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Neues Löschwasserreservoir für Telgte liegt unter einem Reitplatz

Immer häufiger auftretende Dürreperioden verlangen ein Umdenken in der Brandbekämpfung: Nicht immer steht den Feuerwehren Löschwasser in ausreichenden Mengen zur Verfügung. Im münsterländischen Telgte hat die Stadt kürzlich mit dem Einbau von KS-Blueboxen® der Funke Kunststoffe GmbH Vorsorge getroffen. Für die Speicherung von zusätzlichen 100 Kubikmeter Löschwasser wurden vier KS-Bluebox®-Elemente mit einem Fassungsvermögen von jeweils […]

von | 25.05.22

Immer häufiger auftretende Dürreperioden verlangen ein Umdenken in der Brandbekämpfung: Nicht immer steht den Feuerwehren Löschwasser in ausreichenden Mengen zur Verfügung. Im münsterländischen Telgte hat die Stadt kürzlich mit dem Einbau von KS-Blueboxen® der Funke Kunststoffe GmbH Vorsorge getroffen. Für die Speicherung von zusätzlichen 100 Kubikmeter Löschwasser wurden vier KS-Bluebox®-Elemente mit einem Fassungsvermögen von jeweils 25 Kubikmetern auf dem Gelände einer Reitanlage eingebaut. Das Konzept schuf zum einen die Voraussetzung für den Neubau einer Longierhalle, zum anderen steht in Zukunft ausreichend Löschwasser für den Telgter Ortsteil Vadrup zur Verfügung.

Am Rande des Reitplatzes und in unmittelbarer Nähe zur Straße befindet sich der Entnahmeschacht. Alle Fotos: Funke Kunststoffe

Allein in Nordrhein-Westfalen sind die öffentlichen Feuerwehren im Jahr 2020 zu mehr als 53.000 Brandeinsätzen ausgerückt. Im Durchschnitt waren das 145 Einsätze pro Tag. Damit Brände schnell und effektiv bekämpft werden können, ist eine ausreichende Menge an Löschwasservorräten notwendig. Die im Zuge des Klimawandels zunehmenden Dürreperioden verschärfen die Löschwasserversorgung allerdings dramatisch: Während Teiche, Flüsse und Bäche immer häufiger zu wenig Wasser führen, lässt die Trockenheit auf der anderen Seite z. B. die Waldbrandgefahr steigen. Ein von aktuellen Niederschlagsereignissen unabhängiges Löschwasserkonzept wird daher immer wichtiger. In Telgte im münsterländischen Kreis Warendorf hat man jetzt mit Produkten von Funke Vorsorge getroffen, damit den Feuerwehren im Bedarfsfall nicht das Wasser ausgeht. Auf dem Gelände eines Reitvereins in Westbevern-Vadrup wurden mit vier KS-Bluebox®-Elementen ein dringend benötigtes zusätzliches Löschwasserreservoir nach DIN 14230 geschaffen. Thomas Brungert von der auftraggebenden Stadt Telgte, Fachbereich Planen, Bauen und Umwelt, erklärt die Hintergründe: „Der Reitverein wollte eine neue Longierhalle bauen. Bedingung für die Genehmigung war der Ausbau des Löschwassernetzes um 100 Kubikmeter.“ Insgesamt verfüge man nun mit dem neuen Reservoir über insgesamt 200 Kubikmeter. Das Löschwasser unter dem Reitplatz ist jedoch nicht nur für den Reitstall gedacht, sondern soll vor allem auch für den Telgter Ortsteil Vadrup zur Verfügung stehen. Die Entnahmestelle liegt daher am Rande des Reitplatzes in Straßennähe und ist öffentlich zugänglich – eine Win-win-Situation für den Reitstall und dessen Ausbaupläne sowie für die Stadt Telgte mit ihrem Löschwasserkonzept.

Nach anderthalb Wochen fertig eingebaut

Dass sich die Stadt für die KS-Bluebox® von Funke entschied, hatte mehrere Gründe. Einer davon war die kurze Bauzeit: Keine zwei Wochen hatte der Einbau im September 2021 gedauert. Brungert: „Dass die Behälter fix und fertig auf die Baustelle geliefert werden und vor Ort nicht mehr verschweißt werden müssen, ist ein enormer Pluspunkt. Das beschleunigt nicht nur den Baufortschritt, es gibt uns zusätzlich auch mehr Sicherheit, weil eine potentielle Schwachstelle durch defekte Schweißnähte von vornherein ausgeschlossen ist.“ Die aus werkseitig kunststoffummantelten D-­Raintank 3000®-­Elementen bestehende KS-Bluebox® lässt sich auf der Baustelle gut handhaben – auch das ist ein Grund für ihren zügigen Einbau. „Der flache Einbau mit wenig Erdaushub einerseits und das geringe Eigengewicht der Boxen mit ihren integrierten Halterungen für Hebegurte andererseits haben die Arbeit enorm erleichtert“, bestätigt Bauleiter Christoph Koch von der ausführenden Altefrohne Tiefbau GmbH & Co. KG.

