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Trinkwasser-Transportachse in Mainz kosteneffizient erneuert

Die Stadtwerke Mainz erneuerten auf insgesamt 3,7 km Länge eine wichtige Trinkwassertransportachse mit besonderem Fokus auf Wirtschaftlichkeit und Umweltverträglichkeit. Die Leitung verläuft durch die Ortsteile Mainz-Kostheim und -Kastel und liefert Trinkwasser aus zwei Wasserwerken in die rechtsrheinischen Ortslagen. Da die Transportachse durch den innerstädtischen Bereich verläuft, war nur wenig Raum für die Sanierungsarbeiten geboten. Die […]

von | 04.10.21

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Die Stadtwerke Mainz erneuerten auf insgesamt 3,7 km Länge eine wichtige Trinkwassertransportachse mit besonderem Fokus auf Wirtschaftlichkeit und Umweltverträglichkeit. Die Leitung verläuft durch die Ortsteile Mainz-Kostheim und -Kastel und liefert Trinkwasser aus zwei Wasserwerken in die rechtsrheinischen Ortslagen. Da die Transportachse durch den innerstädtischen Bereich verläuft, war nur wenig Raum für die Sanierungsarbeiten geboten.

Die Mainzer Netze GmbH betreibt ein Wasserrohrnetz von insgesamt rund 1.300 km Länge. Eine der Transportachsen des Wassernetzes verläuft durch die Ortsbezirke Kostheim und Kastel. Die vorhandene Altleitung in der Nennweite 500 bestand aus einem Materialmix von Grauguss, duktilem Gusseisen und Stahl mit einer nachträglich aufgebrachten Innenzementierung. Angesichts der Störungsanfälligkeit der ca. 70 Jahre alten Leitung entschieden sich die Stadtwerke zu einer Erneuerung der bestehenden Versorgungsleitung.

Mindestwanddicke der Rohrleitung unterschritten

Ein vorangegangenes TÜV-Gutachten hatte ergeben, dass die Mindestwanddicke an der gesamten Rohrleitung nicht mehr gegeben und eine Erneuerung der Leitungsachse erforderlich war. Die Wanddicke der Wasserleitung war durch Spongioseangriff an Einzelstellen minimiert. Im Zuge der Netzoptimierung wurden im Vorfeld die optimalen Innendurchmesser des Leitungsnetzes ermittelt. Das Ergebnis war eine mögliche Verkleinerung des Rohrquerschnittes. Die Leitungstrasse verläuft durch die dichtbebauten alten Ortskerne, was eine verkehrsschonende und kleinräumig umzusetzende Bauweise erforderlich machte.

Relining: Neues PE-Rohr ins Altrohr eingebracht

Die positiven Erfahrungen des Langrohrrelinings, auch in großen Dimensionen, führten zur Entscheidung einer minimalinvasiven Reliningbauweise. Mit geringer Beeinträchtigung während der Bauphase wurde ein eigenständig tragfähiges neues PE-Rohr in das Altrohr eingezogen. Damit ist keine Abhängigkeit zur Restlebenszeit und Tragfähigkeit des Altrohres gegeben.

Langrohrrelining ist ein technisch sehr anspruchsvolles Verfahren und fordert eine exakte planerische Vorbereitung. Eine zusätzliche Herausforderung stellte die Innenzementierung des Altrohres dar. Diese wurde in den 1980er und 1990er Jahren nachträglich eingebracht. Besonders in den frühen Baustadien wurden die Zementdicken nicht homogen aufgetragen. Dadurch wurde der Einzug des Neurohres erschwert. Diesen Herausforderungen standen jedoch die Vorteile einer wirtschaftlichen und besonders umweltschonenden sowie zeiteffizienten Verlegung gegenüber.

Beim Reliningverfahren wird die alte Leitung nicht zerstört, sondern ein neues Rohr in die bestehende Altleitung eingezogen. Bei der sogenannten Ringraum-Verfahrenstechnik liegt das Neurohr nach dem Einzug auf der Rohrsohle des Altrohres. Es entsteht der sogenannte Ringraum, ein Zwischenraum zwischen dem alten und neuen Rohr. Diese Verfahrenstechnik kommt zum Einsatz, wenn eine Querschnittsreduzierung keine hydraulische Beeinträchtigung für die neue Leitung darstellt. Der Ringraum kann auf Wunsch oder aus statischen Gründen mit Verdämmung befüllt werden. Das Reliningverfahren kommt bevorzugt in innerstädtischen Gebieten, zur Erneuerung sowohl von Versorgungs- als auch von Entsorgungsleitungen zum Einsatz, um den Eingriff in den Lebens- und Verkehrsraum so gering wie möglich zu halten.

Bei der Leitungserneuerung in Mainz wurden SIMONA® SPC RC-Line-Trinkwasserdruckrohre d 450 x 26,7 mm eingesetzt, die im Endausbau über einen nutzbaren Innendurchmesser von 396,6 mm verfügen.

Die Entscheidung zum Langrohrrelining mit SIMONA® SPC RC-Line Schutzmantelrohren in dieser Baumaßnahme hat die Erneuerung einer Haupttransportachse durch dichtbesiedeltes Stadtgebiet in den Punkten der Kosteneffizienz und Umweltverträglichkeit deutlich optimiert. Sie gilt als wegweisend für zukünftige Erneuerungsmaßnahmen.

Autor: Dipl.-Ing. (FH) Wolfgang Krämer, SIMONA AG, kirn, wolfgang.kraemer@simona.de

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Relining in beengten örtlichen Verhältnissen in Mainz

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