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Clevere Entfernung von Mikroplastik und Nanopartikeln aus Gewässern

Mikroplastik ist schon lange in weiten Teilen unserer Gewässer und am Land zu finden. Die kleinen Partikel sind eine große Belastung für die Umwelt. Da sie äußerst persistent sind und im Verdacht stehen, toxische Wirkungen auf Organismen zu entfalten, stellen sie ein erhebliches Risiko für unsere Umwelt und die menschliche Gesundheit dar. Wie sich diese schwer abbaubaren Kunststoffpartikel wirksam aus Gewässern entfernen lassen, untersuchen Forscher:innen der Universität des Saarlandes und die htw saar.

von | 17.02.26

Kleine Plastikpartikel lassen sich im Wasser finden.
Quelle: Adobe Stock/Pcess609

Die Forschungsarbeiten laufen im Rahmen eines gemeinsamen, von der EU und dem Saarland geförderten Forschungsprojekts. Im Projekt „SWIMEMSYS – Smart switchable membrane systems“ möchten die Arbeitsgruppen von Professor Matthias Faust (htw saar) und Professor Markus Gallei (UdS) Membranen für die nachhaltige und ressourcenschonende Filtration von Nano- und Mikroplastik aus Trinkwasser entwickeln.

„Innerhalb von SWIMEMSYS werden neuartige, extern schaltbare Polymermembranen aus neuen Materialien an der UdS hergestellt. Diese Membranen werden bei der Wasserfiltration an der htw saar eingesetzt“, erläutert Markus Gallei die Ziele des Projektes. „Um herauszufinden, wie solche Membranen aufgebaut sein sollten, muss man die grundlegenden Oberflächeneigenschaften der wichtigsten Mikroplastikarten erforschen“, so der Polymerchemiker weiter.

Dies wird an der htw saar untersucht. Diese Informationen werden wiederum an der UdS zur Entwicklung neuartiger „smarter“ Polymere mit maßgeschneiderten Funktionalitäten genutzt. Das Hauptaugenmerk liegt dabei auf der „Schaltbarkeit“ der Membranen, indem man sie externen Reizen aussetzt. Solche Reize können z.B. eine geringe Temperaturänderung an der Membran, eine Änderung des pH-Werts oder auch das Anlegen einer geringen elektrischen Spannung sein, welche zu einer präzisen Änderung der Porenweite oder der Oberflächeneigenschaften der Membranen führen.

„Auf diese Weise steigern wir die Effizienz der Reinigung der Membranen erheblich, wodurch Ressourcen geschont werden und die Lebensdauer der Membranen erhöht wird“, führt Markus Gallei aus.

Über die Kooperation

Beide Forschungsgruppen, der Lehrstuhl für Polymerchemie von Markus Gallei und das Institut für physikalische Prozesstechnik von Matthias Faust, beschäftigen sich mit der Membrantechnik, setzen dabei jedoch unterschiedliche Schwerpunkte. Während sich die Gruppe von Professor Markus Gallei mit der Erforschung und Entwicklung von Membranen aus neuen Materialien beschäftigt, verfügt die Gruppe von Professor Matthias Faust über Fachwissen zu industriellen Herstellungsprozessen für Membranen sowie zur Anwendung von Membranen in der Filtration. Beide Gruppen suchen nach neuen Anwendungsgebieten für Membranen. Der Zusammenschluss von Kompetenzen in neuen Projekten ermöglicht, optimale Membranstrukturen zu generieren und diese anwendungsnah in gesellschaftlich relevanten Prozessen einzusetzen. Das Projekt SWIMEMSYS wird vom Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und vom Saarland mit insgesamt 340.000 Euro gefördert.


Wissenschaftliche Ansprechpartner:
Prof. Dr.-Ing. Markus Gallei
E-Mail: markus.gallei@uni-saarland.de


Quelle: Universität des Saarlandes

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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