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Bayrische Wasserversorgung an künftige Herausforderungen anpassen

Laut Bayerischem Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz sollen die Wasserversorgung in Bayern „weiter gestärkt und dazu die Fernwasserversorgung an die Herausforderungen des Klimawandels angepasst werden“. Dazu hat der Ministerrat am 28. Oktober entschieden, vier konkrete Handlungsoptionen weiterzuverfolgen.

von | 03.11.25

Blick auf eine Trinkwassertalsperre
Quelle: Pixabay/ JensSchlueter

„Die weiteren Weichen für die Zukunft einer sicheren öffentlichen Wasserversorgung in Bayern sind gestellt. Wir setzen die Gesamtstrategie ‘Wasserzukunft Bayern 2050‘ konsequent um“, so Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber am 28. Oktober. „Ziel ist es, die Wassersicherheit in Bayern in allen Landesteilen auch in Zukunft auf höchstem Niveau sicherzustellen. Auch in Bayern sind die Auswirkungen des Klimawandels auf die öffentliche Wasserversorgung zunehmend spürbar. In einem nächsten Schritt werden verschiedene Handlungsoptionen zur Stärkung der Fernwasserversorgung weiter betrachtet. Aktuell tragen die überregionalen Systeme in Bayern dazu bei, den Trinkwasserbedarf von rund 2,6 Mio. Einwohnern zu decken. Von der Umsetzung weiterer Maßnahmen würden zusätzlich etwa 2,4 Mio. Menschen profitieren.“

Zum bestehenden System gehören auch die beiden staatlichen Trinkwassertalsperren Mauthaus und Frauenau.

Das Projekt „SüSWasser“ wurde vom Umweltministerium gemeinsam mit den elf bayerischen Fernwasserversorgungsunternehmen ins Leben gerufen. Ziel ist es, langfristige Strategien für eine sichere Wasserversorgung in Bayern zu entwickeln. Im Zuge des Projekts wurden verschiedene Optionen untersucht, von denen vier derzeit weiterverfolgt und regelmäßig im Hinblick auf künftige Entwicklungen überprüft werden sollen:

  1. die Nutzung von Grundwasser im Gebiet der Lechmündung,
  2. die Nutzung von Grundwasser im Gebiet der Lechmündung in Kombination mit Wasser aus der tschechischen Talsperre Nýrsko,
  3. die Nutzung von Grundwasser im Gebiet der Lechmündung in Kombination mit dem Bau einer neuen dritten Talsperre in Bayern oder
  4. der alleinige Bau einer neuen dritten Talsperre.

(Eine weitere Möglichkeit, den Bodensee in die Versorgung einzubeziehen, wird aus fachlichen und wirtschaftlichen Gründen nicht weiterverfolgt.)

Strategie Schritt für Schritt realisieren

Da es sich bei der Projektrealisierung um eine langfristige Aufgabe über mehrere Jahrzehnte handelt, soll die Umsetzung schrittweise erfolgen. Zunächst sollen einzelne, in sich abgeschlossene Maßnahmen geplant, die unabhängig von der später gewählten Gesamtstrategie konkrete Verbesserungen bringen und die Versorgungssicherheit erhöhen sollen. Dazu zählen unter anderem Detailuntersuchungen zur Trassenführung für die geplante Vernetzung des Systems sowie die Planung möglicher Umsetzungsprojekte.

Parallel dazu startet ein EU-kofinanziertes Interreg-Projekt, das die Möglichkeiten einer Zusammenarbeit mit Tschechien untersuchen soll. Ergänzend sind staatliche Strukturgutachten vorgesehen, die den Schulterschluss mit den regionalen Wasserversorgern in der Ostoberpfalz und Ostniederbayern fördern sollen. Dafür stellt das Umweltministerium in den kommenden drei Jahren jeweils bis zu 4 Mio. Euro jährlich bereit.

Die Wasserversorgung liegt als kommunale Aufgabe im eigenen Wirkungskreis der Gemeinden. In Bayern erfolgt sie dezentral und vorrangig aus ortsnahen Ressourcen. An diesem Grundsatz wird weiterhin festgehalten. Reichen lokale Quellen nicht aus, schließen sich die Kommunen zu regionalen oder interkommunalen Verbünden zusammen, die seit vielen Jahren über die bayerische Förderrichtlinie RZWas finanziell unterstützt werden. Ergänzt wird dieses System durch elf überregionale Fernwasserversorgungen, die rund 500 Gemeinden bei der Sicherstellung einer stabilen Trinkwasserversorgung unterstützen.

 

Weitere Informationen

 


 

(Quelle: Bayerisches Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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