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Wasser und Klima

Am 21. November 2024 findet die Lippuner Fachtagung in Baden, Schweiz, statt. Motto der diesjährigen Tagung ist "Wasser und Klima".

von | 02.07.24

Quelle: AI/Playground

Inzwischen spürt es jeder – unser Klima verändert sich. Dabei spielt Wasser eine zentrale Rolle im globalen Klimasystem, indem es Wärme speichert, transportiert und abgibt. Gleich-zeitig hat das Klima einen entscheidenden Einfluss auf die Verfügbarkeit und Verteilung von Wasser auf der Erde. Wärmere Temperaturen, erhöhte Verdunstung sowie ein verändertes Niederschlagsregime beeinflussen den Wasserhaushalt direkt. Als Folge des Klimawandels treten immer häufiger Dürren und Hitzewellen auf, Flüsse führen zeitweise extremes Niedrig-wasser, die Grundwasserspiegel sinken. Gleichzeitig häufen sich Hochwasser- und Starkregenereignisse.

Gemäss dem vom Bundesamt für Umwelt im Jahr 2021 herausgegebenen Bericht „Auswirkungen des Klimawandels auf die Schweizer Gewässer“ werden sich die Niederschläge über das Jahr anders verteilen und die Menge an gespeichertem Wasser in Schnee und Gletscher wird aufgrund der Temperaturzunahme abnehmen. Dadurch werden sich die jahreszeitlichen Verteilungen der Abflüsse und somit die saisonale Wasserverfügbarkeit fast in der ganzen Schweiz verändern. Es ist unumgänglich, die richtigen Massnahmen zu ergreifen, um die Wasserversorgung auf das künftige Klima auszurichten. Dabei stellen die überregionale Zusammenarbeit und Vernetzung ein wichtiges Instrument dar.

Nachhaltiges Bauen zur Erreichung der Klimaziele

Neben den Maßnahmen zur Anpassung an die Klimaveränderung ist es zusätzlich notwendig, dass der Temperaturanstieg begrenzt wird, indem Emissionen rasch und deutlich reduziert werden. Ebenfalls wird es notwendig sein, den Energieverbrauch zu senken, Energie effizienter zu nutzen und erneuerbare Energien auszubauen. Dies hält auch der Bundesrat in seiner Strategie Nachhaltige Entwicklung 2030 fest. Jede Wasserversorgung verfügt über zahlreiche Infrastrukturbauten und bekanntlich gehört gerade der Sektor Bau zu einem Bereich, der sehr viele Ressourcen erfordert. Entsprechend stark belastet er die Umwelt und trägt zur Klimaerwärmung bei. Die sogenannte graue Energie, die zur Rohstoffgewinnung, Herstellung, Verarbeitung und Entsorgung erforderliche Primärenergie, ist dabei ein entscheidender Faktor. Auch der Sektor der Wasserversorgung kann durch nachhaltiges Bauen und die Nutzung von Kleinwasserkraftwerken dazu beitragen, die Klimaziele zu erreichen. In diesem Sinne dürfte das diesjährige Tagungsthema für verschiedenste Akteure im Trinkwasserbereich von Interesse sein.

Motto: Wasser und Klima

Betreibern von Versorgungen, politischen Entscheidungsträgern und Aufsichtsbehörden wie auch Planern, Ingenieuren, Bauleitern und Industrievertretern wird während der Fachtagung aufgezeigt, welches die zentralen Themen für eine zukunftsfähige und moderne Wasserversorgung sind. Auch dieses Jahr profitieren die Besucher von Vorträgen exzellenter Referenten aus Verwaltung, Privatwirtschaft und angewandter Forschung und von einem umfassenden Überblick über Produkte und Dienstleistungen aus der Wasserbranche in der Leistungsshow.

