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Reines Wasser für Wein und Sekt

Die Schlosskellerei Affaltrach setzt auf eine autarke und nachhaltige Wasserversorgung. Eine neue Aufbereitungsanlage von Grünbeck bereitet das eigene Brunnenwasser mithilfe von Filtration und Umkehrosmose zu Trinkwasser auf. In Kombination mit der Photovoltaikanlage lassen sich zugleich Energieverbrauch und Betriebskosten reduzieren.

von | 26.08.26

Die 1928 gegründete Schlosskellerei Affaltrach im Kreis Heilbronn zählt zu den größten privat geführten Weingütern Württembergs.

Die Schlosskellerei Affaltrach setzt bei ihrer Wasserversorgung künftig stärker auf den eigenen Brunnen. Gemeinsam mit der Grünbeck-Werksvertretung Wassertechnik NOW installierte die Inhaberfamilie eine Aufbereitungsanlage, die vor allem auf Filter- und Umkehrosmosesystemen basiert. Das Brunnenwasser wird damit zu Trinkwasser aufbereitet. Gleichzeitig nutzt die Kellerei die Anlage gezielt in Verbindung mit der eigenen Photovoltaikanlage.

Die 1928 gegründete Schlosskellerei Affaltrach im Kreis Heilbronn zählt zu den größten privat geführten Weingütern Württembergs. Thomas Baumann sowie Tochter Tanja Baumann-Noller und Sohn Marc Baumann bewirtschaften mit mehr als 80 Beschäftigten ein 60 Hektar großes eigenes Weingut. Hinzu kommen die Trauben einer Weingärtner-Erzeugergemeinschaft mit rund 500 Hektar Anbaufläche. Insgesamt verarbeitet die Kellerei jährlich etwa 6.500 Tonnen Weintrauben zu mehr als zehn Millionen Flaschen Sekt und Wein.

Eigenes Brunnenwasser wurde bereits zuvor für Reinigungs- und Kühlzwecke genutzt. Für andere Anwendungen bezog die Kellerei dagegen Trinkwasser aus dem öffentlichen Versorgungsnetz. 2025 entschieden sich die Inhaber, die Wasserversorgung neu zu strukturieren und zugleich mit der eigenen Solarstromerzeugung zu verknüpfen.

Weintrauben und Solarzellen liefern mit viel Sonne den besten Ertrag. Daher hat die Schlosskellerei Affaltrach auf ihren Dächern große Photovoltaikanlagen installiert, deren Strom nun auch zur Aufbereitung des Brunnenwassers genutzt wird. Quelle: Grünbeck

Mehr Unabhängigkeit bei der Wasserversorgung

„Kern und Anlass war, die Wasserversorgung zentral, autark und vor allem ressourcenschonend und nachhaltig aufzubauen“, hebt Geschäftsführer Marc Baumann hervor.

Gemeinsam mit Grünbeck und der Werksvertretung Wassertechnik NOW entstand eine Gesamtlösung, mit der das Brunnenwasser zu Trinkwasser aufbereitet wird. Dieses erfüllt die Zertifizierungsvorgaben für lebensmittelverarbeitende Betriebe und kann damit für unterschiedliche Anwendungen innerhalb der Schlosskellerei eingesetzt werden.

Zugleich löst die Aufbereitung ein bisheriges Problem: Das Brunnenwasser weist eine hohe Leitfähigkeit, verschiedene Störstoffe, viel Sulfat und eine Gesamthärte von 80 bis 100 °dH auf. Bei der bisherigen Nutzung für Kühlungs- und Reinigungszwecke führte dies zu Ablagerungen in Lagerbehältern und Kühlanlagen. Die Folgen waren ein höherer Reinigungs- und Instandhaltungsaufwand, eine kürzere Lebensdauer der Anlagen und teilweise Produktionsunterbrechungen.

Filter und Umkehrosmose bereiten Brunnenwasser auf

Kern des von Wassertechnik NOW entwickelten Aufbereitungskonzepts sind zwei Mehrschichtfilter filtraliQ:LA 24000. Sie entfernen ungelöste Schmutzstoffe aus dem Brunnenwasser. Anschließend erfolgt die Entsalzung über zwei Umkehrosmoseanlagen osmoliQ:LB mit Doppel-Antiscalant-Dosierung und einer maximalen Leistung von 25.000 Litern pro Stunde. Ergänzt werden sie durch eine Membranentgasungsanlage GENO-MEC 25000 2 „S“ zur Anhebung des pH-Werts nach der Umkehrosmose.