Ein Höchstmaß an Flexibilität ermöglichen die D-Raintank 3000®-Elemente auch bei der Konfektionierung der KS-Bluebox®-Elemente. Je nach Einbausituation vor Ort und der Ladekapazität des Transportfahrzeugs können die 600 x 600 x 600 mm großen D-­Raintank 3000®-­Einzelelemente für unterschiedliche Anlagengrößen mit bis zu drei Lagen übereinander realisiert werden. „Für noch mehr Variationsmöglichkeiten sorgt zudem die Kombination mit nur 330 mm hohen D-Raintank 3000 smallbox®-Elementen“, betont Funke-Fachberater Ralf Erpenbeck. Darüber hinaus weist er darauf hin, dass die KS-­Bluebox® über die DIBt-­Zulassung Z­42.1­572 zur Versickerung und Rückhaltung von Niederschlagswasser verfügt.

Das Einzige, was oberirdisch vom neuen Löschwasserreservoir zu sehen ist, ist die Löschwasser-Entnahmestelle, die auf Wunsch der Feuerwehr mit drei verschiedenen Anschlüssen zur Entnahme und zur Befüllung der KS-Bluebox®-Elemente ausgestattet ist, wobei der linke Stutzen ein Sonderanschluss ist und für große Transportfahrzeuge genutzt werden kann

In Reihe geschaltet

Auf dem Reitplatz in Telgte wurden vier KS-­Bluebox®-Elemente mit einer Höhe von 1,20 m, einer Länge von 7,80 m und einer Breite von 3,00 m in einem Abstand von 1,00 m hintereinander gesetzt. Sie sind jeweils an einer Kopfseite mit einem Pumpensumpf ausgestattet. Das trägt dazu bei, dass die Boxen bei Entnahme komplett leerlaufen können und somit im Notfall jeder Tropfen Löschwasser genutzt werden kann. Ebenfalls an der Kopfseite verläuft eine Leitung aus HS®­Kanalrohren in der Nennweite DN/OD 200, die die KS-Bluebox®-Elemente miteinander verbindet und im Löschwasserentnahmeschacht mündet. „Die bei der Nutzung der KS-Bluebox® zwingend vorzusehende Entlüftung – sie wird werkseitig in jedes Element montiert – wurde vor Ort ebenfalls mit HS®-­Kanalrohren in der Nennweite DN/OD 160 verbunden und ebenfalls in den Löschwasserentnahmeschacht eingebunden“, erläutert Frank Horstmann, Funke Fachberater Regenwasserbewirtschaftung.

Aufgrund des hohen Grundwasserstandes setzten die Tiefbauer der Altefrohne Tiefbau GmbH jeweils zwei Boxen in zwei Bauabschnitten unmittelbar hintereinander ein. Dazu trugen sie zunächst den Oberboden ab und lagerten ihn auf dem Gelände des Reitvereins. Danach konnte die Baugrube ausgehoben werden. „Wir haben die Bettung aus Splitt hergestellt mit einer Körnung 8/16. Nachdem wir zwei Boxen gesetzt und miteinander verbunden hatten, konnten wir lagenweise verfüllen und verdichten. Danach haben wir die Baugrube erweitert und die nächsten beiden Boxen eingebaut“, beschreibt Bauleiter Koch die Arbeitsschritte. Die Überdeckung beträgt 80 cm. Damit wäre eine Lkw-Befahrung (SLW 60) in dem Bereich möglich – beste Voraussetzungen also auch für punktuelle Belastungen, wie sie bei Sprüngen auf dem Reitplatz häufiger vorkommen.

Auf öffentlichem Grund und damit jederzeit zugänglich befindet sich der Löschwasserentnahmeschacht. Dieser wurde auf Wunsch der Feuerwehr mit drei verschiedenen Kupplungsanschlüssen versehen, einem A-Storz und einem 6“-Perrot-Anschluss für die Entnahme und einem B-Storz für das – auch gleichzeitig mögliche – Befüllen. Damit ist die Voraussetzung geschaffen, dass die Telgter Feuerwehr – nun ausgestattet mit ausreichend Löschwasser – im Brandfall kühlen Kopf bewahren kann.

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