Generic filters
FS Logoi

Neues Wasserwerk Hattersheim: Ortsnahe Wassergewinnung für Frankfurt gestärkt

Für das Projekt Regionaltangente West (RTW) war ein verbindliches Konzept zur Ersatzwasserversorgung im Falle einer Havarie während der Bauzeit eine zwingende Voraussetzung. Das war eine wichtige Voraussetzung für die Erteilung des Planfeststellungsbeschlusses durch das Regierungspräsidium Darmstadt. Das neue Wasserwerk Hattersheim ist das Kernstück der Ersatzwasserbeschaffung.

von | 11.06.25

v.l.: Dr. Jörg Becker (Mainova AG), Stadtrat Wolfgang Siefert (Stadt Frankfurt aM), Elisabeth Jreisat (Hessenwasser), Horst Amann (RTW)
Quelle: Hessenwasser
Wasserwerk Hattersheim

Auf dem Betriebsgelände des alten Wasserwerks Hattersheim ist in den letzten drei Jahren eine neue Wasseraufbereitungsanlage entstanden. Der Bau dieses Wasserwerks ist ein Gemeinschaftsprojekt der RTW Planungsgesellschaft mbH und des regionalen Wasserversorgers Hessenwasser. Hessenwasser-Geschäftsführerin Elisabeth Jreisat und RTW-Geschäftsführer Horst Amann stellten nun die Anlage gemeinsam mit Dr. Jörg Becker (Aufsichtsratsvorsitzender Hessenwasser) und Verkehrsdezernent Wolfgang Siefert (Aufsichtsratsvorsitzender RTW) in einem Pressetermin vor.

Wasserwerk Hattersheim Außenansicht. Quelle: Dennis Möbus

„Herzstück der Aufbereitung ist eine Umkehrosmose-Einheit. Es ist die erste dieser Art bei Hessenwasser,“ erläuterte Elisabeth Jreisat. „Das Verfahren stellt in der Trinkwasseraufbereitung eine komplexe und gleichzeitig sehr wirksame Technologie zur Entfernung verschiedenster Schadstoffe und Verunreinigungen aus dem Wasser dar.“

 

Wasserwerk Hattersheim als Kernstück der Ersatzwasserbeschaffung

Eines der größten Verkehrsprojekte im Rhein-Main-Gebiet ist die Regionaltangente West (RTW). Auf ihrem Weg durch den Ballungsraum trifft die Neubaustrecke an vielen Stellen auf bestehende Infrastrukturen, die mit dem Neubau in Einklang gebracht werden müssen. Die Trasse führt auch durch Schutzgebiete, deren Inanspruchnahme besondere Maßnahmen erfordern.

Wasserwerk Hattersheim UO-Anlage. Quelle: Dennis Möbus

„Für das Projekt Regionaltangente West (RTW) war ein verbindliches Konzept zur Ersatzwasserversorgung im Falle einer Havarie während der Bauzeit eine zwingende Voraussetzung für die Erteilung des Planfeststellungsbeschlusses durch das Regierungspräsidium Darmstadt. Heißt also, ohne dieses Wasserwerk hätten wir im Planfeststellungsabschnitt Süd 1 den Bau nicht starten können. Wir danken der Hessenwasser GmbH für die äußerst professionelle und vertrauensvolle Zusammenarbeit“, betonte Horst Amann.

Im Abschnitt Süd 1 wird im Frankfurter Stadtwald das Wasserschutzgebiet der Wassergewinnungsanlagen von Hessenwasser gequert. Dieser Projektabschnitt erforderte ein verbindliches Konzept zur Ersatzwasserbeschaffung im Falle einer Havarie während der Bauzeit. Das war eine wichtige Voraussetzung für die Erteilung des Planfeststellungsbeschlusses durch das Regierungspräsidium Darmstadt. Das neue Wasserwerk Hattersheim ist das Kernstück der Ersatzwasserbeschaffung.

„Die Umsetzung dieses Konzepts ist ein hervorragendes Beispiel dafür, dass der Ausbau der Infrastruktur für den ÖPNV im Kern der Metropolregion Frankfurt/Rhein-Main und die Sicherung der ortsnahen Wassergewinnung miteinander vereinbar sind“, lautet die übereinstimmende Einschätzung von Jreisat, Amann und Siefert.

