Suche...
Generic filters
Exact matches only
on

Neuerscheinung: W 256

Kategorie:
Thema:
Autor: Redaktion

Neuerscheinung: W 256

Die europäische Richtlinie 2013/59/EURATOM aktualisiert das Strahlenschutzrecht und wurde mit dem Strahlenschutzgesetz und der Strahlenschutzverordnung in nationales Recht umgesetzt. Der Schutz vor natürlichen Strahlenquellen wurde bereits mit der Strahlenschutzverordnung von 2001 eingeführt. Neu ist, dass Kiese, Sande, Harze und Kornaktivkohlen aus der Grundwasseraufbereitung in die Liste der zu berücksichtigenden Rückstände aufgenommen wurden (NORM = naturally-occurring radioactive material) und somit den Regelungen des Strahlenschutzrechtes unterliegen. Dies bedeutet, dass Wasserversorgungsunternehmen (WVU), die Grundwasser aufbereiten, überprüfen müssen, ob die Wasserwerksrückstände nach Strahlenschutzrecht zu berücksichtigende Rückstände darstellen oder nicht. Handelt es sich um nach Strahlenschutzrecht zu berücksichtigende Rückstände, so ist der Nachweis zu erbringen, dass die Anforderungen aus dem Strahlenschutzrecht zum Schutz der Umwelt und der Mitarbeiter und ggf. auch die Anforderungen aus dem Gefahrgutrecht zum sicheren Transport eingehalten werden. Andere Rückstände aus der Aufbereitung von Grundwässern sind nicht betroffen. Ebenso ist die Aufbereitung von Oberflächenwässern (z. B. von Uferfiltrat) generell nicht betroffen.
Die DVGW-BDEW-WG-DWA-Kommission „Radioaktive Substanzen und Wasser“ im Gemeinsamen Technischen Komitee „Wassergüte“ hat das DVGW-Arbeitsblatt W 256 erarbeitet, das den Umgang und die Verwertung von Produktionsabfällen bei der Wasseraufbereitung von Grundwässern oder oberflächenwasserbeeinflussten Grundwässern im Hinblick auf die Gehalte an Radionukliden und die Vorgaben des Strahlenschutzrechtes regelt und ausführt. Das Arbeitsblatt gibt den Wasserversorgungsunternehmen Hinweise zur Messung der Radionuklide in den betroffenen Rückständen, zu möglichen Verwertungswegen und ggf. zur Entsorgung sowie zur Umsetzung der Vorgaben des Strahlenschutzrechts. Zu beachten ist, dass Rückstände im Sinn des Strahlenschutzrechts nicht gleichbedeutend mit Rückständen aus den in den DVGW-Arbeitsblättern der W-221-Reihe und des DVGW-Merkblattes W 222 sind.
Ergänzend zum nun erschienenen DVGW-Arbeitsblatt W 256 wird in einem DVGW-Forschungsprojekt eine praxisnahe Handreichung erarbeitet, um insbesondere kleinen Wasserversorgungsunternehmen auf der Basis der üblicherweise zur Verfügung stehenden Informationen und einfach zu erhaltender Messergebnisse a) eine orientierende Einstufung bezüglich der Überwachungsbedürftigkeit der Rückstände und b) eine orientierende Abschätzung der effektiven Dosis der Mitarbeiter von WVU und Fremdunternehmen beim Umgang mit den Rückständen zu ermöglichen. Das Forschungsprojekt wird im ersten Quartal 2021 beendet sein.
Ausgabe 12/2020

Das könnte Sie interessieren

Neuerscheinung: Entwurf DVGW-Arbeitsblatt 239
Neuerscheinung: DVGW-W 217
Neuerscheinung: DIN 1988-500
Weitere News...

Firmen zum Thema