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Erwärmung des Rheins gefährdet Trinkwasser: AWBR-Bericht 2025 zeigt Risiken

Steigende Wassertemperaturen, sinkende Abflüsse und konstante Schadstoffbelastungen setzen die Trinkwasserversorgung zunehmend unter Druck. Der Rhein-Bericht 2025 des AWBR zeigt, wie Klimawandel und Nutzungskonflikte die Wasserqualität und Versorgungssicherheit beeinflussen.

von | 29.06.26

Mit zunehmender Wasserknappheit rückt die Frage der Verteilung in den Fokus: Wer erhält Wasser, wenn es knapp wird, und wie kann die Qualität gesichert werden?
Quelle: Pixabay/music4life
Trinkwasser; Rhein

Der Rhein hat sich seit den 1970er-Jahren um 3 °C erwärmt, während die Sommerabflüsse kontinuierlich zurückgehen. Der am 18.6. veröffentlichte Rhein-Bericht 2025 des internationalen Trinkwasserverbands AWBR zeigt deutlich, dass der Klimawandel bereits tiefgreifende Auswirkungen auf zentrale Wasserressourcen hat.

Das vom AWBR betriebene Messnetz am Hoch- und Oberrhein dokumentiert neben steigenden Wassertemperaturen auch veränderte Abflussdynamiken sowie zeitweise zu niedrige Sauerstoffgehalte und ökotoxische Zustände. Gleichzeitig bleiben zahlreiche Schadstofffrachten konstant. Dazu zählen Industriechemikalien, Pharmazeutika wie Antidiabetika, Schmerzmittel und Blutverdünner, Pestizidrückstände sowie langlebige Chemikalien.

Ein zentrales Problem entsteht bei Niedrigwasser: Bleiben Schadstoffeinträge unverändert, fehlt der Verdünnungseffekt – die Konzentrationen steigen deutlich an. Ähnliche Effekte zeigen sich im Grundwasser, wo Trockenperioden häufig zu erhöhten Nitrat- und Pestizidwerten im Trinkwasser führen.

Steigende Trinkwassertemperaturen und offene Fragen

In Deutschland, Österreich und der Schweiz gilt ein Richtwert von maximal 25 °C für Kaltwasser am Wasserhahn. Dieser Wert wird jedoch zunehmend nicht mehr überall eingehalten.

Eine Studie der Wasserversorgung Zürich zeigt, dass nicht allein die Temperatur an der Wasserquelle entscheidend ist, sondern vor allem die Bodentemperaturen im Versorgungsnetz. Welche konkreten Auswirkungen höhere Temperaturen auf die Trinkwasserqualität haben, ist bislang noch nicht abschließend geklärt.

Nutzungskonflikte und fehlende Steuerung

Mit zunehmender Wasserknappheit rückt die Frage der Verteilung in den Fokus: Wer erhält Wasser, wenn es knapp wird, und wie kann die Qualität gesichert werden?

Laut Bericht ist Europa auf diese Herausforderungen nur unzureichend vorbereitet. Gewässer werden je nach Region unterschiedlich bewirtschaftet, und Entscheidungen über Wassernutzungen erfolgen teilweise ohne belastbare Datengrundlagen. Besonders kritisch ist die landwirtschaftliche Bewässerung, die mengenmäßig relevant ist, aber kaum kontrolliert wird.

Zudem kritisiert der Bericht politische Versäumnisse. In der Schweiz wurden unter anderem eine Langzeitstudie zu PFAS sowie Maßnahmen zur Erfassung von Nährstoffen und Pestiziden abgelehnt. In Deutschland wurde die Stoffstrombilanz abgeschafft, die zur Reduktion von Nitratbelastungen beitragen sollte. Maßnahmen wie ein Glyphosat-Verbot oder eine PFAS-Exit-Strategie sind bislang nicht umgesetzt.

Forderungen nach integriertem Wassermanagement

Die Co-Präsidenten des AWBR, Matthias Maier und Roman Wiget, fordern ein Umdenken in Politik und Wasserwirtschaft. Neben konsequentem Klimaschutz sei ein gemeinwohlorientiertes Trockenheits-Wassermanagement notwendig, das Nutzungskonflikte und Qualitätsaspekte gleichermaßen berücksichtigt.

Matthias Maier betont: „Um die öffentliche Trinkwasserversorgung sicher, naturnah, resilient, zuverlässig und bezahlbar zu halten, müssen unsere Trinkwasservorkommen besser geschützt und uns Wasserversorgern gegenüber Nutzungskonkurrenzen eine Vorrangstellung eingeräumt werden, besondere auch in Trockenphasen.“

Roman Wiget ergänzt: „Als Wasserversorger tragen wir die Verantwortung für die sichere und jederzeitige Trinkwasserversorgung unserer Bevölkerung und Wirtschaft. Um diese Verantwortung wahrnehmen zu können, benötigen wir zukunftstaugliche Rahmenbedingungen und Planungssicherheit.“

Zum Jahresbericht

Quelle: AWBR

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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