Wasserwerk Hattersheim Netzpumpen. Quelle: Dennis Möbus

Hintergrund

Die Gewinnung von Trinkwasser nahe am Ort des Bedarfs ist in Ballungsräumen eine besondere Herausforderung. Der hohe Bedarf kann aus hydrologischen Gründen nur teilweise gedecktwerden. Zudem gibt es Konflikte bei der Raumnutzung, die mit dem Schutz der Grundwasserressourcen verbunden sind.
Das Wasserwerk Hattersheim liefert seit 1909 Wasser für Frankfurt. Dort wird der ergiebige Grundwasserleiter zwischen Main und Vordertaunus genutzt. Heute ist die Anlage eingebunden in den regionalen Leitungsverbund von Hessenwasser. Zunehmende Beeinträchtigungen der Grundwasserqualität führten ab Ende der 1990er-Jahre zu einem Standby-Betrieb der Anlage für versorgungstechnische Ausnahmefälle.

 

 


Quelle: Hessenwasser

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Jetzt Newsletter abonnieren

Immer auf dem aktuellen Stand, automatisch in Ihrem Postfach.

Hier anmelden

Sedimente erzählen die Umweltgeschichte
Sedimente erzählen die Umweltgeschichte

Sedimente in Stauseen speichern Informationen über Schadstoffeinträge und Umweltveränderungen über viele Jahrzehnte hinweg. Ein neues Forschungsprojekt der Universität Würzburg untersucht fünf Stauseen in der Eifel, um Belastungen durch Schadstoffe, Schwermetalle und Mikroplastik zu analysieren. Mithilfe von Bohrkernen und modernen Analysemethoden wollen die Forschenden Entwicklungen der vergangenen 100 Jahre nachvollziehen. Gleichzeitig sollen die Daten helfen, aktuelle Veränderungen und die Wirksamkeit von Umweltschutzmaßnahmen besser zu bewerten.

mehr lesen
Auszeichnung für Frauen mit Wirkung
Auszeichnung für Frauen mit Wirkung

Mit dem Preis „Die Kommunalheldin“ werden Frauen ausgezeichnet, die die Kommunalwirtschaft mit ihrem Engagement, ihrer Innovationskraft und ihrem Verantwortungsbewusstsein nachhaltig prägen. Die Auszeichnung rückt Persönlichkeiten in den Mittelpunkt, die Veränderungen anstoßen, Zukunftsthemen voranbringen und ihre Kommunen aktiv mitgestalten.

mehr lesen
Neue Bohrtechnik für die Wasserversorgung
Neue Bohrtechnik für die Wasserversorgung

Mit dem neuen Verfahren Micro Turbine Drilling (MTD®) hat das Fraunhofer IEG eine Bohrtechnologie erfolgreich unter Praxisbedingungen getestet. Die Methode ermöglicht seitliche Ablenk-Bohrungen aus bestehenden Brunnen und eröffnet damit neue Möglichkeiten für geotechnische Untersuchungen im Untergrund. In Marl wurde die Technologie eingesetzt, um eine wichtige geologische Barriere zwischen Grubenwasser und Trinkwasserhorizonten zu untersuchen. Die gewonnenen Daten können Wasserversorger bei Monitoringaufgaben sowie bei langfristigen Entscheidungen zur Trinkwassergewinnung und Infrastrukturplanung unterstützen.

mehr lesen
Hessenwasser-Geschäftsführerin Elisabeth Jreisat im Amt bestätigt
Hessenwasser-Geschäftsführerin Elisabeth Jreisat im Amt bestätigt

Elisabeth Jreisat, Geschäftsführerin von Hessenwasser, ist auf der aktuellen Mitgliederversammlung des Landesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft Hessen/Rheinland-Pfalz e. V. (LDEW) erneut in den Vorstand gewählt worden. Dem Gremium gehört sie bereits seit vielen Jahren an. Der LDEW vertritt rund 270 Unternehmen der Energie- und Wasserwirtschaft und setzt sich gegenüber Politik, Behörden und Öffentlichkeit für die Interessen der Branche ein.

mehr lesen

Firmen zum Thema

Sie möchten den Wassermeister testen

Bestellen Sie Ihr kostenloses Probeheft

Überzeugen Sie sich selbst: Gerne senden wir Ihnen die Wassermeister kostenlos und unverbindlich zur Probe!

Finance Illustration 03