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Aufruf zur Mitarbeit: Moor-Wiedervernässung

Die DWA gründet eine Arbeitsgruppe „Moor-Wiedervernässung“ (Arbeitstitel) in ihrem Fachausschuss GB-7 „Bodenschutz, Bodenfunktionen und Altlasten“. Moorstandorte in Deutschland wurden zu über 90 % entwässert, um die Böden landwirtschaftlich nutzen zu können. Die Entwässerung geht mit der Zersetzung des Torfes einher, in deren Folge CO2 freigesetzt, die Bodenoberfläche abgesenkt und das Wasserspeichervermögen reduziert wird, um nur […]

von | 17.02.23

Die DWA gründet eine Arbeitsgruppe „Moor-Wiedervernässung“ (Arbeitstitel) in ihrem Fachausschuss GB-7 „Bodenschutz, Bodenfunktionen und Altlasten“.

Moorstandorte in Deutschland wurden zu über 90 % entwässert, um die Böden landwirtschaftlich nutzen zu können. Die Entwässerung geht mit der Zersetzung des Torfes einher, in deren Folge CO2 freigesetzt, die Bodenoberfläche abgesenkt und das Wasserspeichervermögen reduziert wird, um nur einige Konsequenzen der Torfmineralisierung zu nennen. Die Moorentwässerung steht außerdem im unmittelbaren Zusammenhang mit dem Klimawandel. Einerseits sind entwässerte Moore Treiber des Klimawandels, weil sie maßgeblich zur Erhöhung der Treibhausgaskonzentration in der Atmosphäre beitragen, andererseits können sie Extremwetterereignisse (zum Beispiel Starkregen) weniger abpuffern, sodass die Landschaft insgesamt weniger elastisch auf solche Ereignisse reagieren kann.

Die herausragende Funktion intakter Moore in der Landschaft und für die Menschen wurde seitens der Wissenschaft, aber auch der Gesellschaft, erkannt. Aktuell gibt es einen starken politischen Willen, Moore zu schützen und ihre Funktionen wiederherzustellen. Erste Moor-Wiedervernässungsprojekte wurden bereits in den 1990er-Jahren durchgeführt, allerdings mit unterschiedlichen Erfolgen. Teilweise wurde das Projektziel, nämlich die Funktionen naturnaher Moore wiederherzustellen, nicht erreicht, auch weil die Wiedervernässungsmaßnahmen unsachgemäß durchgeführt wurden.

Ziel der neu zu gründenden Arbeitsgruppe ist es, Publikationen in der Reihe der DWA-Themen und/oder Merk- bzw. Arbeitsblätter zu diesem Thema zu erstellen, um Planung und Umsetzung von Moor-Wiedervernässungsprojekten mit praxisgerechten Informationen zu unterstützen. Inhaltliche Schwerpunkte sind dabei z.B.:

  • Ziele der Moor-Wiedervernässung und Zielkonflikte
  • rechtliche Grundlagen
  • Torfböden; Bildung und Degradierung, Torftypen und -ansprache, hydraulische Eigenschaften und ihre Bestimmung
  • Hydrologie von Mooren und „optimale“ Pegelstände in Nieder- und Hochmooren
  • vorhandene bauliche Entwässerungsmaßnahmen
  • hydrologische und hydraulische Voraussetzung für die Wiedervernässung
  • bauliche Maßnahmen zur Anhebung der Grundwasserstände
  • Indikatoren einer erfolgreichen Wiedervernässung
  • langfristige Überwachung und Management
  • natürliche Sukzession und Nutzung wiedervernässter Moorstandorte; Paludikultur
  • Beispiele erfolgreicher und gescheiterter Moor-Wiedervernässungsprojekte.

Neben dem Einsatz in Planung und Ausführung sollen die zu erstellenden Hefte auch als Ausbildungsmaterial dienen.

Aufruf zur Mitwirkung

Zur Mitarbeit in dieser Arbeitsgruppe sind neben Vertretern/innen aus der Wissenschaft und Ressortforschung Experten/innen aus der landwirtschaftlichen/wasserwirtschaftlichen Beratung bzw. von wasserwirtschaftlichen/Naturschutz Verbänden, ebenso wie aus der Ingenieurpraxis willkommen, um ein praxisrelevantes Kompendium erstellen zu können.

Bewerber/innen sollten sowohl mit wissenschaftlichen Arbeitsmethoden vertraut sein als auch Praxiserfahrungen einbringen können. Hinweise und Anregungen zu diesem Vorhaben nimmt die DWA-Bundesgeschäftsstelle gerne entgegen. Bewerbungen von jungen Berufskolleg*innen sind ausdrücklich willkommen. Interessenten/innen melden sich bitte mit einer themenbezogenen Beschreibung ihres beruflichen Werdegangs bei:

DWA-Bundesgeschäftsstelle
Dipl.-Geogr. Dirk Barion
Theodor-Heuss-Allee 17
53773 Hennef
0 22 42/872-161
barion@dwa.de

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