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„Weltatlas der Hitzetoleranz“: Uni Duisburg-Essen veröffentlicht Datensammlung

Ein Forschungsteam der Universität Duisburg-Essen hat Anfang Oktober die bisher größte, frei zugängliche Datensammlung zur Hitzetoleranz von Süßwasserorganismen veröffentlicht. Sie soll Wasserwirtschaft und Behörden dabei helfen, am und im Wasser lebende Tiere, präventiv zu schützen.

von | 10.10.25

Der "Weltatlas der Hitzetoleranz" der Uni Duisburg-Essen soll der Wasserwirtschaft und Behörden dabei helfen, am und im Wasser lebende Tiere, präventiv zu schützen.
Quelle: Pixabay/shogun

„Mit dem Klimawandel steigen nicht nur die Temperaturen an Land und im Meer, auch Flüsse, Seen und Bäche erwärmen sich – mit gravierenden Folgen für die dort lebenden Tiere“, hält Janina Balzer (Universität Duisburg-Essen) fest.

Die neue Datenbank ThermoFresh umfasst 6.825 Einträge zu 931 Arten aus 572 Studien, die weltweit zwischen den Jahren 1900 und 2023 entstanden. Neben Daten zu Fischen sind erstmals auch solche zu zahlreichen wirbellosen Arten wie Insektenlarven, Krebsen oder Würmern enthalten. Sie sind im Zusammenhang mit dem Klimawandel besonders wichtig, denn sie halten Gewässer sauber und lebendig, dienen als Nahrung und geben Aufschluss über die Wasserqualität.

„Durch unseren Weltatlas der Hitzetoleranz wissen wir jetzt deutlich genauer, welche Arten besonders gefährdet sind, wenn die Wassertemperaturen steigen“, betont Ökotoxikologin Helena Bayat, Doktorandin im Sonderforschungsbereich RESIST an der Universität Duisburg-Essen. „Unsere Flüsse sind wie Frühwarnsysteme für den Klimawandel. Wenn Arten wie die Quappe oder der Bachflohkrebs verschwinden, zeigt uns das, dass auch die Wasserqualität für uns Menschen in Gefahr ist.“

Einheimische Arten gefährdet

Die Quappe (Lota lota), die in Deutschland als gefährdet gilt, ist besonders hitzeempfindlich. Auch der Bachflohkrebs (Gammarus fossarum) und der Dreieckstrudelwurm (Dugesia gonocephala) kommen nur in sauberen Gewässern mit einem guten ökologischen Zustand vor.

„Geht ihr Bestand zurück, werden ganze Nahrungsketten und Nährstoffkreisläufe zerstört, das Ökosystem kann kippen“, erklärt Bayat. „Für den Menschen büßen die Gewässer dann nicht nur ihren Erholungswert ein, auch der Nutzen, zum Beispiel als Kühlwasser für die Industrie oder als Trinkwasser, geht verloren.“

Datenkatalog hilfreich für Behörden und Planung

Die frei zugängliche Datenbank ThermoFresh will verhindern, dass es so weit kommt. Sie beinhaltet Daten in Englisch, Deutsch, Französisch, Spanisch und Chinesisch und enthält neben Temperaturtoleranzen auch Daten zu weiteren Stressfaktoren wie Sauerstoffmangel oder Schadstoffen. Forschende, aber auch Fachleute aus der Praxis können so empfindliche Arten identifizieren, Gefahrenzonen erkennen und Maßnahmen gezielt planen. So können Behörden etwa Renaturierungen priorisieren, die Verbreitung invasiver Arten im Klimawandel besser einschätzen oder auch die Risiken von Kühlwassereinleitungen (z. B. von Thermischen Kraftwerken oder Industrieanlagen) besser beurteilen.

Über ThermoFresh berichten Bayat und ihre Kolleg:innen im Magazin Scientific Data:
https://www.nature.com/articles/s41597-025-05832-w

Redaktion: Janina Balzer, janina.balzer@uni-due.de
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Wissenschaftliche Ansprechpartner:
Helena Bayat, Ökotoxikologie, Tel. 0201/18 3-2457, helena.bayat@uni-due.de
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Originalpublikation:
https://www.nature.com/articles/s41597-025-05832-w

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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