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EU-Agrarpolitik: Trinkwasserschutz ernst nehmen

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Autor: Redaktion

EU-Agrarpolitik: Trinkwasserschutz ernst nehmen

Der Appell wird vom europäischen Dachverband des Wassersektors, EurEau, vollumfänglich unterstützt. Der Appell richtet sich an die Schlussverhandlungen zur GAP und wurde an alle 27 Landwirtschaftsminister in der EU und die Entscheidungsträger im Europäischen Parlament gesandt. Mit Blick auf die Europäische Kommission wurde der Appell in erster Linie an den Agrarkommissar und an den für den European Green Deal zuständigen Vizepräsidenten gerichtet und auch an die Kommissionspräsidentin übermittelt. Zudem wurde der Appell an die entsprechenden Positionen in der deutschen Bundesregierung adressiert.
„Mit dem Appell möchten wir die Ziele des European Green Deals zum Klimaschutz, das Null-Schadstoff-Ziel für eine schadstofffreie Umwelt, die ‚vom Hof auf den Tisch‘-, die Chemikalien- und die Biodiversitäts-Strategie mit allem gebotenen Nachdruck unterstützen“, so IAWR-Präsident Prof. Dr. Matthias Maier. Alle Akteure in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft seien aufgerufen, sich bei den nun anstehenden, unumgänglichen Umsteuerungsprozessen mit vereinigten Kräften zu beteiligen. Den EU-Bürgern empfiehlt er als konkrete Handlungsoption zur GAP zum Schutz des Trinkwassers vor Pestizideinsatz sowie für eine sozialökologische Agrarwende, die Europäische Bürgerinitiative „Bienen und Bauern retten!“ zu unterzeichnen.

Sofortiges Umsteuern der GAP alternativlos geboten

Die bisherige konventionelle landwirtschaftliche Praxis ist mit beträchtlichen Einträgen von Pflanzenschutzmitteln/Pestiziden, Gülle und Düngemitteln in Luft, Böden und (Grund-)Wasser verbunden und kann irreparable Schäden der (Grund-)Wasserqualität erzeugen, da in der Regel keine Rückholbarkeit einmal freigesetzter Stoffe aus der Umwelt besteht. In der Folge müssen immer weitere, teure und energieintensive Aufbereitungsanlagen in den Wasserwerken auf Kosten der Bevölkerung gebaut werden. Zudem reichern sich nicht mehr abbaubare (persistente) Stoffe kontinuierlich in der Umwelt und damit letztlich auch im Menschen an. Zudem lässt sich absehen, dass in der Zukunft auch eine Nachrüstung in den Wasserwerken nicht mehr ausreichen wird, um alle Belastungen zu entfernen. In der Konsequenz könnte die gesetzlich vorgeschriebene Trinkwasserqualität dann nicht mehr eingehalten werden. Es ist der jetzigen Generation nicht gestattet, den nachfolgenden Generationen intakte Trinkwasser-Ressourcen als unverzichtbarer Lebensgrundlage vorzuenthalten. Dies gilt es jetzt ohne weiteren Zeitverzug abzuwenden und die GAP mit starkem politischem Gestaltungswillen umzusteuern.

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