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Eifelpipeline ist seit Anfang September in Betrieb

Mit der Inbetriebnahme des Regionalen Verbundnetzes Westeifel, auch bekannt als „Eifelpipeline“, wurde am 2.9. ein hochmodernes Infrastrukturprojekt offiziell in Betrieb genommen. Das Projekt wird seit 2018 in der Westeifel realisiert und verbindet die Trinkwasser- und Energieversorgung sowie die Digitalisierung der Region in einem integrierten System.

von | 13.09.24

Die "Eifelpipeline“ ist in Betrieb. Sie verbindet die Trinkwasser- und Energieversorgung sowie die Digitalisierung in einem integrierten System.

Das Verbundnetz „Eifelpipeline“ besteht aus einer Nord-Süd-Trasse über 83 km, von der nordrhein-westfälischen Grenze bis nach Trier. Durch die Nutzung des natürlichen Geländeverlaufs kann Trinkwasser in Zukunft effizient von Nord nach Süd fließen. Dadurch können jährlich eine Million Kilowattstunden Strom eingespart werden. Darüber hinaus erzeugt das System durch den Einsatz von Turbinen zusätzlichen grünen Strom. Ein zweiter Abschnitt verläuft auf 45 km in West-Ost-Richtung von der Verbandsgemeinde (VG) Wittlich-Land bis in die VG Bitburger Land. Auf diesem Abschnitt sammeln die Betreiber Biogas aus sieben Anlagen und leiten es zu einer zentralen Aufbereitungsanlage in Bitburg. Auf allen Trassenabschnitten wurde parallel eine Glasfasertrasse verlegt – in Summe mehr als 140 km. Das Infrastrukturprojekt schafft somit die Grundlage für eine flächendeckende Breitbandversorgung und ermöglicht die smarte Steuerung der Energie- und Wasserinfrastruktur.

Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Alexander Schweitzer betonte in einer Video-Botschaft die Bedeutung des Projekts: „Die Eifelpipeline ist ein Leuchtturmprojekt für Rheinland-Pfalz und ein Beispiel für innovative Infrastrukturprojekte, die Klimaschutz und Versorgungssicherheit miteinander vereinen. Mit dieser nachhaltigen Lösung sichern wir die Wasserversorgung auch in Zeiten des Klimawandels und schaffen zugleich eine Grundlage für die wirtschaftliche Entwicklung der Region.“

Eifelpipeline als Vorzeigeprojekt

Klimaschutzministerin Katrin Eder hob die Vorbildfunktion des Projekts hervor: „Die Energiewende wird greifbar wie kaum an anderer Stelle im Land, denn Energie wird gespart und sogar erzeugt. Das Verbundprojekt ist auch ein wichtiger Baustein unseres landesweiten Wasserpakts, der die Sicherheit der Trinkwasserversorgung auch bei zunehmenden Dürren garantiert und hat Modellcharakter für die gesamte Bundesrepublik: Mit KI- gestützter Technik, einer intelligenten Energiegewinnung und innovativen Leitungstrasse wird gezeigt, wie möglichst klimafeste Infrastrukturen geschaffen werden können. Hier wurde die Sicherstellung der Trinkwasserversorgung von 245.000 Menschen mit den Themen Energie und Digitalisierung zusammen gedacht sowie Geld und Ressourcen gespart, indem Infrastrukturleitungen gemeinsam verlegt wurden und verschiedene Möglichkeiten der Energieeinsparung genutzt werden: Angefangen von der Umkehrung der Fließrichtung des Wassers hin zu Turbinen, über die Installation von PV-Anlagen auf Hochbehältern bis hin zur Erzeugung von Biomethan. Außerdem bietet das Projekt die Möglichkeit grünen Wasserstoff aus regionalem Überschussstrom in Power-to-gas-Anlagen zu erzeugen.“

Wertschöpfung für die Region

Die Aufsichtsratsvorsitzenden der Landwerke Eifel und der Kommunalen Netze Eifel, Arndt Müller und Andreas Kruppert, die die Veranstaltung moderierten, haben die wirtschaftlichen Vorteile erläutert:
„Die Bündelung von Trinkwasserleitungen, Biogas- und Glasfaserkabeln in einer gemeinsamen Trasse spart nicht nur Baukosten, sondern ermöglicht auch die regionale Wertschöpfung durch die Einspeisung von selbst erzeugtem Biomethan und die Digitalisierung der Region. Das sichert die Lebensqualität, stärkt die Wettbewerbsfähigkeit dieser Region und schafft Arbeitsplätze.“
Das Investitionsvolumen für das Projekt betrug insgesamt rund 100 Mio. €, wovon die Wassersparte mit rund 40 Mio. € durch das Land Rheinland-Pfalz gefördert wurde. Die Fertigstellung weiterer wichtiger Bausteine ist für Mitte 2025 geplant. Dazu gehören u.a. ein neues Wasserwerk in Bettingen und ein zentraler Trinkwasser-Hochbehälter am Hohnersberg. „Mit der Inbetriebnahme der Eifelpipeline verbessern wir nicht nur die Versorgungssicherheit in der Westeifel nachhaltig, sondern machen auch einen wichtigen Schritt in Richtung Klimaanpassung und digitale Zukunft der Region, sind sich die KNE- und LWE-Vorstände Monika Hau und Helfried Welsch abschließend sicher. Als besonderen Ehrengast konnten die Verantwortlichen den renommierten Klimaforscher Prof. Dr. Mojib Latif als Redner gewinnen. In seinem rund 30-minütigen Vortrag hat er die globalen Klimaentwicklungen und deren Auswirkungen auf den Wasserkreislauf erläutert.

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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