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Versorgungssicherheit trotz Blackout

Im Fall eines großflächigen und lang anhaltenden Stromausfalls kann der Zweckverband Landeswasserversorgung (LW) Teile seines Versorgungsgebietes über Notstrom versorgen, der im Donau-Laufwasserkraftwerk Leipheim gewonnen wird. Eine innovative, weil zukunftsweisende Idee. Blackout hat massive Auswirkungen auf kritsche Infrastrukturen Ein Blackout, also ein großflächiger Stromausfall über einen längeren Zeitraum, hat besonders auf die kritische Infrastruktur erhebliche Auswirkungen. […]

von | 25.01.22

Im Fall eines großflächigen und lang anhaltenden Stromausfalls kann der Zweckverband Landeswasserversorgung (LW) Teile seines Versorgungsgebietes über Notstrom versorgen, der im Donau-Laufwasserkraftwerk Leipheim gewonnen wird. Eine innovative, weil zukunftsweisende Idee.

Blackout hat massive Auswirkungen auf kritsche Infrastrukturen

Ein Blackout, also ein großflächiger Stromausfall über einen längeren Zeitraum, hat besonders auf die kritische Infrastruktur erhebliche Auswirkungen. Das Trinkwasser, das eben noch aus der Leitung floss, geht nach und nach zur Neige. Große Notstromaggregate zum Betrieb der Pumpen könnten kurzfristig Abhilfe schaffen, doch was tun, wenn die Lagerung des zum Antrieb benötigten Diesels wasserschutzrechtlich nicht zulässig ist?

Bereits 2015 entstand die Idee, Notstrom vom Laufwasserkraftwerk Leipheim zu beziehen, der über die Donau als erneuerbare Energie gewonnen wird. Über rund 700 m Strecke wurde eine direkte Stromverbindung zwischen dem Kraftwerk und der Rohwasserentnahmestelle der LW in Leipheim installiert und über das bereits vorhandene LW-Stromnetz die Anbindung an das Wasserwerk Niederstotzingen geschaffen. Dadurch ist es heute möglich, auch im Falle eines Blackouts 700 Liter in der Sekunde zu fördern und an die zu versorgenden Menschen im Verbandsgebiet abzugeben.

Im Rahmen des Forschungsprojektes LINDA 2.0 (“Lokale Inselnetzversorgung und beschleunigter Netzwiederaufbau mit dezentralen Erzeugungsanlagen”) konnte zudem die weitgehend automatisierte Umschaltung von Normal- auf Inselnetzbetrieb im Notfall durch eine eigens entwickelte Softwarelösung realisiert werden. Beteiligte Projektpartner sind neben der LW federführend die LEW Wasserkraft und LEW Verteilnetz, weiterhin die Hochschule Augsburg, die TU München, die Obere Donau Kraftwerke AG (ODK) und KIMA, ein Hersteller von Steuerungs- und Automatisierungslösungen.

Im weiteren Verlauf des Forschungsvorhabens, das bis Anfang 2024 angelegt ist, sollen die Stabilität des Systems und die Leistungsreserven der Turbinen im Wasserkraftwerk Leipheim weiter untersucht werden. Sofern sich aus der Analyse die Zuschaltmöglichkeit für weitere Lasten ergeben sollte, könnten im Notfall weitere Menschen versorgt werden.

Hintergrund: Landeswasserversorgung (LW)

Rund 3 Mio. Menschen in Baden-Württemberg und Bayern erhalten ihr Trinkwasser von der Landeswasserversorgung. Es fließt in 250 Städten und Gemeinden – darunter Aalen, Ellwangen, Schwäbisch Gmünd, Göppingen, Esslingen, Ludwigsburg, Stuttgart und Ulm – aus den Leitungen, jährlich etwa 100 Mio. Kubikmeter. Das Trinkwasser entstammt den Grundwasservorkommen der Schwäbischen Alb in der Region zwischen Ulm und Heidenheim. Ein Teil des Wassers wird der Donau entnommen und im Wasserwerk Langenau in einem mehrstufigen Verfahren zu Trinkwasser aufbereitet.

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Umweltfreundlich und nachhaltig: Stromgewinnung aus regenerativen Energien, wie hier aus der Donau bei Leipheim

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