Generic filters
FS Logoi

Ruhrverband startet Tiefenwasserbelüftung an der Möhnetalsperre

Am 8. September 2025 beginnt der Ruhrverband mit der Verlegung von Sauerstoffleitungen im Hauptbecken der Möhnetalsperre. Bereits am 9. September startet die vorsorgliche Belüftung des Tiefenwassers, um einem möglichen Fischsterben vorzubeugen.

von | 08.09.25

Möhnetalsperre: Die rote Linie markiert den Grenzverlauf für das während der Tiefenbelüftung geltende Angelverbot. Der Verlauf der Sauerstoffleitungen ist blau, der Standort der Messboje gelb dargestellt.
Quelle: GOVDATA Das Datenportal für Deutschland / Datenlizenz Deutschland – Zero – Version 2.0
Ruhrverband

Der Ruhrverband verlegt Sauerstoffleitungen in der Möhnetalsperre. Die Belüftung des Tiefenwassers soll einem Fischsterben vorbeugen. Mit Beginn der Maßnahme gilt ein Angelverbot im Bereich der Sauerstoffanreicherungsanlage. Die imaginäre Linie zwischen zwei Buchten markiert die Grenze:

• Nordufer: erste Bucht von der Staumauer aus gesehen, Höhe Yachtclub Möhnesee
• Südufer: zweite Bucht von der Staumauer aus gesehen

In Richtung Staumauer darf diese Linie nur noch ohne anglerische Tätigkeit überquert werden. Zudem ist das Festmachen von Booten an den orange-gelben Bojen, die die Anlage kennzeichnen, strikt untersagt.

Vorsorglicher Einsatz für rund vier Wochen

Die Belüftung des Tiefenwassers ist eine reine Vorsichtsmaßnahme, die der Ruhrverband in den vergangenen Jahren bereits an mehreren Talsperren erfolgreich angewandt hat. Nach bisherigen Erfahrungen wird die Belüftung etwa vier Wochen dauern. So lange bleibt auch das Angelverbot in den genannten Bereichen bestehen.

Hintergrund: Warum Sauerstoff fehlt

Zwischen Frühjahr und Herbst bilden sich im Stausee stabile Temperaturschichten:

• Kaltes, schweres Wasser am Grund
• Warmes Oberflächenwasser durch sommerliche Erwärmung
• Dazwischen eine sogenannte Sprungschicht

In der Sprungschicht verbrauchen Abbauprozesse von abgestorbenem Phyto- und Zooplankton viel Sauerstoff. Es entsteht ein fast sauerstofffreier „Riegel“, der die kälteliebenden Fischarten am Seegrund einschließt. Sinkt der Sauerstoffgehalt dort unter drei Milligramm pro Liter, besteht Gefahr für die Fischbestände. Um dies zu verhindern, überwachen der Talsperrenbetrieb, das Kooperationslabor und das Fischereimanagement des Ruhrverbands die Werte seit Ende des Sommers engmaschig. Durch gezielte Belüftung konnte so in den vergangenen Jahren Fischsterben erfolgreich vermieden werden.

Die stabile Temperaturschichtung löst sich durch stärkere Herbstwinde, kühlere Lufttemperaturen und erhöhte Zuflüsse zur Talsperre meist ab Oktober wieder auf.

Wasserqualität ist unverändert hoch

Die gemessenen niedrigen Sauerstoffwerte sind ein natürliches Phänomen und stehen nicht im Zusammenhang mit der Wasserqualität. Diese ist in der Möhnetalsperre – ebenso wie in allen anderen Talsperren des Ruhrverbands – weiterhin auf hohem Niveau.


Quelle: Ruhrverband

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Jetzt Newsletter abonnieren

Immer auf dem aktuellen Stand, automatisch in Ihrem Postfach.

Hier anmelden

DVGW und KDW verstärken Kooperation für eine sichere digitale Wasserwirtschaft
DVGW und KDW verstärken Kooperation für eine sichere digitale Wasserwirtschaft

Der Deutsche Verein des Gas- und Wasserfaches e.V. (DVGW) und das Kompetenzzentrum Digitale Wasserwirtschaft (KDW) arbeiten künftig enger zusammen. Ziel der Kooperation ist es, die digitale Transformation der Wasserwirtschaft fachlich zu begleiten und die Branche beim sicheren Einsatz digitaler Technologien zu unterstützen. Die entsprechende Vereinbarung wurde am 05. Mai 2026 auf der IFAT in München unterzeichnet.

mehr lesen
JenaWasser nimmt neuen Hochbehälter Großlöbichau in Betrieb
JenaWasser nimmt neuen Hochbehälter Großlöbichau in Betrieb

Der neue Hochbehälter Großlöbichau ist seit heute in Betrieb und versorgt Großlöbichau, Kleinlöbichau sowie Teile von Jenaprießnitz und Wogau mit Trinkwasser aus dem Wasserwerk Burgau. Mit dem 300-Kubikmeter-Speicher setzt JenaWasser einen weiteren Schritt aus dem Wasserversorgungskonzept 2040 um.

mehr lesen
Neues Düngegesetz soll Nitratbelastung im Grundwasser gezielt senken
Neues Düngegesetz soll Nitratbelastung im Grundwasser gezielt senken

Mit einer Reform des Düngegesetzes will das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) ein effizienteres Monitoring etablieren und die Belastung von Gewässern durch Nitrat reduzieren. Ziel ist ein stärker am Verursacherprinzip orientiertes System. Das Kabinett hat am 29.4. dem vom Bundesminister für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat, Alois Rainer, vorgelegten Entwurf zugestimmt.

mehr lesen

Firmen zum Thema

Sie möchten den Wassermeister testen

Bestellen Sie Ihr kostenloses Probeheft

Überzeugen Sie sich selbst: Gerne senden wir Ihnen die Wassermeister kostenlos und unverbindlich zur Probe!

Finance Illustration 03