Seit dem Frühjahr 2023 hat das Forschungsprojekt CrowdWater an digitalen Lösungen für eine nachhaltige Nutzung von Trink- und Regenwasser gearbeitet. Nach drei Jahren ist das Vorhaben nun erfolgreich abgeschlossen. Ziel des Projekts war es, Wasserbedarfe besser zu erfassen und Leckagen frühzeitig zu erkennen. Gemeinsam mit kommunalen und wirtschaftlichen Partnern entstanden ein benutzerfreundliches Dashboard zur Auswertung von Verbrauchsdaten sowie eine Wissensdatenbank mit Antworten auf zentrale Fragen rund um die Ressource Wasser.
Crowdbasiertes Wassermonitoring
Angesichts der zunehmenden Folgen des Klimawandels sind verlässliche Informationen über verfügbare Wassermengen entscheidend. Nur so lassen sich Verbrauchsmuster besser verstehen und die Wirkung von Wassersparmaßnahmen bewerten. CrowdWater setzte hierfür auf einen crowdbasierten Ansatz, bei dem Wasserstände und Verbrauchsdaten gemeinsam mit freiwilligen Teilnehmerinnen und Teilnehmern erfasst wurden. Gefördert wurde das Projekt im Rahmen des GreenTech-Innovationswettbewerbs des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWE).
Die erfassten Daten wurden unter Berücksichtigung aktueller Wetterbedingungen ausgewertet und über dezentrale Dashboards bereitgestellt. Unternehmen, öffentliche Einrichtungen und Privathaushalte konnten dadurch ihren Wasserverbrauch analysieren und ihre Nutzung anhand aktueller Informationen optimieren. Beim Abschlusstreffen am Fraunhofer-Institutszentrum Schloss Birlinghoven reflektierten die Projektbeteiligten gemeinsam mit dem Projektträger Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) die wirtschaftlichen Verwertungschancen der entwickelten Lösungen.
Entwicklung gemeinsam mit der Praxis
Das Projekt basierte auf dem sogenannten Living-Lab-Ansatz. Dieser verfolgt das Ziel, praxisnahes Wissen außerhalb klassischer Forschungseinrichtungen einzubeziehen und gemeinsam mit Akteurinnen und Akteuren aus Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft innovative Lösungen zu entwickeln.
Im Rahmen von CrowdWater arbeiteten die Forschenden eng mit Testhaushalten zusammen und richteten die Software konsequent an den Bedürfnissen der späteren Nutzerinnen und Nutzer aus. Rund 20 Unternehmen und Privathaushalte erklärten sich bereit, intelligente Sensoren installieren zu lassen. Durch die Erfassung von Messgrößen wie Druck, Temperatur und Durchfluss konnte die digitale Monitoring-Plattform aufgebaut und gleichzeitig Anreizmechanismen zum Wassersparen getestet werden.
Regelmäßige virtuelle Sprechstunden ermöglichten es den Teilnehmenden, Anregungen und Verbesserungsvorschläge direkt einzubringen. Dabei zeigte sich insbesondere der Nutzen eines dezentralen Dashboards mit ortsunabhängigem Zugriff und einer verständlichen Darstellung der Verbrauchsdaten. Gleichzeitig bietet die dezentrale Struktur Vorteile beim Datenschutz, da sie den Zugriff auf relevante Daten beschränkt und Auswirkungen möglicher technischer Vorfälle begrenzt.
Wissensplattform bleibt erhalten
Im Projektverlauf wurde außerdem deutlich, dass ein großer Bedarf an leicht verständlichen Informationen rund um die Wassernutzung besteht. Deshalb entwickelten die Projektpartner den »Wassererklärer«, einen praxisnahen Ratgeber für Privathaushalte und Wasserversorgungsunternehmen. Dort werden Fragen wie »Wofür wird Wasser in der Industrie gebraucht?« oder »Wie und wo entsteht Wasserknappheit?« verständlich beantwortet.
Auch nach dem offiziellen Projektende bleibt die Wissensdatenbank über die Projektwebsite erreichbar.
Partner aus Forschung und Wasserwirtschaft
Die Zusammenarbeit mit kommunalen und wirtschaftlichen Partnern prägte das gesamte Projekt. Während das Fraunhofer FIT die Living Labs konzipierte und koordinierte, brachten die Stadtwerke Troisdorf, die Stadt Hennef und die Verbandsgemeindewerke Kirchen ihre langjährige Erfahrung im Betrieb von Wasserverteilnetzen ein. Die Biesenthal Wasserzähler GmbH ergänzte das Konsortium mit Fachwissen im Bereich der Zählertechnik.
Die Entwicklung und Erprobung der Software übernahmen Expertinnen und Experten der si-automation GmbH. Darüber hinaus entstand im Rahmen des Projekts eine Masterarbeit an der Universität zu Köln. Darin wurde untersucht, wie sich mithilfe maschinellen Lernens einzelne Wasserentnahmevorgänge zuverlässig erkennen lassen.
Mit dem Abschluss von CrowdWater endete zugleich die erste Förderphase des GreenTech-Innovationswettbewerbs.
Quelle: Projekt für nachhaltige Regen- & Trinkwassernutzung feiert Abschluss







