Rund 142.000 Besucherinnen und Besucher aus knapp 160 Ländern sowie etwa 3.400 Aussteller aus über 60 Ländern kamen vom 4. bis 7. Mai zur IFAT Munich 2026. Auf einer Ausstellungsfläche von 300.000 Quadratmetern standen Lösungen für Wasser, Abwasser, Recycling und Circularity im Mittelpunkt.
Auch die Messe München zog eine positive Bilanz. Stefan Rummel, CEO der Messe München, betonte die Bedeutung der Veranstaltung für den internationalen Austausch zwischen Unternehmen, Politik, Kommunen und Verbänden. Bundesumweltminister Carsten Schneider unterstrich, Umwelttechnologien seien eine Voraussetzung für Souveränität, Sicherheit und Wohlstand.
Wasserwirtschaft als strategischer Faktor
In der Welcome Lounge von DVGW und DWA diskutierten Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Branche über die Verzahnung von Versorgungssicherheit, Klimaanpassung und wirtschaftlicher Stabilität. Die technisch-wissenschaftlichen Verbände machten deutlich, dass eine resiliente Wasserwirtschaft verlässliche politische Rahmenbedingungen, langfristige Finanzierung sowie schnellere Planungs- und Genehmigungsverfahren benötigt.
Nordrhein-Westfalens Umweltminister Oliver Krischer erklärte dazu:
„Wir haben Wasser zu lange als selbstverständlich betrachtet. Dabei ist es eine unverzichtbare Lebensgrundlage und eine begrenzte Ressource. Eine leistungsfähige Wasserwirtschaft ist entscheidend, um diese Ressource nachhaltig zu sichern. Nur so können wir unsere Gesellschaft, Umwelt und Wirtschaft resilient und zukunftsfähig aufstellen. In Nordrhein-Westfalen verankern wir diesen Anspruch in der Zukunftsstrategie Wasser NRW vorausschauend und langfristig.“
DWA-Präsident Prof. Uli Paetzel formulierte die strategische Dimension der Branche:
„Nur eine resiliente Wasserwirtschaft schafft Handlungssicherheit für Gesellschaft, Umwelt und Wirtschaft. Wasser ist ein Stabilitäts- und Zukunftsfaktor unseres Landes, Wasser muss bei politischen Entscheidungen zentral mitgedacht werden.“
Wirtschaftliche Entwicklung der Branche
Die aktuellen Branchenzahlen des VDMA zeigen ein differenziertes Bild. Während einzelne Weltmärkte schwächeln, gewinnt Europa als Absatzmarkt an Bedeutung. Für die Wasser- und Abwassertechnik meldete der VDMA für 2025 ein Exportplus von 5,6 Prozent auf 1,37 Milliarden Euro. Gleichzeitig gingen die Ausfuhren zu Beginn des Jahres 2026 um 5,3 Prozent zurück. Besonders deutlich zeigte sich dies im US-Markt mit einem Rückgang von 17,9 Prozent.
Kreislaufwirtschaft mit hohem Potenzial
Ein weiteres zentrales Thema der IFAT war die Kreislaufwirtschaft. Eine Studie der Boston Consulting Group im Auftrag des BDI beziffert das Potenzial der zirkulären Bruttowertschöpfung in Deutschland auf bis zu 125 Milliarden Euro im Jahr 2045. Aktuell liegt dieser Wert bei rund 60 Milliarden Euro. Kumuliert könnten bis 2045 zusätzliche Wertschöpfungseffekte von bis zu 880 Milliarden Euro entstehen.
„Die Rekordbeteiligung auf der IFAT Munich 2026 zeigt deutlich: Kreislauf- und Wasserwirtschaft hat Systemrelevanz und ist die nächste globale Schlüsselindustrie“, sagt Stefan Rummel, CEO der Messe München.
Resilienz als zentrale Herausforderung
Neben wirtschaftlichen Aspekten rückte die IFAT auch die Widerstandsfähigkeit von Infrastrukturen in den Fokus. Wasser- und Abwassersysteme müssen künftig sowohl Extremwetterereignissen wie Starkregen, Überschwemmungen, Hitze und Wassermangel als auch gezielten Eingriffen wie Sabotage oder Cyberangriffen standhalten.
DVGW und DWA sehen hier einen klaren politischen Handlungsauftrag. Die Nationale Wasserstrategie müsse zügig und praxisnah umgesetzt werden. Bereits mit der Roadmap 2030 haben die Verbände einen Fahrplan für die zukünftige Entwicklung der Wasserwirtschaft vorgelegt.
Ausblick auf die nächste IFAT
Die IFAT Munich 2026 zeigte damit nicht nur technologische Innovationen, sondern auch ein deutliches politisches und wirtschaftliches Stimmungsbild. Wasser, Abwasser, Recycling und Kreislaufwirtschaft entwickeln sich zunehmend zu Schlüsselbereichen für Klimaanpassung, Ressourcensicherheit und Wettbewerbsfähigkeit.
Die nächste IFAT Munich findet vom 29. Mai bis 1. Juni 2028 statt.