Bei der Umkehrosmose wird das Rohwasser unter Druck durch eine halbdurchlässige Membran geleitet. Dabei werden unter anderem Salze, Kalk, Schwermetalle, Partikel sowie zahlreiche weitere Verunreinigungen zurückgehalten. Das aufbereitete Wasser – das sogenannte Permeat – weist anschließend nur noch einen geringen Restsalzgehalt auf. Eine Antiscalant-Dosierung verhindert frühzeitige Härteausfällungen, die die Membranen beeinträchtigen könnten. Dadurch lässt sich die Ausbeute des Rohwassers erhöhen.

Nach der Aufbereitung gelangt das Wasser in einen 75.000 Liter fassenden Edelstahltank. Von dort wird es über eine Druckerhöhungsanlage GENO-FU 22/40-2N und eine Chlordioxiderzeugungsanlage an die verschiedenen Entnahmestellen auf dem Firmengelände verteilt. Für die Verwendung als Kesselspeisewasser reduziert eine Enthärtungsanlage Delta-p die Härte zusätzlich auf weniger als 0,1 °dH.

Solarstrom treibt die Wasseraufbereitung an

Eine Besonderheit des Projekts ist die Verknüpfung der Wasseraufbereitung mit der Photovoltaikanlage auf den Dächern der Schlosskellerei. Das aufbereitete Wasser übernimmt dabei indirekt die Funktion eines Energiespeichers: Steht mehr Solarstrom zur Verfügung, als unmittelbar benötigt wird, produzieren die Grünbeck-Anlagen zusätzliches Trinkwasser. Dieses wird im 75.000-Liter-Tank gespeichert und kann später genutzt werden, wenn weniger oder kein eigener Solarstrom zur Verfügung steht. Zusätzlich verfügt das Unternehmen über einen Batteriespeicher mit einer Kapazität von 500 kWh.

„Wasseraufbereitung, Wasserspeicher, Photovoltaikanlage und Batteriespeicher harmonieren exzellent und bringen uns enorme Vorteile“, fasst Marc Baumann zusammen.

Seit der Inbetriebnahme der neuen Wasseraufbereitung konnte die Schlosskellerei den Anteil des selbst verbrauchten Solarstroms nach eigenen Angaben um mehr als 20 Prozent erhöhen. Aufgrund der Differenz zwischen Einspeisevergütung und den Kosten für Netzstrom ergibt sich daraus zusätzliches Einsparpotenzial.

Auf ein gelungenes Projekt: Marc Baumann (rechts) hat mit Christian Engel, Geschäftsführender Gesellschafter der Grünbeck-Werksvertretung Wassertechnik NOW, die Wasserversorgung der Schlosskellerei Affaltrach komplett neu aufgestellt. Quelle: Grünbeck

Technik an vorhandene Räume angepasst

Für die Integration der neuen Technik in die bestehende Betriebsstätte waren individuelle Lösungen erforderlich. Das Team von Christian Engel, Geschäftsführender Gesellschafter der Grünbeck-Werksvertretung Wassertechnik NOW, verteilte die Anlagentechnik auf zwei vorhandene Räume. Dadurch konnten größere Umbaumaßnahmen vermieden und bestehende Leitungsstrukturen weitgehend weitergenutzt werden.

Die Geometrie einer Anlage wurde zudem so angepasst, dass sie durch eine vorhandene Deckenöffnung in einen Keller mit Gär- und Lagertank eingebracht werden konnte. Während der vorbereitenden Arbeiten und der finalen Inbetriebnahme im November 2025 lief die Produktion der Schlosskellerei nahezu ohne Unterbrechungen weiter.

Trinkwasserqualität für Produktion und Reinigung

Von der neuen Wasseraufbereitung verspricht sich die Schlosskellerei neben einer größeren Unabhängigkeit auch Vorteile für ihre Produktionsanlagen.

„Durch unsere neue Wasseraufbereitung haben wir nun für alle Anwendungen – von der Behälterreinigung bis hin zur Verwendung in Getränken – die bestmögliche Trinkwasserqualität, die wir durch ein zertifiziertes externes Labor überwachen lassen“, hebt Marc Baumann hervor. „Da wir im Bereich Getränke- und Lebensmittelverarbeitung agieren, ist dies eine essenzielle Grundvoraussetzung.“

Das aufbereitete Wasser soll außerdem zu längeren Standzeiten der Produktionsmaschinen, weniger Reparaturaufwand und geringeren Ausfallzeiten beitragen.

Auch die Zusammenarbeit bewertet Baumann positiv und lobt die „herausragende Zusammenarbeit. Wir hatten im Vorfeld bei der Projektierung und Planung sehr viele Komplexitäten durch individuelle Anforderungen, die hervorragend gelöst wurden. Auch mit der Umsetzung des Projekts sind wir sehr zufrieden. Alles in allem freuen wir uns auf die weitere Zusammenarbeit mit der Firma Grünbeck und der Werksvertretung NOW bei zukünftigen Projekten.“

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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