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Problemfall: Sanierung von Trinkwasserinstallationen mittels Innenbeschichtung

Die Sanierung von Trinkwasserinstallation im überalterten Immobilienbestand stellt die Betreiber zunehmend vor Herausforderungen. Der DVQST bringt in seiner neuen Fachpubikation FP-05-2024 von Juli 2025 die Innenbeschichtung von Rohrleitungen als mögliche Alternative ins Spiel, sieht aber auch mögliche Gefahren.

von | 14.08.25

Die Sanierung von Trinkwasserinstallation in alten Gebäuden bringt oft große Herausforderungen mit sich.
Quelle: Pixabay/PIRO4D
Innenbeschichtete Rohrleitungen

Bei der Sanierung von Trinkwasserinstallation müssen Bewohner ausquartiert werden oder sind in der Bauphase in ihrer Wohnqualität eingeschränkt, Rohrleitungsschächte sind baulich freizulegen – die Investitionskosten nicht zu unterschätzen. Vor diese Aussichten scheint eine Innenbeschichtung von Rohrleitungen eine verlockende Alternative zu sein.

Dass diese Methode jedoch mit gesundheitlichen Risiken für die Verbraucher verbunden sein kann, hat das Umweltbundesamt bereits mehrfach in seinen Publikationen verdeutlicht. Gesundheitsämter und Sachverständige werden immer häufiger mit Schadensfällen konfrontiert, bei denen Rohrinnensanierungen eine bedeutende Rolle spielen.
Der Deutscher Verein der qualifizierten Sachverständigen für Trinkwasserhygiene e.V. (DVQST) hat zu diesem Thema eine neue Fachpublikation erstellt, in welcher die die Sinnhaftigkeit und Zulässigkeit von innen beschichteten Rohrleitungen behandelt wird. Es werden Hintergründe über die Funktionstauglichkeit sowie gesundheitliche Risiken erläutert und potentiell erhöhte Folgekosten für Betreiber thematisiert.

Gesundheitlich nicht unbedenklich

So können Inhaltsstoffe wie beispielsweise Bisphenol A und Epichlorhydrin, welche zur Herstellung von Epoxidharzen verwendet werden, zu schwerwiegenden gesundheitlichen Schädigungen wie Diabetes, Unfruchtbarkeit oder Krebs führen.
Besonders in Anlagen, welche bereits vor mehreren Jahren beschichtet wurden, stehen Betreiber oft vor der Problematik unbeherrschbaren Legionellenbefalls, Nutzerklagen über unangenehme Gerüche und verstärkter Korrosionserscheinungen in der Trinkwasserinstallation.

Die Gründe hierfür können vielfältig sein und die Ursachenforschung ist je nach Symptomatik entsprechend aufwendig. So wird hierbei häufig eine inhomogene Beschichtung mit Blasenbildung, Haarrissen und verstopften Abgängen festgestellt. Diese Bereiche bieten krankheitserregenden Bakterien wie Legionellen ein hervorragend geschütztes Wachstumsumfeld.

TrinkwV und AVBWasserV beachten

Besonders wichtig zur Abwägung eines Für und Wider von Rohrinnenbeschichtung ist hierbei die Kenntnis der rechtlichen Grundlagen aus Infektionsschutzgesetz (IfsG), Trinkwasserverordnung (TrinkwV) und Verordnung über die allgemeinen Versorgungsbedingungen für die Wasserversorgung (AVBWasserV) in Verbindung mit den allgemein anerkannten Regeln der Technik. Die DVQST FP-05-2024 erläutert detailliert und allgemeinverständlich die physikalischen, chemischen und mikrobiologischen Prozesse und verdeutlicht die regelwerksbezogenen Zusammenhänge. Hierbei wird schnell deutlich, weshalb die angewendeten Verfahren, die Eignung der verwendeten Materialien sowie die Überprüfung der einwandfreien Funktion in der Praxis nahezu nicht umsetzbar sind.

Letztendlich ist der Betreiber für die Gebrauchstauglichkeit der Trinkwasserinstallation und die Sicherstellung einer hygienisch einwandfreien Trinkwasserqualität im Gebäude verantwortlich, auch wenn Gewährleistungs- oder Garantiefristen längst abgelaufen sind.

Die Fachpublikation DVQST FP-05-2024 „Innenbeschichtung von Rohrleitungen in Trinkwasserinstallationen“ steht ab sofort zum kostenfreien Download zur Verfügung.

 


 

(Quelle: DVQST)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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