Am 24. Juli 2026 wurde auf dem Gelände des Avacon-Wasserwerks in Lüneburg die Pilotanlage zur Wärmegewinnung aus Trinkwasser feierlich in Betrieb genommen. Zu den Gästen zählten der Niedersächsische Minister für Umwelt, Energie und Klimaschutz, Christian Meyer, sowie Lüneburgs Oberbürgermeisterin Claudia Kalisch.
Der offizielle Start folgt auf den Beginn des vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie geförderten Forschungsprojekts im Mai 2026.
Verbundprojekt und Partner
WaTsup wird gemeinsam von IWW Zentrum Wasser, der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften, Avacon Wasser GmbH und swb Services GmbH bearbeitet. Die Projektkoordination liegt beim IWW.
Darüber hinaus unterstützen zahlreiche Wasserversorgungsunternehmen, Stadtwerke, Verbände und Netzbetreiber das Vorhaben als assoziierte Partner.
Trinkwasser als Wärmequelle
Die Dekarbonisierung der Wärmeversorgung zählt zu den zentralen Herausforderungen der kommenden Jahrzehnte. Gerade in dicht besiedelten Gebieten stehen häufig nur begrenzte Flächen für Geothermie oder andere erneuerbare Wärmequellen zur Verfügung.
Trinkwassernetze bieten dagegen eine nahezu flächendeckend vorhandene Infrastruktur mit vergleichsweise stabilem Temperaturniveau. WaTsup untersucht deshalb, wie Wärme aus Trinkwasser künftig sicher, wirtschaftlich und nachhaltig genutzt werden kann.
Forschung mit vier Fallstudien
Die Forschungsarbeiten stützen sich auf insgesamt vier Fallstudien. Die neue Pilotanlage in Lüneburg dient als Demonstrations- und Forschungsstandort für den Einsatz der Technologie unter realen Betriebsbedingungen.
Ergänzend werden zwei bestehende Anlagen in Warringholz und Neumünster wissenschaftlich begleitet. Außerdem wird am Beispiel Bremen das Potenzial einer großskaligen Wärmegewinnung aus Trinkwasser für die Versorgung ganzer Quartiere untersucht.
Mit diesen Fallstudien sollen wissenschaftliche, technische sowie betriebliche Erkenntnisse gewonnen werden, die eine sichere und breite Anwendung der Technologie künftig unterstützen.
Quelle: IWW











