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Wattenmeerstaaten vereinbaren besseren Schutz des Weltnaturerbes Wattenmeer

Abschluss der 14. Trilateralen Wattenmeerkonferenz in Wilhelmshaven Zum Abschluss der Wattenmeerkonferenz in Wilhelmshaven vom 28. bis 30. November wurde ein neuer integrierender Wattenmeerplan verabschiedet. Damit werden die drei Wattenmeerstaaten Deutschland, Dänemark und die Niederlande ihr Management des Weltnaturerbes Wattenmeer angesichts der Bedrohung durch den Meeresspiegelanstieg und die weiter zunehmenden menschlichen Nutzungen besser koordinieren und damit […]

von | 06.12.22

Abschluss der 14. Trilateralen Wattenmeerkonferenz in Wilhelmshaven

Zum Abschluss der Wattenmeerkonferenz in Wilhelmshaven vom 28. bis 30. November wurde ein neuer integrierender Wattenmeerplan verabschiedet. Damit werden die drei Wattenmeerstaaten Deutschland, Dänemark und die Niederlande ihr Management des Weltnaturerbes Wattenmeer angesichts der Bedrohung durch den Meeresspiegelanstieg und die weiter zunehmenden menschlichen Nutzungen besser koordinieren und damit das Wattenmeer besser schützen. Die natürlichen Ökosystemfunktionen müssen durch wirksame Schutzgebiete erhalten werden, zudem sind dringend Klima-Anpassungsmaßnahmen auf der Grundlage natürlicher Lösungsansätze notwendig. Hierzu haben die Wattenmeerstaaten ein trilateral koordiniertes Forschungsprogramm in Höhe von 15 Mio. Euro vereinbart, zu dem Deutschland 11 Mio. Euro beitragen wird. In der gemeinsamen Forschungsinitiative mit den Niederlanden und Dänemark sollen Grundlagen und mögliche Maßnahmen erarbeitet werden, um das Wattenmeer klimaresilienter zu machen und dauerhaft als Weltnaturerbe zu erhalten. Eingeladen zu der Konferenz hatten das Bundesumweltministerium und das niedersächsische Umweltministerium.

Bundesumweltministerin Steffi Lemke: “Angesichts von Klima-, Verschmutzungs- und Biodiversitätskrise wächst der Druck auf das Wattenmeer und seine Artenvielfalt. Umso dringender ist es, dass die drei Wattenmeerstaaten – Deutschland, Dänemark und die Niederlande – zusammenarbeiten und den Schutz unserer Meere und Küsten voranbringen. Das Wattenmeer kann einen wertvollen Beitrag im Kampf gegen die Klima- und Biodiversitätskrise leisten: Als natürliches, artenreiches Ökosystem ist es in der Lage, erhebliche Mengen an Klimagasen in Salz- und Seegraswiesen und in Schlickböden zu speichern. Diese Funktionen möchten wir durch umfangreiche Maßnahmen im Rahmen des Aktionsprogramms Natürlicher Klimaschutz zusammen mit den Küstenländern stärken. Solch naturbasierte Lösungen helfen uns, unsere Klimaziele zu erreichen, und wir schützen zudem die wichtigen Ökosysteme, die wiederum von der Klimakrise bedroht werden.”

Bundesumweltministerin Lemke machte auch deutlich, dass es gerade angesichts des immer stärker zunehmenden Nutzungsdrucks besonders wichtig ist, auf trilateraler Ebene voneinander zu lernen und gemeinsam entwickelte Handlungsansätze ambitioniert umzusetzen. Lemke: “Unter dem Eindruck der Weltklimakonferenz in Ägypten und der bevorstehenden Weltnaturkonferenz in Montreal wollen wir anhand des gemeinsamen integrierenden Managements des Wattenmeeres deutlich machen, wie natürlicher Klimaschutz und der Schutz eines einzigartigen Ökosystems gelingen kann. Damit nehmen wir auch unsere Verantwortung vor Ort wahr.”

Dazu wurde unter deutscher Präsidentschaft ein “Integrierender Managementplan für das EINE Weltnaturerbe Wattenmeer” erarbeitet, der neben einer besseren Koordinierung der unterschiedlichen Managementansätze in den Wattenmeerstaaten auch Schlüsselthemen wie Fischerei, Schifffahrt, Tourismus, Energie und Küstenschutz trilateral und koordiniert angehen will.

Unter dem Motto “Gemeinsam für EIN Weltnaturerbe Wattenmeer” haben sich die drei Staaten und die für die Wattenmeer-Nationalparke zuständigen Küstenländer Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein mit über 250 Vertreterinnen und Vertretern aus Kommunen, Naturschutz-, Umwelt- und Nutzerverbänden sowie der Wissenschaft und der Jugend in Wilhelmshaven getroffen und Lösungsansätze beraten, wie angesichts steigender Gefährdungen der außergewöhnliche universelle Wert dieses sensiblen und global einmaligen Ökosystems nachhaltig geschützt und erhalten werden kann.

Das Motto der Konferenz “Gemeinsam für EIN Weltnaturerebe Wattenmeer” spiegelt auch einen weiteren Schwerpunkt der vierjährigen deutschen Präsidentschaft wider, die mit dieser Konferenz geendet hat und an Dänemark übergeben wurde. Die künftig intensivere Einbindung von Partnern und die Stärkung eines breiten Partnerschaftsnetzwerks lässt sich auch in Partnerschaftsprojekten erkennen wie z.B. der Initiative gegen Lichtverschmutzung (Dark Sky Initiative) von Kommunen und Umweltverbänden.

Die Wattenmeerstaaten konnten auch Gäste aus Mauretanien, Guinea Bissau und den Senegal begrüßen und mit ihnen ihre schon langjährige Partnerschaft bestärken, um die Zugvögel entlang des Ostatlantischen Zugweges besser zu schützen. Hierzu soll die internationale Zusammenarbeit weiter intensiviert und das Monitoring verbessert werden, sowie die westafrikanischen Staaten auch beim Schutz der Lebensräume unterstützt werden. Auch das Thema Schiffssicherheit stand auf der Tagesordnung. Erfahrungen aus der Havarie der MSC Zoe wurden vorgestellt und es wurde vereinbart, dass neben einer Intensivierung des Dialogs mit der Schifffahrt und Hafenwirtschaft auch die Wirksamkeit des vor 20 Jahren für das besonders empfindliche Wattenmeer eingerichtete Schifffahrts-Sondergebiet (PSSA) evaluiert und der Internationalen Seeschifffahrtsorganisation gegebenenfalls neue Maßnahmen für einen besseren Schutz vorgeschlagen werden sollen.

Auf Einladung des BMUV hatten sich bereits im September 50 junge Erwachsene aus den drei Wattenmeerstaaten zu einer mehrtägigen Jugend-Konferenz zum Wattenmeerschutz in Sankt-Peter-Ording getroffen. Die Teilnehmenden haben gemeinsam das Wattenmeer erlebt und sich darüber ausgetauscht, wie ihr Engagement, ihre Ideen und Forderungen der jungen Generation in der trilateralen Wattenmeerkooperation aufgenommen werden können. Den Wunsch nach einer stärkeren Einbindung haben die Wattenmeerstaaten aufgegriffen.

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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