Die hochsommerlichen Temperaturen der letzten Wochen und die ausbleibenden Niederschläge haben die wasserwirtschaftliche Situation im Süden Brandenburgs weiter verschärft. Die erforderlichen Mindestabflüsse können in der Spree nicht mehr gehalten werden. Außerdem erfordern die fehlenden Wasserreserven in den Speichern zusätzliche Maßnahmen zur Abflussstabilisierung im mittleren Spreegebiet. Abstimmungen zwischen dem Landesamt für Umwelt sowie den zuständigen unteren Wasserbehörden und den Gewässerunterhaltungsverbänden laufen.
Defizite bei Niederschlag und Speicherfüllung
Seit 2025 sind die Niederschläge im Einzugsgebiet der Spree deutlich zu gering ausgefallen. Vor allem im oberen Einzugsgebiet wurden mitunter nur 70 Prozent der für den Jahreszeitraum typischen Niederschlagsmenge gemessen – beispielhaft dokumentiert an der DWD-Wetterstation in Kubschütz bei Bautzen. Infolge dieser Trockenperiode waren die Abflüsse in der Spree, besonders in den Frühjahrsmonaten, so gering, dass die Talsperren und Speicher im oberen Einzugsgebiet bis Ende April im Mittel nur zu 50 Prozent gefüllt waren. Lediglich der Zielwasserstand der Talsperre Spremberg konnte erreicht werden. Die Stützungsmaßnahmen des mittleren Spreegebietes passten die Verantwortlichen regelmäßig an die veränderten Randbedingungen an. Aufgrund der sehr geringen Zuflüsse sank der Wasserstand der Talsperre Spremberg mehrere Zentimeter pro Tag.
Der Mindestabfluss am Pegel Leibsch Unterpegel von 4,5 Kubikmetern pro Sekunde ist bereits seit Ende Mai dauerhaft unterschritten. Seitdem gingen die Abflüsse weiter zurück; kurzfristig wurden am Pegel Leibsch Unterpegel sogar Werte unter 2,0 Kubikmetern pro Sekunde gemessen.
Phase 1 des Niedrigwasserkonzepts seit Juni aktiv
Deshalb trat die Arbeitsgruppe Niedrigwasserbewirtschaftung bereits Ende Mai zusammen und stimmte das weitere Vorgehen zur Abflussstabilisierung im mittleren Spreegebiet ab. Als Ergebnis riefen die Beteiligten die Phase 1 des Niedrigwasserbewirtschaftungskonzeptes aus und setzten die entsprechenden Maßnahmen zum 1. Juni 2026 um.
Verschärfung: Phase 2 tritt in Kraft
Die bereits seit Wochen angespannte wasserwirtschaftliche Situation hat sich aufgrund der sehr warmen Temperaturen, der ausbleibenden Niederschläge sowie der eingeschränkten Stützungsmöglichkeiten durch die Talsperre Spremberg weiter zugespitzt: Aktuell fließen am Pegel Leibsch Unterpegel nur noch 1,4 Kubikmeter pro Sekunde (Stand: 17.08.2026). Aus diesem Grund hat das Landesamt für Umwelt Ende der letzten Woche die Phase 2 des Niedrigwasserbewirtschaftungskonzeptes ausgerufen. Die damit umgesetzten Maßnahmen umfassen unter anderem die Reduzierung von Ausleitungen aus der Spree sowie die Vorbereitung eines Verbots von Oberflächenwasserentnahmen (Eigentümer- und Anliegergebrauch) im Gebiet.
Schleusenschließungen und Wasserstandsanpassungen
Einzelne Niederschläge im Gebiet führen nur kurzfristig zu einer Stabilisierung der Abflüsse. Für diese Woche (17.-23.8.) sind zwar deutlich kühlere Temperaturen und weiterhin einzelne Niederschläge vorhergesagt, dennoch stuft das Landesamt für Umwelt die wasserwirtschaftliche Situation im Einzugsgebiet der Spree weiterhin als angespannt ein. Deshalb trat am 17.8. die Arbeitsgruppe Niedrigwasserbewirtschaftung erneut zusammen und stimmte sich zum weiteren Handeln ab.
Als Ergebnis dieser Beratung wurde vereinbart, einzelne Schleusen im Unterspreewald (Schleuse Krausnicker Strom, Groß Wasserburg und Beginn Dahme-Umflut-Kanal) zu schließen. Darüber hinaus beginnt man, schrittweise und behutsam die Wasserstände der Staugürtel abzusenken. Im Unterspreewald startet die Anpassung der Wasserstände und setzt sich in Richtung Schmogrow fort. Ziel ist es, den Abfluss am Pegel Leibsch Unterpegel in einem Korridor zwischen 2,0 bis 2,5 Kubikmetern pro Sekunde zu halten.