Auswirkungen von klimabedingten Extremereignissen auf die Wasserverfügbarkeit

Im ersten Themenblock spricht Astrid Björnsen, Eidg. Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL), Birmensdorf, über die Auswirkungen und Trends von klimabedingten Extremereignissen. Das Alpenland Schweiz galt lange als Wasserschloss Europas, ausgestattet mit grünen Landschaften, scheinbar unerschöpflichen Speichern und zuverlässigen Niederschlägen. Hitzerekorde, Dürreereignisse und Ernteausfälle waren Phänomene anderer Kontinente – bis zum legendären Hitzesommer 2003. Was damals noch als klimatischer Ausreisser galt, hat sich seither in Europa und der Schweiz mehrere Male wiederholt. Extreme Sommertrockenheit, gepaart mit markantem Gletscherschwund und Schneearmut, beeinträchtigt nicht nur Schweizer Gewässer, sondern auch Wälder, die Landwirtschaft, die Energieversorgung und Industrien. Wie wirken sich klimabedingte Extremereignisse auf die Wasserverfügbarkeit aus? Wie geht der Trend weiter? Und welchen Beitrag leistet die Forschung, um gegen zukünftige Extremereignisse gewappnet zu sein? Der Beitrag greift diese und weitere Fragen auf.

Zukunftsfähigkeit der Wasserversorgung

Längere Trockenperioden stellen die Wasserversorgungen vor zusätzliche Herausforderungen. Sich ändernde Randbedingungen und zunehmende Anforderungen führen zu der Notwendigkeit, die Zukunftsfähigkeit zu bewerten. Die Versorgungsinfrastruktur muss strategisch weiterentwickelt werden. Im Kanton Thurgau werden mit einem integralen Wassermanagement Voraussetzungen für eine langfristig gesicherte und ökonomische Versorgung der Bevölkerung, der Landwirtschaft sowie der Wirtschaft mit genügend einwandfreiem Trink-, Brauch- und Löschwasser geschaffen. Dabei werden die prognostizierten Auswirkungen des Klimawandels auf die Wasserressourcen berücksichtigt. Wie das geht erläutert Dominique Zimmer, Amt für Umwelt des Kantons Thurgau, Frauenfeld.

Wasserversorgung langfristig sichern

Damit genügend Wasser heute und morgen zur Verfügung stehen, stellt sich die Frage, ob regionale Wasserbeschaffungen das Zukunftsmodell sein werden. Das Generationenprojekt Wasser2035 entstand aus dem Leitgedanken, die Trinkwasserversorgung im Bünztal und im Reusstal langfristig zu sichern. Der Nachweis der technischen Machbarkeit war schnell gemacht. Für eine funktionierende regionale Zusammenarbeit waren aber noch viele weitere Anstrengungen nötig. Anhand dieses konkreten Beispiels zeigt uns Giovanni Romeo, Geschäftsführer IKA Wasser2035, Wohlen, die Chancen und Herausforderungen einer regionalen Wasserbeschaffung.

Investition in Kleinwasserkraftwerke

Lohnen sich Investitionen in Kleinwasserkraftwerke? Diese Frage greift Joëlle Kitamura, IM Maggia Engineering SA, Zürich, im zweiten Themenblock auf. Kleinwasserkraftwerke gelten als umweltfreundliche und nachhaltige Energiequellen, die lokal erneuerbaren Strom erzeugen. Aber in welchen Fällen rechnet sich eine solche Anlage? Welche Förderinstrumente gibt es heute und wie sehen die Rahmenbedingungen dafür aus? Mit Blick auf die Wirtschaftlichkeit wird diesen Fragen anhand von konkreten Beispielen aus der Praxis nachgegangen.

Nachhaltigkeit mehr berücksichtigen

Bislang wurden Bauwerke der kommunalen Infrastruktur im Wesentlichen nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten geplant, ausgeführt und bewirtschaftet. Den Aspekt der Nachhaltigkeit zu berücksichtigen, wird zukünftig mehr gefordert sein. Wie aber wird nachhaltig gebaut und bewirtschaftet? Und lässt sich Nachhaltigkeit überhaupt messen und steuern? Der Standard SNBS-Infrastruktur hilft dabei. Stephan Wüthrich, Netzwerk nachhaltiges Bauen Schweiz, Zürich, zeigt die Vorteile für den Bauherrn auf und erläutert ebenfalls die damit verbundenen Herausforderungen anhand praktischer Beispiele.

Die Tagesmoderation wird von Jeannette Lippuner, Spezialistin in Wasserrecht, übernommen. Die Verabschiedung und Diskussion führt Roberto Pianta, dipl. Ing. ETH. Das detaillierte Tagungsprogramm mit Referenten und Themen finden Sie online.

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