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Weiterbildung für Flüchtlinge in der Wasserwirtschaft

Die Hochschule Hof bietet in Zusammenarbeit mit dem Kompetenznetzwerk Wasser und Energie e.V. eine speziell auf Flüchtlinge ausgerichtete Weiterbildung an, um ihnen den Einstieg in die bayerische Wasserwirtschaft zu erleichtern.

von | 28.08.24

Olha Kustova aus der Ukraine und Ahmed Al Kurdi aus Syrien berichten von ihren Erfahrungen mit dem Qualifizierungskurs

Die Hochschule Hof hat in Kooperation mit dem Kompetenznetzwerk Wasser und Energie e.V. erfolgreich eine innovative Weiterbildungsmaßnahme abgeschlossen. Insgesamt 19 Teilnehmerinnen und Teilnehmer wurden in verschiedenen Kursmodulen für Aufgaben in der Bayerischen Wasserwirtschaft weiterqualifiziert. Der 15-wöchige Lehrgang richtete sich speziell an Personen mit Flucht- und Migrationshintergrund, die derzeit Bürgergeld beziehen. Eine Wiederholung des Kurses ist bereits für Mitte November geplant.

Praxisnahe Qualifizierung und erfolgreiche Integration

Der Kurs „Ingenieur-Technische Transfer-Qualifizierung für die bayerische Wasserwirtschaft (ITTQ)“ bietet eine praxisorientierte Vorbereitung auf den Quereinstieg in planerische Tätigkeiten der Wasserwirtschaft“, erläutert Prof. Günter Müller-Czygan vom Institut für nachhaltige Wassersysteme (inwa) der Hochschule Hof. Unterstützt durch Unternehmen, Planungsorganisationen, Kommunen und andere Institutionen der Wasserwirtschaft erhalten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer grundlegende Kenntnisse der Siedlungswasserwirtschaft, die durch spätere „Trainings-on-the-job“ in Unternehmen vertieft werden sollen. Die Partnerorganisationen übernehmen sowohl einzelne Lernmodule als auch die Betreuung von Fachpraktika.

Ahmed Al Kurdi aus Syrien, einer der mittlerweile zertifizierten Teilnehmer, berichtet: „Seit einem Jahr und 10 Monaten bin ich in Deutschland. In Syrien habe ich Maschinenbau studiert und im Bereich der Programmierung gearbeitet. Nach meiner Flucht habe ich zwei Sprachkurse in Deutschland besucht. Es war jedoch hilfreich, dass der Kurs mehrsprachig durchgeführt wurde, sodass man die Inhalte auch online in seiner Muttersprache nachlesen konnte – besonders wichtig, da sich die Fachbegriffe in der Wasserwirtschaft stark von denen in allgemeinen Sprachschulungen unterscheiden.“

Besonders gefallen hat ihm der Praktikumsteil: „Ich konnte viel lernen und einen Einblick in das deutsche Arbeitssystem erhalten. Auch die Laborarbeit war spannend und ich konnte Kenntnisse über verschiedene Computerprogramme aufbauen. Ich hoffe, dass dieser Kurs meine Chancen auf dem deutschen Arbeitsmarkt verbessert – vielleicht sogar bei einer der Firmen, die ich bereits kennenlernen durfte“, so Al Kurdi.

Erfahrungen und persönliche Entwicklung durch die Weiterbildung

Auch Olha Kustova aus der Ukraine hat gute Erfahrungen mit der Weiterbildung an der Hochschule Hof gemacht. Sie erfuhr durch eine Freundin von dem neuen Kurs.

„Es ist natürlich schwierig, sich schnell in eine ganz andere Gesellschaft zu integrieren, und oft hat man Angst, keine Arbeit zu finden. Aber dieser Kurs hat mir geholfen, mich besser zu verständigen und Selbstbewusstsein aufzubauen – ich fühle mich jetzt besser.“ Kustova ergänzt: „Als Bauingenieurin bin ich aus meinem Heimatland andere Prozesse und Normen gewohnt. Das macht einen natürlich etwas nervös, zumal ich vorher keinen Kontakt zur Wasserwirtschaft hatte. Aber alle Themen waren sehr interessant – von Umweltschutz über Nachhaltigkeit bis hin zur Wasserreinigung.“

Besonders interessiert hat sie das Schwammstadtkonzept, das an der Hochschule Hof intensiv gelehrt wird.

„Es ist faszinierend zu sehen, wie in Deutschland viel Wert auf nachhaltige Lösungen für starkes Regenwasser und Dürre gelegt wird.“

Jetzt hofft sie, schnell Anschluss zu finden und sich zu einer Expertin auf diesem Gebiet zu entwickeln.

„Ich möchte arbeiten, jeden Tag arbeiten! Dafür muss und werde ich vor allem meine Sprachkenntnisse weiter vertiefen“, so die Geflüchtete, die nun viele Bewerbungen schreiben möchte.

Teilnahmevoraussetzungen und Bewerbungsinformationen

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Kurses müssen entweder eine technische Ausbildung oder zumindest eine entsprechende Vorbildung vorweisen können. Dies umfasst beispielsweise einen Abschluss als Techniker oder Ingenieur, sei es ein Bachelor- oder Masterabschluss, oder eine vergleichbare Ausbildung aus einem Nicht-EU-Land, deren Anerkennung im Vorfeld geprüft wird. Auch der Nachweis eines Integrationskurses und die Fähigkeit, sich in einfachen Gesprächen auf Deutsch zu verständigen, sind erforderlich. Kenntnisse im Umgang mit Computern und MS-Office sind ebenfalls von Vorteil, da der Unterricht online stattfindet. Zudem muss die Zustimmung des zuständigen Jobcenters zur Teilnahme eingeholt werden. Interessierte können sich für den Kurs, der am 18. November 2024 startet, unter ITTQ@hof-university.de bewerben.

Der Kurs ist für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer kostenfrei. Die Finanzierung des Zertifikatslehrgangs erfolgt durch den Europäischen Sozialfonds (ESF) in Bayern. Weitere Informationen sind ebenfalls unter ITTQ@hof-university.de erhältlich.

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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