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Klimawandel: Neue Herausforderungen für Speichermanagement und Gewässerökologie

Der Ruhrverband und die Arbeitsgemeinschaft der Wasserwerke an der Ruhr (AWWR) stellten gestern in Essen den 52. Ruhrgütebericht vor.

von | 01.10.25

Prof. Christoph Donner (r.), Vorstandsvorsitzender des Ruhrverbands, und Bernd Heinz, Vorsitzender der AWWR, stellten gemeinsam den Ruhrgütebericht für das Jahr 2024 der Öffentlichkeit vor.
Quelle: Ruhrverband

Vorstandsvorsitzender Prof. Christoph Donner (Ruhrverband) und AWWR-Vorsitzender Bernd Heinz betonten, dass Wetterextreme längst das „neue Normal“ seien und Speichermanagement wie Sicherung der Wasserqualität immer größere Herausforderungen darstellen.

Extreme Jahre im Vergleich

2024 war geprägt von Rekordtemperaturen über 10 °C und starken Niederschlägen einschließlich einer zweiwöchigen Hochwasserphase. 2025 hingegen brachte ein Niederschlagsdefizit von 40 % sowie den trockensten März seit über 30 Jahren. Mit 169 Tagen Zuschusspflicht aus den Talsperren wurde der Vorjahreswert mehr als verdoppelt.
Gesetzesänderung stärkt Versorgung

Die Novelle des Ruhrverbandsgesetzes von 2024 senkte die Mindestwasserführung um 3 m³/s. Seit Juli 2025 konnten dadurch 22 Mio. m³ Wasser eingespart werden – ein wichtiger Beitrag zur Versorgungssicherheit von 4,6 Mio. Menschen in der Region, wie Donner und Heinz betonten.

Ökologische Veränderungen

Die Ausbreitung der invasiven Wasserpflanze Elodea fiel 2025 erfreulich schwach aus. Gleichzeitig führten steigende Wassertemperaturen (+1,9 °C seit 1985) zu Sauerstoffproblemen, die vor allem empfindliche heimische Arten wie Forelle und Äsche belasten, während invasive Arten profitieren.

Nährstoffelimination und Spurenstoffe

Die Nährstoffbelastung wurde seit 1970 stark reduziert (Ammonium −96 %, Phosphor −91 %). Neue Herausforderungen entstehen durch Spurenstoffe wie Diclofenac. Widerstand der Pharmaindustrie gegen die EU-Vorgabe einer Herstellerkostenbeteiligung könnte jedoch steigende Abwassergebühren verursachen. Erste Pilotanlagen mit Pulveraktivkohle zur Spurenstoffreduktion laufen bereits erfolgreich, zugleich appellieren Ruhrverband und AWWR an die Bevölkerung, durch verantwortungsvollen Medikamentengebrauch mitzuwirken.

Ausblick

Donner und Heinz betonten die Verantwortung von Ruhrverband und AWWR, Versorgungssicherheit dauerhaft zu gewährleisten. Für eine klimaresiliente Zukunft seien Politik, Industrie und Bevölkerung gemeinsam gefordert, ökologische Zielbilder an die neuen Realitäten anzupassen.


(Quelle: Ruhrverband)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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