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BUND-Trinkwassertest: PFAS nachgewiesen

Laut einer vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. am 4. November veröffentlichten Studie zu Ewigkeitschemikalien (PFAS) im Trinkwasser weist die „überwiegende Mehrheit der untersuchten Trinkwasserproben“ eine erhöhte PFAS-Konzentration auf. Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft bezeichnete die Studienergebnisse in einer Stellungnahme unter anderem als nicht repräsentative Momentaufnahme.

von | 06.11.25

Die neue BUND-Studie hat die Konzentration von PFAS im Trinkwasser untersucht.
Quelle: AdobeStock/ SERHII
PFAS-Belastung; PFAS

Eine aktuelle Trinkwasser-Stichprobe des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND) zeigt eine weit verbreitete Belastung des Trinkwassers in Deutschland mit per- und polyfluorierten Alkylsubstanzen (PFAS), sogenannten „Ewigkeitschemikalien“. Von 62 untersuchten Wasserproben (46 Trinkwasser, 16 Grund-/Oberflächenwasser) wurden PFAS in 54 Proben nachgewiesen. Drei Trinkwasserproben überschritten die ab 2026 gültigen Grenzwerte der Trinkwasserverordnung, wobei besonders Orte wie Zeuthen, Ludwigslust und Güstrow betroffen waren. Auch mehrere Grundwasserproben wiesen Grenzwertüberschreitungen auf, unter anderem bei Standorten nahe Chemieparks.

Am häufigsten wurden die unregulierten PFAS Trifluoracetat (TFA), Perfluorbutansäure (PFBA) und Perfluorpropansäure (PFPrA) gefunden, die oft als Ersatzstoffe eingesetzt werden. TFA wurde in 46 Proben nachgewiesen und gilt als sehr persistent, mobil und fortpflanzungsgefährdend. PFOA, eine bereits verbotene Substanz, war in 17 Proben präsent und deutet auf Altlasten durch Feuerlöschschäume hin.

Bewertet werden die Ergebnisse als Hinweis auf erhebliche Herausforderungen für die Wasseraufbereitung, da PFAS schwer zu entfernen sind und Klärungen teuer und ressourcenintensiv bleiben. Während Trinkwasser technisch gereinigt werden kann, sind Lebensmittel-, Boden- und Oberflächenwasserbelastungen laut BUND wesentlich schwerer zu kontrollieren. Die gesundheitlichen Risiken durch PFAS-Exposition sind laut Bundesinstitut für Risikobewertung ernst zu nehmen, da bereits bei Kindern erhöhte Belastungen messbar sind, die mit gesundheitlichen Auswirkungen wie Immunschwäche oder Herz-Kreislauferkrankungen assoziiert werden. Der BUND fordert daher eine umfassende Regulierung aller PFAS, konsequente Verursacherhaftung und präventive Chemikalienpolitik, um Wasserressourcen und die Umwelt langfristig zu schützen.

Laut BDEW ist „Studie nicht repräsentativ“

Martin Weyand. ©Thomas Imo Photothek/BDEW

Martin Weyand, Hauptgeschäftsführer Wasser/Abwasser des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), hat die Ergebnisse der vom BUND veröffentlichten PFAS-Studie als nicht repräsentativ für die PFAS-Konzentrationen im deutschen Trinkwasser bewertet. Die Untersuchung basiere auf begrenzten Stichproben und spiegele kein bundesweites Bild wider.

Laut BDEW zeigen die Studienergebnisse, dass die künftigen Grenzwerte in nahezu allen Proben bereits eingehalten werden und Überschreitungen auf bekannte Altlasten zurückgehen. Zudem sei die Hauptaufnahmequelle für PFAS nicht Trinkwasser, sondern Nahrung – dies bestätige ein wissenschaftliches Gutachten des Hygieneinstituts des Uniklinikums Bonn. Der Verband fordert ein europaweites Phase-out der PFAS-Stoffe sowie eine Herstellerverantwortung zur Finanzierung von Sanierung und Wasseraufbereitung.

 

 


Quelle: BUND, BDEW

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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