Generic filters
FS Logoi

Kamerainspektion zur Zustandsbewertung von Trinkwasserleitungen

Die Kamerainspektion bietet Wasserversorgungsunternehmen eine präzise Methode zur Überprüfung des Zustands von Trinkwasserleitungen. Mit modernster Technik lassen sich unter anderem Ablagerungen, Beschädigungen und Fremdkörper erkennen. Im Rahmen des DVGW-Projekts „OptInspekt“ werden neue Einsatzbereiche erforscht, um Leitungen effizient und hygienisch zu inspizieren.

von | 16.10.24

In der Wasserversorgung wird der Erhalt der Infrastruktur in den kommenden Jahren zu einer bedeutenden Herausforderung. Auf dem Bild: Arbeiten an Wasserleitungen
Quelle: DVGW, Roland Horn

In der Wasserversorgung wird der Erhalt der Infrastruktur in den kommenden Jahren zu einer bedeutenden Herausforderung. Die Branche setzt zunehmend auf zerstörungsfreie Technologien zur Inspektion von Rohrleitungen, um deren Zustand effizient zu bewerten. Das neue DVGW-Merkblatt W 492 bietet eine umfassende Übersicht über praxistaugliche Inspektionstechnologien für Trinkwasserleitungen.

Eine vielversprechende Methode, die das TZW: DVGW-Technologiezentrum Wasser intensiv untersucht, ist die Kamerainspektion. Im Rahmen des DVGW-Projekts „OptInspekt“ hat das TZW ein eigenes Inspektionssystem mit einer Kabellänge von 2500 Metern entwickelt, das eine umfassendere Inspektion von Leitungslängen ermöglicht als herkömmliche Systeme. In den letzten zwei Jahren wurden bereits zahlreiche Inspektionen durchgeführt, die wertvolle Erkenntnisse für Wasserversorgungsunternehmen lieferten.

Hygiene im Fokus

Vor jeder Inspektion wird gemäß W 492 eine detaillierte Planung durchgeführt, die verschiedene Punkte berücksichtigt, darunter:

  • Prüfung der Inspizierbarkeit durch Auswertung vorliegender Leitungsinformationen
  • Erstellung eines Inspektionsablaufplans
  • Gefährdungsbeurteilung
  • Aufgabenabgrenzung zwischen den Beteiligten

Die Hygiene hat bei diesen Inspektionen oberste Priorität. Das System wird ausschließlich im Trinkwasserbereich eingesetzt, wobei alle Gegenstände, die mit den inneren Leitungsoberflächen oder dem Wasser in Berührung kommen, gereinigt und desinfiziert werden.

Ergebnisse der Kamerainspektion

Die Inspektionen umfassen eine Vielzahl von Leitungen mit Durchmessern von DN 400 bis 1200, hergestellt aus unterschiedlichen Materialien wie PE, GGG-Zm und Stahl. Dabei werden sowohl neuverlegte als auch bestehende, leere und gefüllte Leitungen inspiziert. Durch die Kamerainspektion können folgende Informationen gewonnen werden:

  • Zustand der Innenoberfläche (z. B. Abplatzungen, Korrosion)
  • Rohrgeometrie
  • Ablagerungen
  • Gasblasen
  • Fremdkörper und Wurzeleinwuchs

Darüber hinaus ermöglichen diese Inspektionen die Qualitätsprüfung bei Neuverlegungen sowie die Bewertung von außer Betrieb genommenen Leitungen für mögliche Wiederinbetriebnahmen.

Ausblick

Im Rahmen des Projekts „OptInspekt“ werden auch neue Einsatzmöglichkeiten erforscht, darunter die Inspektion unter Druck befindlicher Leitungen und die Nutzung des Systems „Wasserschlange“, das zusätzlich zur Kameratechnologie Leckagen erfassen kann.

Die Kamerainspektion ist ein bedeutendes Werkzeug für Wasserversorgungsunternehmen, um den Zustand ihrer Infrastruktur genau zu beurteilen und fundierte Entscheidungen für zukünftige Strukturkonzepte zu treffen. Bei weiteren Fragen zur Inneninspektion von Trinkwasserleitungen steht das TZW gerne zur Verfügung.

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Jetzt Newsletter abonnieren

Immer auf dem aktuellen Stand, automatisch in Ihrem Postfach.

Hier anmelden

Kleine Körper, große Wirkung: Wie Mikroorganismen das Grundwasser prägen
Kleine Körper, große Wirkung: Wie Mikroorganismen das Grundwasser prägen

Sie sind riesig, aber doch winzig klein: vielzählige Gemeinschaften von Mikroorganismen leben tief unter der Erdoberfläche in den Poren und Spalten von Gestein. Das bloße Auge nimmt sie nicht wahr – doch ihr Wirken auf die Qualität unseres Grundwassers ist hoch. Dass das Leben im Untergrund zwei gänzlich unterschiedlichen Strategien folgt, zeigen nun die Ergebnisse des Forschungsteams um Dr. Martin Taubert vom Exzellenzcluster „Balance of the Microverse“ – mit weitreichenden Folgen für Umweltforschung und Praxis.

mehr lesen
Grundgerüst der Energie- und Wasserversorgung steht
Grundgerüst der Energie- und Wasserversorgung steht

Wichtige Einigungen zur notwendigen Kraftwerkstrategie erzielten die Beteiligten am 21. Januar 2026 in Berlin. Dort begrüßte der DVGW Deutscher Verein des Gas- und Wasserfaches e.V. bei einem Pressegespräch zum Jahresauftakt, bei der die Europäische Kommission und die Bundesregierung zugegen waren. Versorgungssicherheit mit bezahlbarer Energie, Wirtschaftlichkeit und Klimaresilienz müssen im Zentrum aller wirtschaftspolitischen Vorhaben der Bundesregierung stehen.

mehr lesen
Aqua-Agenten sind dem Wasser auf der Spur
Aqua-Agenten sind dem Wasser auf der Spur

Der Aqua-Agenten-Koffer ist prall gefüllt mit spannenden Aufträgen, vom Toilettenquiz bis zur Recherche, wie viel Wasser in der eigenen Jeans steckt. Wie sie Schülerinnen und Schülern damit Wissenswertes rund ums Wasser nahebringen, können Lehrkräfte in einer Fortbildung lernen, die der Oldenburgisch-Ostfriesische Wasserverband (OOWV) anbietet. Schon seit neun Jahren arbeitet die Abteilung Umweltbildung des OOWV dazu mit der Initiative Aqua-Agenten zusammen. Mehrere hundert Schulen und außerschulische Lernorte im OOWV-Verbandsgebiet sind mittlerweile mit dem Koffer ausgestattet.

mehr lesen

Firmen zum Thema

Sie möchten den Wassermeister testen

Bestellen Sie Ihr kostenloses Probeheft

Überzeugen Sie sich selbst: Gerne senden wir Ihnen die Wassermeister kostenlos und unverbindlich zur Probe!

Finance Illustration 03