Generic filters
FS Logoi

Bayerische Ausführungsverordnung zur Düngeverordnung unwirksam: BDEW nimmt Stellung

Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e.V. (BDEW) hat am 24. Oktober Stellung zum Nitrat-Urteil des Bundesverwaltungsgerichts zur bayerische Ausführungsverordnung zur Düngeverordnung (AVDüV) genommen. Das Bundesverwaltungsgericht hatte diese am selben Tag für ungültig erklärt.

von | 31.10.25

Martin Weyand, Mitglied der BDEW-Hauptgeschäftsführung und Hauptgeschäftsführer Wasser und Abwasser
©Thomas Imo Photothek/BDEW

„Nitrat-Urteil macht Notwendigkeit klarer Rechtsgrundlagen für den Grundwasserschutz deutlich“

Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig hat die bayerische Ausführungsverordnung zur Düngeverordnung (AVDüV) für unwirksam erklärt. Damit stellte das Gericht fest, dass die Rechtsgrundlage für die Ausweisung von besonders belasteten Gebieten in Bayern nicht ausreichend bestimmt war. Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) sieht in der Entscheidung ein deutliches Signal für die Notwendigkeit klarer, rechtssicherer Regelungen zum Schutz des Grundwassers vor übermäßiger Nitratbelastung.

Martin Weyand, BDEW-Hauptgeschäftsführer Wasser/Abwasser, erklärt dazu:

„Das Urteil zeigt, wie wichtig es ist, dass die Vorgaben für die Ausweisung von sogenannten roten Gebieten mit hoher Nitratbelastung rechtlich klar geregelt werden. Nur so können wir den Eintrag von Nitraten aus der Landwirtschaft wirksam reduzieren und die Belastung des Grundwassers unter dem EU-Grenzwert von 50 mg pro Liter halten. Das Bundesverwaltungsrecht hat die Notwendigkeit zur Reduzierung von Nitrateinträgen nicht in Frage gestellt, sondern eine klare und nachvollziehbare Umsetzung eingefordert. Dazu gehört auch eine konsequente Bilanzierung von Nährstoffeinträgen und -austrägen in den Betrieben im Sinne einer transparenten Stoffstrombilanz. Mit rechtsklaren, nachhaltigen und überprüfbaren Maßnahmen lässt sich der Grundwasserschutz dauerhaft sichern – und teure technische Aufbereitungsverfahren können vermieden werden, wenn der Eintrag von Nitraten von vornherein reduziert wird.“

(Quelle: BDEW)

 


 

Zum Hintergrund

Hintergrund der Klage war die Frage, ob die Ausweisung der sogenannten „roten Gebiete“ mit hoher Nitratbelastung durch die bayerische Ausführungsverordnung zur Düngeverordnung (AVDüV) rechtlich ausreichend und korrekt war. Die Kläger argumentierten, dass die rechtlichen Grundlagen für die Festlegung dieser Gebiete nicht klar genug und damit verfassungswidrig seien. Sie kritisierten insbesondere die unzureichende Bestimmtheit der gesetzlichen Regelungen, die für die Ausweisung der Gebiete genutzt wurden.

Ein zentrales Problem war, dass die AVDüV auf einer Verwaltungsvorschrift basierte und nicht auf einer konkreten gesetzlichen Norm. Damit sei die Ausweisung nicht ausreichend transparent und nachvollziehbar. Zudem forderten die Kläger eine präzisere und rechtsverbindliche Regelung, um eine wirksame Bekämpfung der Nitratbelastung im Grundwasser sicherzustellen. Das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts, das die Unwirksamkeit der bayerischen Ausführungsverordnung feststellte, bestätigte die Ansicht der Kläger, dass klare, rechtssichere und überprüfbare Vorgaben für die Festlegung belasteter Gebiete notwendig sind, um den Grundwasserschutz effektiv zu gewährleisten.

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Jetzt Newsletter abonnieren

Immer auf dem aktuellen Stand, automatisch in Ihrem Postfach.

Hier anmelden

Dialog über die Zukunft des Wasserstandorts Berlin
Dialog über die Zukunft des Wasserstandorts Berlin

Anlässlich seines 25-jährigen Bestehens lädt das Kompetenzzentrum Wasser Berlin (KWB) am 16. Juni 2026 zum Austausch über die Zukunft der Wasserwirtschaft ein. Im Mittelpunkt stehen Herausforderungen und Chancen für den Wasserstandort Berlin im Spannungsfeld von Klimaanpassung, Innovation und Digitalisierung.

mehr lesen
Sauberes Wasser, aber wenig Vertrauen in Trinkbrunnen
Sauberes Wasser, aber wenig Vertrauen in Trinkbrunnen

Trotz steigender Temperaturen bleiben viele öffentliche Trinkbrunnen ungenutzt. Forschende der Universität Bamberg zeigen, dass nicht mangelnde Verfügbarkeit, sondern häufig Zweifel an Sauberkeit und Sicherheit der Grund sind. Eine Studie belegt, dass einfache Hinweisschilder die Nutzung deutlich erhöhen können. Die Ergebnisse liefern wichtige Impulse für Gesundheitsvorsorge und hitzeangepasste Stadtplanung.

mehr lesen
Sedimente erzählen die Umweltgeschichte
Sedimente erzählen die Umweltgeschichte

Sedimente in Stauseen speichern Informationen über Schadstoffeinträge und Umweltveränderungen über viele Jahrzehnte hinweg. Ein neues Forschungsprojekt der Universität Würzburg untersucht fünf Stauseen in der Eifel, um Belastungen durch Schadstoffe, Schwermetalle und Mikroplastik zu analysieren. Mithilfe von Bohrkernen und modernen Analysemethoden wollen die Forschenden Entwicklungen der vergangenen 100 Jahre nachvollziehen. Gleichzeitig sollen die Daten helfen, aktuelle Veränderungen und die Wirksamkeit von Umweltschutzmaßnahmen besser zu bewerten.

mehr lesen

Firmen zum Thema

Sie möchten den Wassermeister testen

Bestellen Sie Ihr kostenloses Probeheft

Überzeugen Sie sich selbst: Gerne senden wir Ihnen die Wassermeister kostenlos und unverbindlich zur Probe!

Finance Illustration 03