen der Bundesregierung in der Landesvertretung Mecklenburg-Vorpommerns beim Bund in Berlin haben Bundesumweltminister Carsten Schneider und Ministerpräsidentin Manuela Schwesig am 7. Juli 2026 einen Förderbescheid zum Ausbau der Moorforschung an die Universität Greifswald übergeben. Das Bundesumweltministerium unterstützt das Vorhaben seit Juli 2026 mit rund 14 Millionen Euro. Die Förderung bildet die Grundlage für die Weiterentwicklung der Moorforschung und den Aufbau des Greifswald Moor Instituts (GMI).

Förderung für Forschung und Praxis

Mit den Fördermitteln sollen praxisrelevante Forschungsfragen rund um Moore bearbeitet und die Moorforschung am Standort Greifswald langfristig gestärkt werden. Geplant sind unter anderem der Ausbau international einzigartiger Datenbanken und Forschungsinfrastrukturen. Im Mittelpunkt stehen Forschungsarbeiten zu Biodiversität, Wasserhaushalt und einer nachhaltigen Moornutzung sowie die Bereitstellung anwendungsorientierten Wissens. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse sollen in konkrete Anwendungsfälle einfließen und neue Wertschöpfungsketten für Produkte aus der nassen Moorbewirtschaftung unterstützen.

Bund sieht Moore als Schlüssel für Klima- und Wasserschutz

Bundesumweltminister Carsten Schneider erklärt: „Greifswald ist international das führende Zentrum für Moorforschung und hilft uns dabei, noch mehr über die Moore zu lernen. Nasse Moore helfen uns enorm beim Klimaschutz und dabei, in Dürrezeiten Wasser in der Landschaft zu halten. Über Jahrhunderte hinweg wurden Moore in Deutschland entwässert. Die Folgen erleben wir heute: Grundwasserspiegel sinken ab, Wälder vertrocknen, Treibhausgase entweichen und heizen den Planeten auf. Anders, wenn wir sie wieder in ihren ursprünglichen, nassen Zustand bringen: So können wir Wasser in der Landschaft halten, so dass selbst in Dürrezeiten Landwirtschaft möglich bleibt. Das hat Vorteile, die uns allen helfen: Starkregen können gepuffert und gespeichert werden für Dürrephasen. Die Grundwasservorräte füllen sich auf. Damit ist wieder bis weit ins Umland hinein genug Wasser vorhanden. Die Moorstandorte können wieder die natürliche Klima-Anlage werden, die sie jahrtausendelang waren. Die Moorforschung ist die notwendige Grundlage dazu. Mit dieser Förderung stärken wir sie – und zudem auch noch die Forschungslandschaft in Nordost-Deutschland.“

Ministerpräsidentin Manuela Schwesig: „Unsere Moore haben eine besondere Bedeutung. Sie schützen das Klima, fördern die Artenvielfalt, speichern Wasser und eröffnen neue Perspektiven für die nachhaltige Erzeugung von Biomasse. Greifswald ist der führende Standort in der Moorforschung in Deutschland. Wir freuen uns sehr über die Entscheidung von Bundesumweltminister Schneider, den Ausbau der Moorforschung in Greifswald in den kommenden vier Jahren mit 14 Millionen Euro zu unterstützen. Auch das Land beteiligt sich mit 700.000 Euro am Aufbau des Greifswald Moor Instituts. Damit stärken wir Vorpommern als Forschungsstandort und den Klima- und Umweltschutz.“

Universität baut Forschungsschwerpunkt weiter aus

Rektorin Prof. Dr. Katharina Riedel bezeichnet die Förderung als ein starkes Signal für den Wissenschaftsstandort Greifswald. Die Moorforschung gehöre seit mehr als 200 Jahren zur Universität Greifswald. Heute zähle Greifswald zu den führenden Standorten der Moorforschung in Deutschland. Hier seien die bundesweit einzige Professur für Moorforschung angesiedelt und rund 100 Wissenschaftler*innen aus drei Fakultäten mit der Moorforschung befasst. Zudem bilde das Greifswald Moor Centrum eine wichtige Schnittstelle zwischen Wissenschaft, Politik und Praxis. Dass die Universität Greifswald außerdem Sprecherhochschule des Sonderforschungsbereichs/Transregios WETSCAPES 2.0 sei, unterstreiche die wissenschaftliche Stärke des Standorts. Die Förderung unterstütze diese besondere Profilbildung und schaffe eine wichtige Grundlage für den Aufbau des Greifswald Moor Instituts.

Land will Greifswald als Kompetenzzentrum etablieren

Landesumweltminister Dr. Till Backhaus betont, der naturbasierte Klimaschutz sei für Mecklenburg-Vorpommern so wichtig wie für kaum ein anderes Bundesland. Deshalb habe er sich in den vergangenen Jahren mit Nachdruck dafür eingesetzt, die herausragende Moorforschung in Greifswald dauerhaft zu sichern und weiterzuentwickeln. Er freue sich sehr, dass der Bund diesen Weg nun gemeinsam mit dem Land gehe. Mit der Förderung würden wichtige Forschungsfragen bearbeitet, weltweit einzigartige Datenbanken und Forschungsinfrastrukturen gesichert sowie die über Jahrzehnte aufgebaute Expertise am Standort erhalten. Das sei gut investiertes Geld, denn die Erkenntnisse aus Greifswald seien von großer Bedeutung für den Klimaschutz, die Landwirtschaft und die Entwicklung der ländlichen Räume. Sein Ziel sei es, Greifswald dauerhaft als führendes Kompetenzzentrum der Moorforschung in Europa zu etablieren. Mit der Förderung sei diesem Ziel ein entscheidender Schritt nähergekommen.

Mehr Informationen

Quelle: Informationsdienst Wissenschaft – Universität Greifswald

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Jetzt Newsletter abonnieren

Immer auf dem aktuellen Stand, automatisch in Ihrem Postfach.

Hier anmelden

OOWV startet mit 13 Nachwuchskräften in die Zukunft
OOWV startet mit 13 Nachwuchskräften in die Zukunft

Der Oldenburgisch-Ostfriesische Wasserverband (OOWV) hat 13 neue Auszubildende und duale Studierende begrüßt. Im Museum Kaskade in Diekmannshausen starteten sie in acht verschiedene Berufs- und Studienrichtungen. Sie lernen in den kommenden Jahren die technischen, kaufmännischen und digitalen Aufgabenbereiche der modernen Wasserwirtschaft kennen.

mehr lesen

Firmen zum Thema

Sie möchten den Wassermeister testen

Bestellen Sie Ihr kostenloses Probeheft

Überzeugen Sie sich selbst: Gerne senden wir Ihnen die Wassermeister kostenlos und unverbindlich zur Probe!

Finance Illustration 03
Datenschutz
wassermeister.net, Inhaber: Vulkan-Verlag GmbH (Firmensitz: Deutschland), würde gerne mit externen Diensten personenbezogene Daten verarbeiten. Dies ist für die Nutzung der Website nicht notwendig, ermöglicht aber eine noch engere Interaktion mit Ihnen. Falls gewünscht, treffen Sie bitte eine Auswahl:
Datenschutz
wassermeister.net, Inhaber: Vulkan-Verlag GmbH (Firmensitz: Deutschland), würde gerne mit externen Diensten personenbezogene Daten verarbeiten. Dies ist für die Nutzung der Website nicht notwendig, ermöglicht aber eine noch engere Interaktion mit Ihnen. Falls gewünscht, treffen Sie bitte eine Auswahl: