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Europäische Wasserkonferenz in Mülheim/Ruhr

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Autor: Kathrin Mundt

Europäische Wasserkonferenz in Mülheim/Ruhr
RWW-Geschäftsführer Dr. Franz-Josef Schulte hielt die Laudatio für den Sieger des JUNIOR WATER JUMP, die Resistomap aus Finnland.

Am 17. November 2021 glänzte Mülheim/Ruhr als Gastgeber der europäischen Water JPI Conference.

Sauberes Wasser ist die bei weitem wichtigste Ressource für das menschliche Leben und unverzichtbar für eine intakte natürliche Umwelt. Doch vielerorts mangelt es noch immer an der erforderlichen Wertschätzung des Wassers.
Auch wenn über Millionen von Jahren die Selbstreinigungskraft des Wassers für eine saubere Ressource gesorgt hat, überfordern vielerorts anthropogene Einflüsse diese natürlichen Reinigungsprozesse. Industrielle Abwässer gelangen immer noch in vielen Teilen der Welt, aber auch in Europa oftmals unzureichend oder gar nicht geklärt in die Oberflächengewässer. Mülheims Oberbürgermeister Marc Buchholz machte bereits in seinen Grußworten darauf aufmerksam, dass auch die Ruhr früher derartigen Problemen ausgesetzt war.

Wasserverschmutzungen bekämpfen und vermeiden

Insgesamt bedarf es einer gemeinsamen Kraftanstrengungen für die Bekämpfung und Vermeidung von Wasserverschmutzungen. Die 3. Water JPI-Konferenz gibt Anreize und Lösungen, wie dieses geschehen kann und zeigt auch Beispiele, wie Transfer von der Forschung in die Praxis funktioniert.

Erstmals wurde anlässlich dieser Konferenz der sogenannte JUNIOR WATER JUMP-Award vergeben. Dies ist ein Wettbewerb, der es jungen Unternehmen im europäischen Wassersektor ermöglicht, sich und ihre Ideen einer hochrangig besetzten Jury zu präsentieren.

Dr. Franz-Josef Schulte (Bild), Geschäftsführer der RWW Rheinisch-Westfälische Wasserwerksgesellschaft mbH moderierte die Preisverleihung und ging auch auf die Wichtigkeit von Start-ups ein: „Wir brauchen den Transfer von der Forschung in die Praxis. Start-ups im Wassersektor sind dafür eine wichtige und erfolgversprechende Brücke. Lassen Sie uns gemeinsam die Pfeiler errichten.“

Ausgezeichnete Start-ups

Zwei Gewinner haben sich letztlich aus der Gruppe der Finalisten aus fünf Nationen hervorgetan. Gewinner des Awards ist das Unternehmen Resistomap aus Finnland, zweiter Sieger ColFerroX aus Mülheim an der Ruhr. Die RWW Rheinisch-Westfälische Wasserwerksgesellschaft stiftet gemeinsam mit SKION Water den mit 13.000 Euro dotierten Preis. Isle Utilities vergibt mit einem Business Coaching einen attraktiven zweiten Preis.

Preisträger Resistomap

Resistomap ist es gelungen, ein Frühwarnsystem zu entwickeln, das es Krankenhäusern ermöglicht, Prä-Screenings und Isolierungen präventiv durchzuführen und die Ausbreitung von Infektionen zu begrenzen und vollständig zu verhindern. Die COVID-19-Pandemie hat gezeigt, dass ein abwasserbasiertes Monitoring sonst schwer zugängliche Daten liefern und das einfachste Mittel werden kann, um umfassende Informationen über die Verbreitung von Resistenzen in Krankenhäusern zu erhalten. Die ResistApp von Resistomap ist einzigartig, da sie modernste mikrobiologische Technologie mit den besten Visualisierungstechniken kombiniert, um die Ausbreitung von Antibiotikaresistenzen verständlich und vermeidbar zu machen. Die Plattform ermöglicht es Benutzern, detaillierte Informationen über den Grad der Antibiotikaresistenz ihrer Proben zu erhalten und den Resistenzgrad zwischen den Proben und im Zeitverlauf zu vergleichen.

Preisträger ColFerroX

ColFerroX hat eine In-Situ-Sanierung von Altlasten zum Grundwasserschutz entwickelt, die nur minimal-invasive Eingriffe umfasst. Die Behandlung kann in aktiven Industriestandorten innerhalb weniger Tage durchgeführt werden. Die Flexibilität der ColFerroX-Technologie macht sie auf eine Vielzahl von Bereichen anwendbar, von der Sanierung bestimmter Schwermetallkontaminationen wie Arsen bis hin zur Beseitigung der Cadmiumkontamination in der Landwirtschaft. Auf wirtschaftlicher Ebene bietet die Technologie eine Lösung für das Recycling städtischer Brachflächen durch lokales Einfangen von Kontaminationen und damit eine Erweiterung der Verfügbarkeit von Industriestandorten in ganz Europa.

Exkursion: Trinkwasseraufbereitung nach dem Mülheimer Verfahren

Abwechselung zur Konferenz ermöglichten die Exkursionen am Donnerstag. Interessierte Teilnehmer konnten sich anhand zweier Exkursionen ein Bild von Forschung und Praxis im Abwasser- und Trinkwassersektor machen. So bot u.a. RWW an, Interessierten die Trinkwasseraufbereitung nach dem Mülheimer Verfahren zu zeigen.

Das IWW Zentrum Wasser hat die Konferenz ausgerichtet und organisiert, mit Unterstützung von RWW und Förderung vom Bundesministerium für Bildung und Forschung.

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